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Panorama Einen Meter tief vergrabene Leiche entdeckt
Nachrichten Panorama Einen Meter tief vergrabene Leiche entdeckt
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17:38 30.09.2009
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Die ebenfalls am Dienstag eingerichtete Mordkommission hat mittlerweile bereits einen Tatverdächtigen aus Stadthagen festgenommen.

Was Axel Bergmann, Pressesprecher des Polizeikommissariats Stadthagen, gestern mitteilte, klingt wie aus dem Drehbuch eines Fernseh-Krimis abgelesen. Seit dem 30. August suchte die Polizei nach dem 61-jährigen Probsthäger, der zunächst allerdings lediglich als vermisst galt. Die Zeugin, die den Mann abgesehen vom Täter zuletzt gesehen hatte, brachte die Ermittler auf die Spur des Verbrechens. „Die Aussage ließ uns vermuten, dass da eine Straftat verübt worden ist“, so Bergmann.

Am Montag setzten die Ermittler auf Geheiß der Staatsanwaltschaft Bückeburg Spürhunde auf dem Bauernhof des Probsthägers ein. Alle vier Tiere schlugen an derselben Stelle an, worauf die Polizei Mitarbeiter des Stadthäger Bauhofs anforderte, die mit einem Bagger begannen, an der von den Hunden angezeigten Stelle zu graben. In einem Meter Tiefe stießen sie auf den nach Polizeiangaben „gründlich verpackten Leichnam“.

Schnell stand fest, dass es sich um den gesuchten 61-Jährigen handelte und dass dieser offenbar ermordet worden ist. Ein Gerichtsmediziner aus Hannover begann noch auf dem Bauernhof nahe der Lüdersfelder Ortsgrenze, den Toten zu untersuchen. Anschließend wurde die Leiche in die Gerichtsmedizin nach Hannover transportiert, wo nun die Obduktion ansteht.

Eine Bekannte des Toten brachte die Polizei auf die Spur eines 49-jährigen Stadthägers, der als dringend tatverdächtig eingestuft wurde. „Im Laufe der Ermittlungen erhärtete sich der Verdacht, der Mann könnte sich aus privaten Gründen in Göttingen aufhalten“, erklärt Bergmann. Dort griff die Polizei am Dienstagabend zu und nahm den Stadthäger fest, der gestern auf Antrag des ermittelnden Staatsanwaltes dem Haftrichter vorgeführt wurde. Dieser erließ Haftbefehl.

„Eine besondere Leistung haben in diesem Fall die Spürhunde der Polizei geleistet“, betont Bergmann. Die Leiche war – aller Wahrscheinlichkeit nach von dem 49-jährigen Mann aus Stadthagen – mehr als einen Meter tief vergraben und zusätzlich verpackt worden. Die Hunde „Scooter“ aus Hildesheim, „Lando“ aus Stade sowie „Hannes“ und „Drago“ aus Osnabrück haben sie trotzdem ohne Zögern aufgespürt, so Bergmann. Der Fundort liege unter freiem Himmel und sei demnach mehrere Wochen lang der Witterung ausgesetzt gewesen.

Damit deutet der Polizeisprecher an, dass die Bluttat wohl bereits vor Wochen verübt worden ist. „Wir wissen zwar nicht, was zwischen dem 30. August und dem 30. September passiert ist“, so Bergmann. Doch gehen die Ermittler davon aus, dass der Todeszeitpunkt nah am Tag des Verschwindens des 61-Jährigen liegt. Diese Vermutung untermauere der Zustand der Leiche, die dem Augenschein nach längere Zeit vergraben gewesen sein müsse.

Weitere Angaben zum Tathergang und zur Todesursache sowie Einzelheiten zu den Ermittlungen und dem möglichen Tatmotiv machen Staatsanwaltschaft und Polizei aus ermittlungstaktischen Gründen vorläufig nicht. Guido Scholl