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Panorama Zu viel Nitrat im Grundwasser
Nachrichten Panorama Zu viel Nitrat im Grundwasser
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07:48 25.07.2013
Von Marina Kormbaki
Foto: Kein Trinkwasser? Das Umweltbundesamt warnt: In Grundwasser ist zu viel Nitrat.
Kein Trinkwasser? Das Umweltbundesamt warnt: In Grundwasser ist zu viel Nitrat. Quelle: dpa (Symbolfoto)
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Hannover

„Wir haben es mit einer zwar schwankenden, aber anhaltend hohen Belastungssituation zu tun – hier ist großer Handlungsbedarf“, sagte am Mittwoch ein Sprecher der Behörde gegenüber der HAZ. Der Präsident des Umweltbundesamtes, Jochen Flasbarth, spricht von einem „gravierenden Problem“.

Die Ursache sieht die Behörde in der steigenden Produktion von Gülle bei der Masttierhaltung, aber auch in Gärresten aus Biogasanlagen und dem damit zusammenhängenden Maisanbau. Damit rückt Niedersachsen als wichtigstes deutsches Agrarland in den Blick. Hier verzeichnet man eine deutliche Zunahme des Stickstoffgehalts im Grundwasser, was vor allem an der Intensivtierhaltung im Nordwesten liegt.

Die aktuellsten Zahlen aus dem Landesumweltministerium weisen für rund 60 Prozent des Grundwasservorkommens Nitratwerte auf, die oberhalb der EU-Empfehlungen liegen. Agrarminister Christian Meyer hält die Überdüngung vieler Flächen für eine der Ursachen und will dem jetzt mit einem „Gülle-Kataster“ entgegenwirken: „Jeder Landwirt soll angeben, wo er die in seinem Betrieb anfallende Gülle entsorgt“, sagte der Grünen-Politiker der HAZ. In einer Datenbank, auf die Landkreise und Landwirtschaftskammer zugreifen können, sollen der Tierbestand pro Hof und dessen Düngerfläche erfasst werden, um eine mehrfache Düngung einzelner Flächen zu verhindern. „Wer dagegen verstößt, muss damit rechnen, dass EU-Subventionen gestrichen werden“, sagte Meyer. Erst kürzlich hatte das Landesagrarministerium die Herbstdüngung eingeschränkt: „Gerade nach der Ernte wird mit Gülle gedüngt, ohne dass nachfolgend angebaute Pflanzen die Nährstoffe aufnehmen können“, sagte Meyer. Der Minister betonte, dass die Nitratwerte im Grundwasser bisher nicht das Trinkwasser beeinträchtigten, aber den Wasserverbänden hohe Kosten verursachten.

Das Umweltbundesamt sieht das Bundesagrarministerium in der Pflicht. Es müssten gleichzeitig mehrere Maßnahmen ergriffen werden – indem zum Beispiel die Sperrfristen für Düngemittel mit viel Stickstoff ausgeweitet werden und eine höhere Fruchtfolge vorgesehen wird. Das Haus von Ilse Aigner (CSU) gibt sich gesprächsbereit: „Diejenigen, die eine Novelle der Düngeverordnung fordern, rennen bei uns offene Türen ein“, sagte ein Ministeriumssprecher – und bat um Geduld: „Wir haben bereits den zulässigen Stickstoffüberschuss um ein Drittel reduziert, aber es braucht Zeit, bis das in den Nitratwerten im Grundwasser sichtbar wird.“

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