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Panorama Buskatastrophe: Überlebende Deutsche fliegen Samstag nach Hause
Nachrichten Panorama Buskatastrophe: Überlebende Deutsche fliegen Samstag nach Hause
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20:29 19.04.2019
Ilse Everlien Berardo (r.), Pastorin aus Deutschland, gibt ein Interview bei der Trauerfeier für die deutschen Opfer des Busunglücks vor der Presbyterianischen Kirche auf Madeira. Quelle: Andriy Petryna/dpa
Funchal

Nach der Buskatastrophe auf Madeira mit 29 Toten sollen die meisten der überlebenden deutschen Urlauber an diesem Samstag zurück in die Heimat gebracht werden. Das bestätigte Portugals Präsident Marcelo Rebelo de Sousa nach einem Besuch im Krankenhaus Dr. Nélio Mendonça in der Inselhauptstadt Funchal. Die Ursache des Busunglücks auf der Ferieninsel war auch am Karfreitag weiter ungeklärt, Überlebende hatten aber ein Bremsversagen als wahrscheinlich bezeichnet.. Insgesamt wurden zwei Tage nach dem Unfall noch 16 der 28 Verletzten im Krankenhaus von Funchal behandelt.

Davon waren 14 Deutsche sowie der Fahrer und die Reiseleiterin, beides Portugiesen. Die besuchten Patienten hätten große Anerkennung und Dankbarkeit für die Helfer zum Ausdruck gebracht, zitierten portugiesische Medien Sousa. Vom Auswärtigen Amt hieß es zuvor, ein Flugzeug der Bundeswehr stehe für die Rückkehr der Verletzten bereit. Das Krankenhaus empfahl aber, die Verletzten nicht schon am Freitag auszufliegen, wie Miguel Reis von der Klinikleitung sagte.

Überlebende nahmen an Gedenkgottesdienst teil

Überlebende und ihre Angehörigen nahmen am Karfreitag in Funchal an einem Gedenkgottesdienst teil. Zu der Trauerfeier hatte die Pfarrerin der Deutschsprachigen Evangelischen Kirche auf der Atlantikinsel, Ilse Everlien Berardo, in der Kirche Igreja Presbiteriana eingeladen.

Mehr zum Thema: „Menschen flogen durch die Fenster“: So erlebten Insassen die Buskatastrophe

Einige der Gäste hätten deutliche Verletzungen am Körper und im Gesicht gehabt, berichtete die Zeitung „Correio da Manhã“ am frühen Abend. Die 45-minütige Veranstaltung, an der auch Portugals Staatspräsident Marcelo Rebelo de Sousa teilnahm, fand hinter verschlossenen Türen statt. „Portugal trauert, Deutschland trauert, und die Solidarität kommt aus dem Herzen beider Nationen, und nicht nur dieser beiden Nationen“, sagte Berardo vor Beginn der Trauerfeier. „Wir sind dankbar für alle tröstlichen Worte.“

Auf der portugiesischen Atlantik-Insel Madeira ist es zu einem schweren Busunglück gekommen, bei dem mindestens 29 Menschen ums Leben gekommen sind.

Busfahrer konnte noch nicht vernommen werden

In ganz Portugal galt derweil eine dreitägige Staatstrauer. Der Reisebus mit Dutzenden deutschen Urlaubern war am frühen Mittwochabend in dem Ort Caniço von der Straße abgekommen, hatte sich überschlagen und war einen Abhang hinunter auf ein Haus gestürzt. Als Ursache gilt ein Bremsversagen als wahrscheinlich, offizielle Ermittlungsergebnisse gab es aber noch nicht. Die Gruppe wollte zu einem typisch madeirischen Abendessen ins nahe gelegene Funchal und hatte gerade erst das Hotel verlassen, als der Unfall geschah.

Der Bus soll immer schneller geworden sein, während der Fahrer verzweifelt versucht habe, das Fahrzeug zum Halten zu bringen – so hatten es Augenzeugen im portugiesischen Fernsehen geschildert.

Der Busfahrer, der das Unglück schwer verletzt überlebte, konnte portugiesischen Medienberichten zufolge zunächst nicht vernommen werden. Angehörige der überwiegend deutschen Opfer reisten nach Angaben des Reiseveranstalters Trendtours auf die Insel, wo der Bus am Mittwoch einen Abhang hinunter auf ein Haus gestürzt war.

Auch am Freitag gab es zunächst keine offizielle Bestätigung der Bundesregierung, ob die Todesopfer – nach portugiesischen Berichten 11 Männer und 18 Frauen – ausschließlich Deutsche waren. Nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur sind wahrscheinlich 27 der 29 Toten deutsche Staatsangehörige. Portugiesische Medien meldeten, auch zwei Einheimische könnten ums Leben gekommen sein.

Von RND/dpa