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Medien & TV „Tatort“ aus Köln: Und es hat wumm gemacht
Nachrichten Medien & TV „Tatort“ aus Köln: Und es hat wumm gemacht
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19:42 31.03.2019
Ohne Pause: Im Präsidium verschaffen sich die Kommissare Max Ballauf (Klaus J. Behrendt, links) und Freddy Schenk (Dietmar Bär) einen Überblick über die bisherigen Ermittlungsergebnisse im Falle der Bombenexplosion. Quelle: Foto: Martin Valentin Menke/WDR
Köln

Endlich sagt es mal einer: Pausen sind äußerst wichtig – auch und gerade während der Arbeit. Und der gute Jütte (Roland Riebeling) lässt sie sich daher auch nicht von seinen Chefs, Ballauf und Schenk, nehmen. Ganz im Gegenteil, er isst einfach in Ruhe sein Brot weiter, während die beiden Kommissare im Büro mal wieder große Hektik verbreiten und noch nicht einmal Zeit haben für die früher obligatorische Wurst an der kultigen Imbissbude am Rheinufer. Norbert Jüttes wirklich vorbildlicher Kampf um Ruhepausen ist ein netter Running Gag in diesem „Tatort“ aus Köln, dem 75. Fall des Duos Max Ballauf (Klaus J. Behrendt) und Freddy Schenk (Dietmar Bär). Und wie in den meisten ihrer Fälle liefern die zwei Ermittler auch unter der Regie von Thomas Stiller mal wieder grundsolide, aber leider wenig spannende Krimiarbeit ab.

Dabei ist das Thema der Folge „Bombengeschäft“ eigentlich hochexplosiv. Es geht um Blindgänger aus dem Zweiten Weltkrieg, die noch in großen Mengen vor allem im Boden von Großstädten schlummern und heute immer wieder für Evakuationen sorgen. Wer beispielsweise in Köln bauen will, braucht daher einen Nachweis über die Kampfmittelfreiheit im Boden, der anhand von Luftaufnahmen recht kostspielig erstellt wird. Und das kann natürlich letztlich auch teure Auswirkungen haben auf das gesamte jeweilige Bauprojekt. Soweit das Prozedere.

Es sollte gar nicht wumm machen

Für das Entschärfen der explosiven Funde ist die Kampfmittelbeseitigung zuständig. In das Milieu der Männer und Frauen, die diesen gefährlichen Job machen, führt dieser „Tatort“. Los geht es gleich mit dem Fund einer fünf Zentner schweren amerikanischen Fliegerbombe, die bei Bauarbeiten im letzten Moment entdeckt wird.

Entschärft wird sie vor Ort von Sprengmeister Peter Krämer (Beat Marti) und seiner Kollegin Katharina (Isabel Thierauch). Für die beiden ist das ein reiner Routinejob, um den Abtransport kümmert sich Krämer allein. Und dann macht es plötzlich wumm. Die eigentlich entschärfte Bombe geht hoch, und vom Sprengmeister bleibt so gut wie nichts übrig. Bilder dieses Vorfalls bleiben dem Zuschauer zum Glück erspart. Da Krämer ein sehr erfahrener Sprengmeister gewesen ist, kann sich keiner den vermeintlichen Unfall erklären.

Ein hübscher Strauß Verdächtiger

Auch nicht sein Chef (Ralph Herforth) und dessen Sohn (Adrian Topol), der ebenfalls in der Firma arbeitet. Und ebenfalls Ballauf und Schenk sind anfangs völlig ratlos. Als dann jedoch bei der Obduktion der wenigen Leichenteile ein Metallsplitter entdeckt wird, der von einer modernen Handgranate stammt, steht fest, dass es sich um Mord oder Selbstmord handeln muss. Und das altbewährte Ermittlerduo macht sich routiniert an die Arbeit. Es folgen also die üblichen Zeugenbefragungen, die anschließenden Beratungen im kleinen Kreis, bei denen alles noch einmal überflüssigerweise zusammengefasst wird. Und trotz des eher bedächtigen Tempos des Films gibt es sehr schnell die ersten Verdächtigen mit den gängigen Motiven: Geldgier, Eifersucht, Rache oder Streit.

So hatte beispielsweise Krämer eine Affäre mit seiner Kollegin. Seine Witwe (Alessija Lause) hat allerdings auch so ihre Geheimnisse, die es zu ergründen gilt. Zumindest hat sie eine äußerst seltsame Beziehung zu einem ehemaligen Kollegen (Sascha Alexander Gersak) ihres Mannes, der nach einem Zwischenfall mit einer Tretmine im Rollstuhl sitzt. Der Sohn des Firmenchefs ist spielsüchtig, hat Schulden und vermutlich ein Gefälligkeitsgutachten für einen Immobilienunternehmer (Marco Hofschneider) erstellt. Und der Kampfmittelbeseitiger Krämer schließlich hat selbst bei einem Grundstückskauf erst einen alten Freund (Thomas Darchinger) ausgebootet, um dann später plötzlich vom Kauf wieder zurückzutreten.

Klassisches Mörder-Ratespiel

Es gibt also einen richtig schönen Reigen von Verdächtigen, aber dennoch bleiben diese durchweg interessanten Figuren im Film äußerst blass, genau wie die leider nur viel zu kurz angerissenen alten und aktuellen Konflikte zwischen ihnen.

Stattdessen wird bei den leider wenig aufregenden Ermittlungen einer nach dem anderen von den Kommissaren ordentlich ausgesiebt, bis schließlich nach bewährtem Muster der Täter oder die Täterin übrig bleibt. Und das ist dann auch keine Überraschung mehr. Kurzum: Alles in allem ein durchschnittlicher Krimi, der nicht wirklich bombig ist. Das Kölner Duo könnte vielleicht Jüttes Vorbild folgen und sich mal eine kreative Pause gönnen.

Von Ernst Corinth/RND

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