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11:17 11.11.2013
Foto: Mal krakeelig, mal belehrend: Trolle suchen Aufmerksamkeit im Netz.
Mal krakeelig, mal belehrend: Trolle suchen Aufmerksamkeit im Netz. Quelle: dpa
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Hässlich und gemein treibt der Troll sein Unwesen in den Diskussionsforen des Internets. Beleidigende oder unsachliche Kommentare zu posten ist sein schönster Zeitvertreib. Zwei Arten von Trollen unterscheidet die Medienjournalistin und Bloggerin Ulrike Langer: „Krakeeler, oft unflätig, und Belehrer. Letztere schreiben oft ellenlange, schwer verständliche Ausführungen, die selten etwas mit dem Thema zu tun haben.“ Der Krakeeler motzt oder meckert dagegen nur herum, kann Diskussionen aber ebenso schnell aus der Bahn werfen.

Trolle seien kindisch, egoistisch und oft narzisstisch veranlagt, sagt Langer: „Die Welt des Trolls dreht sich um ihn selbst.“ An konstruktiven Diskussionen sei er nicht interessiert. „Sie sind für ihn nur ein Mittel, um Aufmerksamkeit auf sich zu lenken.“ Diese Suche nach Aufmerksamkeit ist es auch, die dem Troll seinen Namen gibt: Er bezieht sich auf den englischen Begriff für das Schleppangeln mit Köder: „trolling with bait“. Köder des Trolls sind provokante Äußerungen, die andere Nutzer herausfordern sollen.
„Don’t feed the troll“, lautet dementsprechend die oberste Regel zum Umgang mit ihm: nicht füttern, sondern ignorieren. „Falsche Behauptungen zu korrigieren oder zu argumentieren hilft bei echten Trollen nicht“, sagt die Expertin. Tobt ein Troll sich zu sehr aus, müssen Blogger oder Foren-Moderatoren im Zweifelsfall von ihrem Hausrecht Gebrauch machen und die Kommentare löschen.

Um sich davor zu schützen, in endlose Diskussionen mit einem Troll zu geraten, empfiehlt Langer, Kommentarspalten oder Webseiten zu meiden, auf denen sich Trolle tummeln. „Mir ist meine Zeit viel zu wertvoll, als dass ich sie auf ungepflegt wirkenden Kommentarseiten vergeuden würde“, sagt die Expertin.

Zuständig für die Diskussionskultur auf ihren Seiten sind die jeweiligen Administratoren. Tipps für sie hat die Fachzeitschrift „MediumMagazin“ zusammengestellt. Demnach sollten sich Blog- und Foren-Wächter nicht auf die Störer konzentrieren, sondern eher mit denen diskutieren, die wirklich etwas zu sagen haben. Entspricht ein Beitrag nicht den Regeln, löschen die Administratoren ihn am besten mit einer kurzen Begründung, in Ausnahmefällen auch mit einem persönlichen Kommentar. Nimmt die anonyme Schmähkritik überhand, sollten Webseitenbetreiber ruhig Mut zur klaren Linie zeigen, rät die Zeitschrift: Eventuell hilft dann nur noch ein Klarnamenzwang.

Allerdings kann die Macht der Administratoren, Regeln einzuführen, den Widerspruchsgeist der Trolle auch wecken. „Typische Admins versuchen, Wände gegen die Trolle einzuziehen“, sagt Alexander Glück, Autor von „Handbuch für den Forentroll“. Diese Regulierungswut zeige sich oft dann, wenn Forennutzer Ansichten vertreten, die die Administratoren nicht teilen. In solchen Fällen könne die Trollerei ein Zeichen dafür sein, dass bei der Moderation etwas falsch läuft. Allzu großer Konsens könne die Trolle aber auch erst anlocken, sagt Glück.

Die gemeinsame Auseinandersetzung mit einem Troll kann eine Community allerdings zusammenschweißen. Es kann also gute Gründe geben, den Störenfried nicht sofort auszuschließen. Buchautor Glück plädiert sogar dafür, Trolle zu integrieren: „Administratoren sollten sie nicht immer nur als Störer sehen, sondern ihre Kommentare positiv aufnehmen“, sagt er. „Dann kann sich der Troll in ein normales Forenmitglied verwandeln.“

 dpa

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