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Panorama 77-Jähriger muss Führerschein abgeben
Nachrichten Panorama 77-Jähriger muss Führerschein abgeben
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20:08 14.09.2009
Von Karl Doeleke
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Die Autobahn 7 in Richtung Norden musste vollständig gesperrt werden, wie die Polizei am Montagmorgen mitteilte. Zwei Streifenwagen stoppten den „offenbar verwirrten“ Mann nach dessen 17 Kilometer langen Irrfahrt am Dreieck Salzgitter. Zu Unfällen sei es nicht gekommen, obwohl der Mann auch eine Baustelle mit verengter Fahrbahn passiert hatte. Mit einem Motorradfahrer sei der 77-Jährige „um ein Haar“ kollidiert, sagte ein Polizeisprecher. Der Zweiradfahrer konnte bisher nicht vernommen werden, weil er 15 Kilometer weiter nördlich verunglückte und derzeit im Krankenhaus liegt.

Nach Angaben einer Polizeisprecherin stellte sich in der späteren Vernehmung heraus, dass der 77-Jährige bereits am Sonntagnachmittag von seiner Familie als vermisst gemeldet worden war. Der Rentner hatte eigenen Angaben zufolge eine Bekannte in Braunschweig besuchen wollen. Als er ihre Adresse nicht finden konnte, erwischte er auf dem Rückweg in den Kreis Friesland an der Anschlussstelle Hildesheim offenbar die falsche Abfahrt. Dem Mann wurde unter Protest vorläufig der Führerschein abgenommen. Der Sohn holte den 77-Jährigen später mit dem Auto ab.

Auf den Rentner kommt ein Strafverfahren wegen gefährlichen Eingriffs in den Straßenverkehr zu, in dessen Verlauf ihm vom Strafrichter die Fahrerlaubnis für bestimmte Zeit entzogen werden könne, sagt der ADAC-Vertragsanwalt Thomas Winterhoff aus Hannover. Verlangt der Mann seinen Führerschein nach Ablauf der Sperre zurück, wird er bei der Straßenverkehrsbehörde nachweisen müssen, dass er noch in der Lage ist, ein Fahrzeug sicher zu führen. Möglich sei aber auch, dass das Strafverfahren gegen den Mann eingestellt werde, wenn er seinen Führerschein freiwillig abgebe.

Grundsätzlich brauche es auch bei älteren Menschen wie dem 77-Jährigen, der laut Polizei einen „offenbar verwirrten Eindruck“ gemacht hat, immer einen konkreten Anlass, um die Fahrtüchtigkeit zu überprüfen. „Es gibt bei Privatpersonen keine bloß vom Alter abhängende Prüfung“, sagt Winterhoff. Anlass kann eine Straftat im Straßenverkehr sein. Dazu kann es auch dann kommen, wenn einer Streife jemand durch unsichere oder grobe Fahrweise auffalle.

Laut ADAC geht gerade von ältere Menschen keine erhöhte Gefahr im Straßenverkehr aus. „Die 18 bis 24-Jährigen sind ein viel größeres Problem“, sagt ADAC-Sprecher Roman Mölling.