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Panorama Die wichtigsten Antworten zum Gasaustritt
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18:24 28.03.2012
Die Elgin-Gasplattform des französischen Energiekonzerns Total in der Nordsee.
Die Elgin-Gasplattform des französischen Energiekonzerns Total in der Nordsee. Quelle: dpa
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London/Berlin

Was ist das für ein Gas, das dort austritt? 

Der Betreiber der Plattform, der französische Total-Konzern, spricht laut Lutter von einer Mischung aus den Kohlenwasserstoffen Methan, Propan und Butan. Außerdem enthalte es Verunreinigungen durch langkettige Kohlenwasserstoffe, die auch einen öligen Film an der Oberfläche verursachen. Besonders gefährlich ist Schwefelwasserstoff, der ebenfalls enthalten sei. 

Was macht dieses Gas so gefährlich? 

Der Schwefelwasserstoff tötet alles Leben. Fische bekämen Embolien in den Kiemen, wenn sie in die austretenden Gasblasen gerieten. Wegen des Schwefelwasserstoffs spricht der WWF sogar von „Todeszonen“. Der Öl-Film an der Wasseroberfläche ist zudem gefährlich für Wasservögel. Auch die Kohlenwasserstoffe sind problematisch - vor allem in der Atmosphäre. „Methan ist ein echter Klimakiller“, sagte Lutter. In derselben Region gebe es auch ein reines Methan-Leck, aus dem schon seit etwa zehn Jahren Gas sprudele. Das sei nicht giftig, aber ein Treibhausgas. 

Wie breitet sich das Gas aus? 

„Das ist wie eine Sprudelflasche unten am Meeresboden und kommt wohl aus tieferen Schichten“, sagte Lutter. Es sprudele zur Oberfläche, und am Ende verteile es sich in der Luft. Wie stark sich der Gasnebel in verschiedene Richtungen ausbreitet, weiß man derzeit nicht. 

Besteht Explosionsgefahr? 

„Ja, es besteht Explosionsgefahr“, betont der Experte. Deshalb errichtete die Küstenwache bereits eine Zwei-Meilen-Sperrzone für Schiffe und eine Drei-Meilen-Zone für Flugzeuge. „Man hat alles abgeschaltet, was irgendwie Funken schlagen kann“, sagt Lutter. “1988 gab es schon mal eine Situation, da flog eine Bohrinsel in die Luft und 167 Leute starben.“ 

Wie können die Verantwortlichen das Gas jetzt stoppen? 

Dies sei schon allein schwierig wegen der Sperrzonen, betont Lutter. „Wenn nicht mal ein Hubschrauber hinfliegen darf wegen der Explosionsgefahr, ist das dramatisch.“ Generell gebe es aber zwei Möglichkeiten. Entweder müsse man versuchen, das Loch direkt zu stopfen oder Entlastungsbohrungen durchführen. 

Leben in diesem Gebiet besonders gefährdete Tiere? 

Dort leben Lutter zufolge beispielsweise Haie, Rochen und der große Tümmler - „den man als Flipper aus dem Fernsehen kennt.“ Außerdem lägen dort wichtige Nahrungsgründe für Seevögel. 

Besteht auch Gefahr für naheliegende Küsten? 

Zunächst nicht. Lutter vermutet auch, dass das giftige Gas und die relativ geringe Ölmenge das Ufer nicht erreichen werden - die Gasplattform ist etwa 240 Kilometer vom Festland entfernt. Die Nordsee-Strömung bewege sich zudem im Kreis, weshalb sich das Gas vermutlich nicht über sehr weite Strecken ausbreite.

dpa

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