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Panorama Blinder Passagier rast auf Zugtrittbrett durch die Nacht
Nachrichten Panorama Blinder Passagier rast auf Zugtrittbrett durch die Nacht
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11:49 14.02.2012
Foto: Bei Eiseskälte war ein Schwarzfahrer auf dem Trittbrett eine Lokomotive unterwegs.
Bei Eiseskälte war ein Schwarzfahrer auf dem Trittbrett eine Lokomotive unterwegs. Quelle: dpa (Symbolbild)
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Hannover/Rathenow

Weil ihm das Geld für eine Fahrkarte fehlte, hat sich ein Holländer einen ebenso ungewöhnlichen wie gefährlichen Platz für seine Bahnreise in die Heimat gesucht. Der 26-Jährige hockte in der Nacht zu Dienstag bei Tempo 200 auf einem Trittbrett am Nachtzug Berlin - Amsterdam.

Eine Zugbegleiterin des „Euronight“ habe eine halbe Stunde nach der Abfahrt in Berlin zufällig durch ein Fenster Richtung Lokomotive geblickt und dabei den illegalen Passagier entdeckt, sagte ein Sprecher des Bundespolizei in Hannover. Der junge Mann kauerte auf einem Trittbrett, das für Wartungsarbeiten hinten an der Lok angebracht ist, und hielt sich an einem Haltegriff fest.

Die Mitarbeiterin habe ihren Augen nicht getraut, sagte Polizeisprecher Martin Ackert. Sie habe den Lokführer alarmiert. Daraufhin legte der „Euronight“ in der Nähe von Rathenow (Brandenburg) einen Nothalt ein.

Das Personal holte den völlig durchgefrorenen und erschöpften blinden Passagier ins Innere des Nachtzuges, ließ ihn in einem Abteil schlafen und übergab ihn in Hannover der Polizei. Der junge Mann muss jetzt mit einem Strafverfahren wegen Schwarzfahrens rechnen.

Die Fahrt des 26-Jährigen war nicht nur illegal, sondern auch extrem gefährlich. „Er hat sich vermutlich nicht klar gemacht, dass er sein Lebens aufs Spiel gesetzt hat“, sagte Ackert. Ein ähnlicher Fall, bei dem ein blinder Passagier bei eisiger Kälte und extrem hohem Tempo außen an einem Zug mitfährt, sei zumindest bei der Bundespolizei in Hannover nicht bekannt. Die Aktion des Holländers sei auch nicht mit dem vor allem durch Übermut geprägten sogenannten S-Bahn-Surfen von Jugendlichen zu vergleichen.

Eine Verständigung mit dem blinden Passagier sei im übrigen kaum möglich gewesen, sage Ackert. „Er sprach nur holländisch“. Nach der Vernehmung schickte die Bundespolizei den jungen Mann zur Bahnhofsmission. Dort konnte am Dienstag niemand zum weiteren Schicksal des Mannes Auskunft geben.

dpa

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