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Panorama EU gibt 400 Millionen Euro für Erdbeben-Opfer in Haiti
Nachrichten Panorama EU gibt 400 Millionen Euro für Erdbeben-Opfer in Haiti
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14:53 18.01.2010
Die EU gibt 200 Millionen Euro für die Erdbeben-Opfer in Haiti.
Die EU gibt 200 Millionen Euro für die Erdbeben-Opfer in Haiti. Quelle: ap
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In Haiti kommt es unterdessen immer häufiger zu Plünderungen und Gewalt. Die Polizei setzte in der Nähe des Präsidentenpalastes Tränengas gegen Plünderer ein.

Die Polizei fuhr in der Hauptstadt Port-au-Prince mit Lastwagen in eine Menge, um Hunderte Menschen auseinanderzutreiben, die versuchten, Güter aus teilweise zerstörten Läden mitgehen zu lassen. Im Elendsviertel Cité Soleil beobachtete ein Reporter, wie ein Bewaffneter einem Motorradfahrer einen Sack Reis raubte.

Im Stadtteil Delmas sammelte sich am Sonntag eine Menschenmenge an den Leichen von zwei mutmaßlichen Plünderern, die von aufgebrachten Einwohner erschlagen worden waren. Vermummte junge Männer zogen mit Macheten durch die Stadtviertel. Die Behörden warnten davor, dass sich die Gewalt weiter ausbreiten könnte. Ein Polizist sagte, es gebe die Anordnung, nur im Notfall auf Menschen zu schießen. „Wir sind zu wenig und diese Leute sind zu verzweifelt.“

Noch 16 Deutsche vermisst

16 Deutsche in Haiti wurden am Montag noch vermisst. Es sei nicht auszuschließen, dass sich unter ihnen weitere Opfer befänden, erklärte das Auswärtige Amt. Bislang wurde ein deutsches Todesopfer bestätigt. Die deutsche Hilfe für die Erdbebenopfer wird derweil intensiviert: So schickt das DRK ein großes mobiles Krankenhaus ins Katastrophengebiet. Das ZDF und „Ein Herz für Kinder“ veranstalten am Dienstagabend eine Spendengala. Das Bündnis Deutschland hilft und das Deutsche Rote Kreuz sprachen von einer großen Spendenbereitschaft, konnten am Montag aber noch keine konkreten Zahlen nennen.

Rettung nach fünf Tagen

Am Sonntagabend gelang es Rettungskräften, aus den Trümmern eines Supermarkts zwei Überlebende zu bergen. Der 30 Jahre alte Mann und die 40-jährige Frau konnten sich von Lebensmitteln des eingestürzten Ladens ernähren. Zuvor hatte ein Polizist gemeldet, drei weitere Menschen seien gerettet worden. Allerdings sank die Chance für die Verschütteten von Stunde zu Stunde.

Unter den Trümmern eines eingestürzten Hotels entdeckten Helfer mit Suchhunden ein 16 Jahre altes Mädchen und bargen es. Auch auf dem Gelände des zerstörten UN-Hauptquartiers in der haitianischen Hauptstadt wurde am Sonntag ein Mitarbeiter aus den Trümmern gerettet. Mindestens 39 seiner Kolleginnen und Kollegen kamen dort aber um - darunter auch der Chef der UN-Mission, Hedi Annabi.

Nach Angaben der Vereinten Nationen haben mehr als 1.700 Rettungskräfte bislang über 70 Menschen lebend aus den Trümmern gerettet. Verschüttete könnten unter optimalen Bedingungen bestenfalls bis Montag überleben, erklärte eine UN-Sprecherin.

Mehr UN-Blauhelme und US-Marineinfanteristen

UN-Generalsekretär Ban Ki Moon sagte am Sonntag bei einem Besuch der zerstörten UN-Mission, das Ernährungsprogramm der Vereinten Nationen wolle eine Million Menschen innerhalb von zwei Wochen Nahrung zur Verfügung stellen. Die Zahl solle in einem Monat verdoppelt werden. Ban rief die verzweifelten Menschen in Haiti zu Geduld auf.

Der Leiter der UN-Friedensmissionen, Alain Le Roy, kündigte an, er werde im Sicherheitsrat beantragen, die Mission mit derzeit 7.000 Soldaten und 2.100 internationalen Polizisten vorübergehend aufzustocken. So habe die benachbarte Dominikanische Republik die Entsendung von 700 Soldaten angeboten. Zudem wurden am Montag weitere US-Marineinfanteristen in Haiti erwartet, um die Hilfsorganisationen bei der Verteilung der Hilfsgüter zu unterstützen.

ap

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Nach dem verheerenden Erdbeben in Haiti hat die Regierung den Notstand in dem zerstörten Karibikstaat ausgerufen. Der Ausnahmezustand gelte bis Ende Januar, teilte der haitianische Minister für Alphabetisierung, Carol Joseph, am Sonntag in der Hauptstadt Port-au-Prince mit.

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