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Panorama Chemienobelpreis geht an drei Biochemiker
Nachrichten Panorama Chemienobelpreis geht an drei Biochemiker
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14:49 07.10.2009
Der Nobelpreisträger Venkatraman Ramakrishnan, Thomas Steitz sowie Ada Jonath.
Der Nobelpreisträger Venkatraman Ramakrishnan, Thomas Steitz sowie Ada Jonath. Quelle: afp (Archiv)
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Die mit rund 975.000 Euro (zehn Millionen Schwedische Kronen) dotierte Auszeichnung geht zu gleichen Teilen an den in Großbritannien arbeitenden US-Amerikaner Venkatraman Ramakrishnan, an Ada E. Jonath aus Israel und an einen weiteren US-Amerikaner, Thomas A. Steitz, wie die Königlich Schwedische Akademie der Wissenschaften am Mittwoch in Stockholm mitteilte. Die drei haben durch ihre Forschung wichtige Erkenntnisse zu Struktur und Funktionsweise der Ribosomen geliefert.

Ribosomen sind entscheidend dafür verantwortlich, dass der an sich passive DNA-Code in Proteine (Eiweiße) umgesetzt wird, die wiederum die chemischen Abläufe in jedem lebenden Organismus in Gang bringen und am Laufen halten. Zu diesen Eiweißen gehören unter anderem der Sauerstoff-Transporteur Hämoglobin, Antikörper und Hormone wie das Insulin.

Ramakrishnan, Steitz and Jonath fanden heraus, wie Ribosomen aussehen und wie sie auf atomarer Ebene funktionieren. Dazu wandten sie die Methode der sogenannten Kristallstrukturanalyse an, mit der die Lage jedes einzelnen der Hunderttausenden von Atomen dargestellt werden konnte, aus denen ein Ribosom entsteht.

Die genaue Kenntnis der Ribosomen findet unter anderem bei der Behandlung von Krankheiten Anwendung. So basiere die Heilkraft vieler Antibiotika darauf, dass sie die Funktionsweise bakterieller Ribosomen hemmen und das Bakterium in der Folge abstirbt.

Der 1952 in Indien geborene Ramakrishnan arbeitet derzeit am Laboratory of Molecular Biology in Cambridge. Steitz ist Jahrgang 1940 und an der Yale University tätig. Die 1939 geborene Ada E. Jonath forscht am Weizmann Institute of Science im israelischen Rehovot.

Im vergangenen Jahr waren drei Forscher aus den USA und Japan geehrt worden. Osamu Shimomura, Martin Chalfie und Roger Tsien wurden für die Entwicklung eines grün fluoreszierenden Proteins ausgezeichnet, mit dem Interaktionen und Bewegungen ansonsten unsichtbarer Proteine verfolgt und etwa die Verbreitung von Krebszellen studiert werden kann.

Die unabhängige Königlich Schwedische Akademie der Wissenschaften wurde vom Preisstifter Nobel für die Verleihung der Auszeichnungen in den Bereichen Physik und Chemie auserkoren. Seit 1969 bestimmt sie auch den Empfänger des von der Schwedischen Reichsbank gestifteten Wirtschaftsnobelpreises. Der Akademie gehören 350 Schweden und 164 Mitglieder aus anderen Nationen an.

Den ersten Chemienobelpreis nahm Jacobus Henricus van ’t Hoff für seine Entdeckung der Gesetze der chemischen Dynamik und des osmotischen Drucks in Lösungen entgegen. Zu den rund 150 Preisträgern seit 1901 gehört unter anderem Marie Curie, die acht Jahre, nachdem sie 1903 gemeinsam mit ihrem Mann bereits den Physiknobelpreis bekommen hatte, auch noch den Chemienobelpreis erhielt. Maries und Pierres Tochter, Irène Joliot-Curie, folgte wenige Jahre später: Sie bekam die Auszeichnung 1935 gemeinsam mit ihrem Ehemann Frédéric Joliot.

Am Donnerstag (13.00 Uhr) wird der Literaturnobelpreisträger bekanntgegeben. Am Freitag folgt der Friedensnobelpreisträger. Den Abschluss bildet am Montag die Auszeichnung für Wirtschaft. Verliehen werden sämtliche Ehrungen am 10. Dezember, dem Todestag des Stifters Alfred Nobel.

ddp

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