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Medien & TV Tatort in Wien: So abstrus ist „Glück allein“
Nachrichten Medien & TV Tatort in Wien: So abstrus ist „Glück allein“
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16:39 28.05.2019
Mord in Politkreisen: (v. l. n. r.) Eisner (Harald Krassnitzer), Fellner (Adele Neuhauser) und Kommissarin Julia Soraperra (Gerti Drassl) sprechen mit dem Politiker Cornelius Obonya (Raoul Ladurner). Quelle: Foto: Hubert Mican/ARD
Wien

Trautes Heim, Glück allein – davon hat vielleicht auch mal der Abgeordnete Raoul Ladumer (Cornelius Obonya) geträumt. Doch aus dem Traum wird plötzlich ein Albtraum: Als Ladumer eines Abends von einer Nationalratssitzung zurückkehrt, findet er seine Frau durch Messerstiche getötet. Und auch seine zehnjährige Tochter ist so schwer verletzt, dass sie im Krankenhaus in ein künstliches Koma versetzt werden muss.

Tatort – Glück allein“ – Der Innenminister pfeift das Duo zurück

Ein grausames Verbrechen und natürlich eigentlich ein Fall für die erfahrenen Ermittler des Bundeskriminalamtes, Moritz Eisner (Harald Krassnitzer) und Bibi Fellner (Adele Neuhauser). Eigentlich, denn als die zwei zum Tatort aufbrechen wollen, werden sie von ihrem Vorgesetzten Ernst Rauter (Hubert Kramer) sofort zurückgepfiffen.

Der Innenminister hat sich nämlich höchstpersönlich eingeschaltet und wünscht sich als Ermittlerin die Inspektorin Julia Soraperra („Vorstadtweib“ Gerti Drassl), weil sie wie der Abgeordnete aus Tirol stammt. Eisner und Fellner wundern sich, fahren aber natürlich trotzdem zum Ort des fürchterlich blutigen Geschehens.

So beginnt der neue Wiener-„Tatort – Glück allein“, den die österreichisch-argentinische Regisseurin Catalina Molina nach einem Drehbuch von Uli Brée inszeniert hat. Und der guten Darsteller hat und von seinen schwarzhumorigen, selbstironischen, bisweilen sogar absurden Dialogen lebt.

Tatort – Glück allein“ – Eisner und Fellner in ungewohnter Harmonie

Besonders das rhetorische Geplänkel zwischen Eisner und Fellner ist wieder einmal sehr unterhaltsam. Zudem sind die sympathischen Ermittler noch in keinem ihrer Fälle so harmonisch miteinander umgegangen. Wobei diesmal Fellner ihren offenbar berufsbedingt mürrischen Kollegen oft zurückhalten muss, vor allem wenn er den von ihm gehassten Abgeordneten Ladumer befragt.

Für Eisner ist dieser Karrierepolitiker nämlich eine recht zwiespältige Figur, der sich nach außen als großer Saubermann, als „selbst ernannte Reinigungskraft der Nation“, darstellt, aber in Wirklichkeit arg viel Dreck am Stecken hat. Und ein bisschen hat man beim Zuschauen den Verdacht, dass bei dieser Figur womöglich FPÖ-Politiker Pate gestanden haben.

Eisner traut Ladumer jedenfalls alles zu, sogar dass er seine Frau selber erstochen hat. Allerdings sprechen die Indizien am Tatort eher für einen Einbruch mit fatalsten Folgen. Aber selbst Fellner hält es für ziemlich unwahrscheinlich, dass ein Einbrecher mit solcher Brutalität vorgeht. Und dann ist da ja noch die Frage, warum sich eigentlich der Innenminister in die Ermittlungen eingeschaltet hat.

Tatort – Glück allein“ – Politische Einmischung gehört zur Folklore

Politische Einmischung in ihre polizeiliche Arbeit kennen die beiden Ermittler zwar zur Genüge, offenbar gehört sie zur österreichischen Folklore irgendwie dazu, dennoch ist der Vorgang in diesem Fall ziemlich merkwürdig. Übrigens genau wie die Rolle, die die seltsam nervöse Inspektorin Soraperra spielt, die ein sehr inniges Verhältnis zum Abgeordneten hat.

Doch Soraperras Ermittlungen führen schnell zu einem Erfolg. Als Einbrecher wird ein ukrainischer Ganove überführt und festgenommen. Und beim Stichwort „Ukraine“ sieht der Abgeordnete sofort rot. Für ihn steht jetzt fest, dass eine ukrainische Unternehmerin, gegen die er in einem Untersuchungsausschuss ermittelt hat, die Drahtzieherin der Tat ist.

Als Eisner daraufhin die Frau befragt, deutet sie jedoch wiederum an, dass hinter dem Mord der Abgeordnete selber steckt. Und als dann auch noch der festgenommene Einbrecher in seiner Zeller erhängt aufgefunden wird und sich bei der Obduktion dieser vermeintliche Selbstmord als Mord entpuppt, ist das Ermittlungs-Chaos endgültig perfekt.

Tatort – Glück allein“ – Manches kommt zu abstrus daher

Aber es kommt noch heftiger. Auch für den Zuschauer, der arge Mühe hat diese zuweilen hanebüchene Geschichte, dieses unglaubliche Wirrwarr aus Intrigen, Lügen und Liebe, zu durchschauen. Übrigens auch aus sprachlichen Gründen, da besonders norddeutsche Ohren den im „gemäßigten“ Dialekt gesprochenen Dialogen nicht immer folgen können. Auch darunter leidet die Spannung dieses Films.

Schlimmer noch ist, dass einiges so übertrieben, ja abstrus daherkommt, dass man es einfach nicht glauben mag. Zwar ist in Österreich, wie wir jüngst gelernt haben, fast alles möglich, aber was hier dem Zuschauer aufgetischt wird, traut man unseren Nachbarn dann doch nicht zu.

Von Ernst Corinth/RND

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