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Panorama Die Rettung: Todkrankes Baby John erhält Zwei-Millionen-Euro-Spritze
Nachrichten Panorama Die Rettung: Todkrankes Baby John erhält Zwei-Millionen-Euro-Spritze
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14:04 22.10.2019
Die Füße eines Babys. Quelle: picture alliance / dpa Themendie
Sebnitz

Lange war Baby Johns Zukunft ungewiss, jetzt gibt es die erlösende Nachricht. Wie die „Bild“ berichtet, bekommt das sieben Monate alte Baby aus Sebnitz in Sachsen eine rettende Spritze – die kostet 2 Millionen Euro. Denn John leidet an einer seltenen Krankheit namens Spinaler Muskelatrophie Typ 1. Dabei handelt es sich um einen genbedingten Muskelschwund, der dazu führt, dass der Betroffene irgendwann nicht mehr atmen kann. Ohne Hilfe wäre das auch bei John der Fall.

Lebenserwartung liegt bei 18 Monaten

Seine Lebenserwartung ohne das rettende Medikament liegt bei gerade einmal 18 Monaten – damit hätte John nicht mehr ein ganzes Jahr zu leben gehabt. Doch auch schon jetzt ist das Leben des sieben Monate alten Babys schwer. Die Krankheit sorgt dafür, dass es seinen Kopf und seine Beine nicht mehr richtig bewegen kann. Und seine Muskeln würden sogar noch schwächer werden.

Am Wochenende mussten die Eltern mit Baby John ins Krankenhaus, seine Blutwerte waren besorgniserregend. Der kleine Körper konnte das Kohlendioxid nicht mehr aus den geschwächten Lungen abgeben. Dadurch war die Sauerstoffsättigung in Johns Blut nicht mehr ausreichend, wodurch er schwach und fast bewegungsunfähig wurde.

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Teuerstes Medikament der Welt ist die Rettung für Baby John

Die Rettung für den todkranken Jungen kann nur das neue Medikament Zolgensma sein, das gerade erst in den USA zugelassen wurde. Die Erfahrungen sind bisher äußerst positiv. Das Medikament wird dabei nur ein einziges Mal verabreicht, durch die Infusion mit Zolgensma wird das defekte Gen ersetzt.

Größtes Problem: Es ist das teuerste Medikament der Welt. Die rettende Infusion kostet 2 Millionen Euro. Johns Eltern können einen solchen Betrag nicht aufbringen, sie baten ihre Krankenkasse AOK Plus um Kostenübernahme.

Das Medikament Zolgensma. Quelle: AP

Am Montagnachmittag kam dann die rettende Nachricht von der Krankenkasse. Die AOK Plus übernimmt die Kosten. „Aus den medizinischen Unterlagen geht hervor, dass speziell im Fall des kleinen John andere Behandlungen nicht mehr anschlagen und sein Überleben bedroht ist. Daher werden wir die Kosten für die Behandlung mit Zolgensma übernehmen“, zitiert die „Bild“ AOK-Plus-Sprecherin Hannelore Strobel.

Eltern überglücklich

Die Eltern des kleinen Johns sind überglücklich über die Nachricht der Krankenkasse. „Wir sind fast sprachlos. Es ist die schönste Nachricht, die wir uns überhaupt vorstellen konnten. Wir sind dem Anwalt und der Krankenkasse so dankbar, dass John geholfen werden kann“, sagt Mama Jana Brandt gegenüber der „Bild“.

Nachdem die Kostenübernahme geklärt ist, kann die Behandlung beginnen. Das Medikament ist in Deutschland noch nicht zugelassen, wurde hier aber bereits verabreicht. Die Infusion rettete einem einjährigen Jungen aus Baden-Württemberg das Leben. Nun werden erste Gespräche mit der Universitätsklinik Dresden geführt.

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