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Panorama 16-jährige Seglerin Jessica zurück in Sydney
Nachrichten Panorama 16-jährige Seglerin Jessica zurück in Sydney
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19:43 16.05.2010
Unter dem Jubel Tausender Fans ist die jüngste Weltumseglerin aller Zeiten am Sonnabend mit ihrer Jacht „Ella´s Pink Lady“ im Hafen von Sydney eingelaufen.
Unter dem Jubel Tausender Fans ist die jüngste Weltumseglerin aller Zeiten am Sonnabend mit ihrer Jacht „Ella´s Pink Lady“ im Hafen von Sydney eingelaufen. Quelle: afp
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„So viele Gesichter, so viele Farben, so viel Lärm – das war alles überwältigend“, sagte sie später. Ein richtiges Bett und frisches Obst waren ihre größten Wünsche. Watson machte nach dem Marathon-Törn einen fitten Eindruck. Morgen feiert sie ihren 17. Geburtstag.

„Jessica in den Hafen fahren zu sehen, das war einer der historischen Gänsehaut-Momente für die ganze Nation, die in jeder Generation nur einmal vorkommen“, sagte Anna Bligh, Premierministerin des Bundesstaates Queensland, aus dem Jessica kommt. Vor sieben Monaten hatte sie noch anders gedacht. Bligh gehörte zu denen, die die Eltern als unverantwortlich kritisiert hatten, weil sie das Mädchen am 18. Oktober ziehen ließen.
Leicht schwankend ging Jessica am berühmten Opernhaus an Land und fiel ihren Eltern in die Arme. Dann schritt sie über einen 100 Meter langen rosafarbenen Teppich, an dessen Ende Premierminister Kevin Rudd auf sie wartete. „Willkommen auf festem Boden, Jess“, sagte Rudd. „Du bist jetzt vielleicht noch wacklig auf den Beinen, aber für uns stehst du aufrecht da, als unsere neueste australische Heldin.“

Keck widersprach die Schülerin gleich dem Regierungschef: „Ich betrachte mich nicht als Heldin“, sagte sie. „Ich bin ein ganz normales Mädchen, das an seinen Traum geglaubt hat. Man muss niemand Besonderes sein, um etwas Außergewöhnliches zu schaffen. Man braucht nur einen Traum, man muss dran glauben und hart arbeiten.“ Watsons Stimme war heiser, so, als habe sie lange nicht mehr gesprochen. Sie hatte ihre Stimme hin und wieder mit Liedern trainiert, die sie in einsamen Stunden lauthals in den Wind sang.

Jessica war am Mittag mit einiger Verspätung in den Hafen von Sydney eingelaufen. Auf den letzten Kilometern riss ihr bei einer steifen Brise noch ein Segel, sodass sie nicht so schnell vorankam wie gedacht. Als ihre Zehn-Meter-Jacht dann endlich in Sicht kam, brandete großer Jubel ihrer Fans auf.

Hunderte Boote waren im Hafen und begleiteten die Jacht auf den letzten paar hundert Metern zum Anleger. Noch bevor sie einen Fuß an Land setzte, gingen allerdings Zollbeamte an Bord: Vorschriften sind Vorschriften, denn obwohl Jessica nie einen Hafen angesteuert hatte, prüften sie, ob sie nicht vielleicht Drogen oder Tiere an Land schmuggeln wollte.

Als nächstes ließ die 16-Jährige ihren Landsmann Jesse Martin an Bord. Er hatte 1999 in 327 Tagen die Welt als Jüngster umsegelt und feierte mit Jessica den Erfolg. Sein Rekord steht in den Annalen des Verbandes, der Segelrekorde registriert. Dort wird Jessica nicht landen: Erstens, weil der Verband die Kategorie „jüngster Weltumsegler“ inzwischen abgeschafft hat, und zweitens, weil ihre Route um ein paar hundert Seemeilen kürzer war als die Mindestdistanz, die der Verband als Weltumseglung akzeptiert. Eine Kontroverse darüber hatte ihren Triumph vergangene Woche überschattet. Ihr Team tat das als Spielverderberei ab. Tausende Fans sahen das genauso.

Hinter Jessica liegen jede Menge brenzlige Situationen. Die meisten passierten, als sie schon fast zu Hause war. An der Südküste Australiens geriet sie in schwere Gewitterstürme, vor Tasmanien warfen zehn Meter hohe Wellen die Jacht fast um.

Christiane Oelrich