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Panorama Amoklauf-Opfer schweben nicht mehr in Lebensgefahr
Nachrichten Panorama Amoklauf-Opfer schweben nicht mehr in Lebensgefahr
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12:26 18.09.2009
Blumen und Kerzen am Gymnasium in Ansbach.
Blumen und Kerzen am Gymnasium in Ansbach. Quelle: ddp
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"Unter anderem war dort die Rede von einer Apokalypse“, sagte Oberstaatsanwältin Gudrun Lehnberger. Sie bestätigte zudem Berichte, dass der Schüler vor seiner Tat in psychotherapeutischer Behandlung war.

Der Schüler hatte am Donnerstag am Ansbacher Carolinum Gymnasium acht Mitschüler und einen Lehrer verletzt. Zwei Schülerinnen einer zehnten Klasse erlitten schwere Verletzungen. Einem Mädchen fügte der 18-Jährige der Oberstaatsanwältin zufolge mit einer Axt am Kopf lebensgefährliche Verletzungen zu. Sie erlitt ein schweres Schädel-Hirn-Trauma. Sie schwebt aber nicht mehr in Lebensgefahr. Die zweite Schülerin erlitt Brandverletzungen zweiten Grades.

Wann der Täter vernommen werden könne, sei noch völlig unklar, sagte Lehnberger. Der 18-Jährige war am Donnerstagmorgen nach seinem Amoklauf durch mehrere Polizeikugeln getroffen worden. Der Schüler der 13. Jahrgangsstufe wurde operiert, war aber auch am Freitagvormittag noch nicht ansprechbar.

Mitschüler beschrieben den Täter Georg R. als ruhigen und verschlossenen Außenseiter. Sein Verhalten sei „komisch“ und „zurückhaltend“ gewesen, hieß es. Er soll wegen seines Aussehens von Mädchen gehänselt worden sein. Eine Mitschülerin sprach sogar von Mobbing.

Zwischen 100 und 150 Schüler fanden sich am Freitagmorgen in der Turnhalle der Schule ein, wo sie von Seelsorgern betreut wurden. Der Notfallseelsorger Thomas Barkowski beschrieb die Stimmung als sehr ernst, viele Schüler lägen sich in den Armen, einige weinten. „Viele realisieren erst schrittweise, was wirklich passiert ist“, erläuterte er.

Politiker und Lehrerverbände lobten am Freitag das Verhalten der beteiligten Schüler und Lehrer am Ansbacher Gymnasium, durch das Schlimmeres verhindert worden sei. Justizministerin Beate Merk (CSU) ging davon aus, dass im Laufe des Tages ein Haftbefehl gegen den 18-Jährigen wegen versuchten Mordes beantragt werde. Der Präsident des Bayerischen Lehrer- und Lehrerinnenverbandes (BLLV), Klaus Wenzel, forderte weitergehende technische Maßnahmen, um bei Amokläufen zukünftig noch schneller reagieren zu können.

ddp