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Medien & TV „Tagesschau“: Hier geht es um Sekunden
Nachrichten Medien & TV „Tagesschau“: Hier geht es um Sekunden
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18:00 14.07.2019
Ist bereits seit 1985 bei der „Tagesschau“: Chefsprecher Jan Hofer im Studio. Quelle: Foto: Thorsten Jander/NDR
Hamburg

In jedem Raum, auf jedem Flur hängt eine elektronische Uhr mit Sekundenanzeige. In dem Hamburger Gebäude nahe dem Tierpark Hagenbeck wird jeden Tag die „Tagesschau“ erstellt, die um 20 Uhr knapp zehn Millionen Menschen im Ersten sehen.

13 Uhr

Die Chefs vom Dienst, an diesem Tag sind das Andreas Hummelmeier und Carmen Jakobs, sind bereits da – sie sind an diesem Tag für die Sendungen um 16, 17 und 20 Uhr verantwortlich. An ihrer Seite haben sie mehrere Redakteure. In einer Konferenz werden die Themen besprochen. Alle Absprachen seien aber vorläufig, erklärt Hummelmeier. Noch während der Sendung könnte ein Beitrag ausgetauscht werden. „Wir haben keinen Redaktionsschluss.“

13.15 Uhr

Zwei Redakteure werden auf ein Thema angesetzt, einer ist für den Beitrag zuständig, einer für das Schreiben der Moderation, die an diesem Abend Jens Riewa übernimmt. „Die Nachrichtensprecher schreiben die Texte nicht selbst, sondern tragen sie vor, bestmöglich natürlich“, sagt Marcus Bornheim (45), stellvertretender Chefredakteur der ARD-Aktuell-Redaktion, ab 1. Oktober dann Chefredakteur. Trotzdem hätten sie eine wichtige „Übermittlerfunktion“. Das sieht auch Chefnachrichtensprecher Jan Hofer so: „Die Arbeit der gesamten Redaktion hängt davon ab, dass alles sauber und fehlerfrei präsentiert wird“, sagt er. Hofer ist bereits seit 1985 bei der „Tagesschau“. Ob der 69-Jährige ans Aufhören denkt? „Mein Vertrag läuft Ende 2020 aus, und dann sehen wir weiter.“

Das Schreiben der Moderationen übernehmen die Redakteure. „Wir sind eine Kopfredaktion, die meisten Beiträge entstehen bei unseren Korrespondentinnen und Korrespondenten“, erklärt Hummelmeier. Die Redakteure in Hamburg filmen und sprechen die Beiträge nicht selbst ein, sondern besprechen sie mit den Korrespondenten oder ändern teilweise aus der Redaktion etwas.

15.55 Uhr

Hummelmeier sitzt im Regieraum. „Jetzt machen wir Fernsehen“, sagt er. Auf den Bildschirmen an den Wänden sind unter anderem das ARD-Programm und der Aufnahmeraum, in dem Moderatorin Susanne Holst bereitsteht, zu sehen.

16 Uhr

Eine Lampe mit der Aufschrift „On Air“ leuchtet, die Sendung startet. Einmal schlägt Hummelmeier die Hände vor den Kopf: Alexander Dobrindt wurde als CDU- statt CSU-Vorsitzender bezeichnet. Für die nächste Sendung wird das geändert.

16.47 Uhr

Draußen gewittert es. Die „Tagesschau“-Mitarbeiter haben nichts zu befürchten: „Wir haben ein eigenes Notstromaggregat“, sagt Jakobs. Aber was, wenn den Sprechern etwas passiert, wie zuletzt bei Jan Hofers Schwächeanfall? Entweder könne der Off-Sprecher übernehmen oder die Sendung werde mit einem Abspann beendet, sagt Hummelmeier.

18 Uhr

Die 17-Uhr-Sendung ist durch. Einem Redakteur fällt auf, dass in drei für 20 Uhr geplanten Beiträgen Merkel zu sehen ist. Das wird geändert.

19.40 Uhr

Nachrichtensprecher Riewa kommt in das Büro und liest die Moderationstexte zur Probe vor. Dann geht er in den Aufnahmeraum. „Das System berechnet vorab, wie schnell die Sprecher in der Regel einen Text vorlesen“, erklärt Hummelmeier.

20 Uhr

Der „Tagesschau“-Gong ertönt. Die Sendung startet, ein eingeplanter Beitrag zu Frauendemos in der Schweiz fehlt noch.

20.06 Uhr

Hummelmeier gibt Anweisung, dass ein Alternativbeitrag eingeplant werden soll.

20.10 Uhr

Hummelmeier bekommt den Hinweis, dass der Beitrag da ist, und gibt schnell, aber ruhig Anweisung, den Beitrag einzuspielen. „Den Kollegen Riewa bitten, etwas anzuziehen“, sagt Hummelmeier. Riewa spricht daraufhin etwas schneller.

20.17 Uhr

„Wer war denn hier aufgeregt?“, eröffnet Hummelmeier scherzhaft die Nachbesprechung. Und gibt dann zu, aufgrund der Hektik nicht so sehr auf den Rest der Sendung geachtet zu haben. Riewa kritisiert die Off-Sprecherin eines Erklärstücks, Jakobs und andere Redakteure sehen das anders und diskutieren stattdessen die Platzierung des Stücks – sind aber insgesamt zufrieden mit der Sendung. Feierabend.

Von Hannah Scheiwe

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