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Medien & TV Online-Petition soll „Wetten, dass..?“ retten
Nachrichten Medien & TV Online-Petition soll „Wetten, dass..?“ retten
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17:24 06.04.2014
Foto: Zeit zum Abbauen: Produktionsassistenten am Set von „Wetten, dass..?“ nach der Sendung in Offenburg.
Zeit zum Abbauen: Produktionsassistenten am Set von „Wetten, dass..?“ nach der Sendung in Offenburg. Quelle: Sebastian Kahnert
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Berlin

Am späten Samstagabend um 22.55 Uhr hatte „Wetten, dass..?“-Moderator Markus Lanz für das ZDF-Publikum eine faustdicke Überraschung parat: „Das war 'Wetten, dass..?' aus Offenburg“, sagte der 45-Jährige mitten in den Abschiedsapplaus hinein. „Wir gehen jetzt in die Sommerpause und sehen uns am 4. Oktober wieder mit den letzten drei Ausgaben von 'Wetten, dass..?'“. Kurze, knappe Worte für einen langen Abschied.

„Der Rückgang der Zuschauerzahlen zeigt, dass sich die Sehgewohnheiten verändert haben und das Format an Anziehungskraft verloren hat“, begründete Programmdirektor Norbert Himmler den Schritt seines Senders in einer ZDF-Mitteilung. „Es ist uns nicht leicht gefallen, einen Klassiker wie 'Wetten, dass..?' vom Schirm zu nehmen.

Lanz bedauerte, dass "Wetten, dass..?" nicht mehr mit der Entwicklung der TV-Landschaft Schritt halten könne. Eigentlich brauche das Fernsehen dringend diese Show, sagte er laut ZDF-Videotext nach der Sendung. "Aber offenbar passt es im Moment wahrscheinlich nicht mehr so richtig in die Zeit." Die Show sei „feine Familienunterhaltung ohne Zynismus und Sarkasmus“ gewesen.

Die Einschaltquoten waren zuletzt stark gesunken. Die Sendung im Februar aus Düsseldorf sahen nur 5,85 Millionen Zuschauer, der Marktanteil betrug 19,3 Prozent - ein Negativrekord für die Show. Die Sendung am Samstag lockte allerdings wieder rund eine Million Zuschauer mehr vor den Bildschirm: Die Quote lag bei 23,1 Prozent.

Der Erfinder von „Wetten, dass..?“, Frank Elstner (71), reagierte sichtlich betroffen auf die Einstellung seines Werks. „Wetten, dass Ende! Das geht an die Nieren. Alles andere wäre gelogen!“, teilte der Moderator über den Kurznachrichtendienst Twitter in der Nacht zum Sonntag mit. „Dem Nachwuchs gehört die Zukunft im Netz! Ich bin dabei. Freue mich!“, schrieb Elstner weiter. Der Entertainer erfand die Sendung 1981.

Lanz-Vorgänger Thomas Gottschalk (63) zeigte sich überrascht. „Dann hätte ich das Ding auch gleich selbst an die Wand fahren können“, sagte der Entertainer am Samstagabend in einem Telefongespräch mit „Spiegel Online“. Gottschalk habe durch den Anruf von der Einstellung der Show erfahren. Weiter wollte er sich nach Angaben des Nachrichtenportals nicht dazu äußern. Gottschalk moderierte zwischen 1987 und 2011 insgesamt 151 Ausgaben.

Showgast Annette Frier (40) sagte ebenfalls all4radio: „Ich finde das irgendwie konsequent, nach dieser ganzen Chose, wie die gelaufen ist. Das war glaube ich für alle Beteiligten anstrengend, und insofern kann ich das sehr gut verstehen.“

Programmdirektor Himmler betonte, man habe „gemeinsam entschieden, dass wir noch die drei geplanten Ausgaben in 2014 machen. In den letzten Jahren hat sich im Showbereich sehr viel verändert. Das trifft alle Sender und Unterhaltungsprogramme, besonders hart aber 'Wetten, dass..?' als traditionsreichste Show in Deutschland.“

Ein Türchen ließ der Unterhaltungschef jedoch noch offen: Die Rechte an der Marke will der Sender behalten und gegebenenfalls auch wieder aktivieren. „Das Konzept, das Frank Elstner Anfang der achtziger Jahre für das ZDF erfunden hat, bleibt einzigartig“, so Himmler weiter. „Deshalb schließe ich nicht aus, dass es irgendwann noch einmal auflebt. Wir suchen aber weder einen neuen Moderator, noch planen wir eine Fortsetzung in absehbarer Zukunft. Die Hauptredaktion Show arbeitet jetzt an neuen Ideen für den Samstagabend.“

Online-Petition soll „Wetten, dass...?!“ retten

Ein Fan der Show hat kurz nach der Bekanntgenung des ZDF eine Online-Petition für den Erhalt der Sendung gestartet. „„Wetten, dass...!? begleitet viele von uns bereits seit Kindesjahren, war ein fester Bestandteil unseres Famillien-Fernseh-Abends. "Wetten, dass...?" war eine Sendung, auf die man tagelang hingefiebert hat“, liest es sich auf der Seite der Petition. 2000 Unterschriften für den Erhalt der Sendung ist das Ziel des Initiators, bis zum frühen Sonntagabend hatten bereits über 250 Menschen unterschrieben. Im Januar hatte eine Online-Petition gegen Markus Lanz und dessen Talkshow „Lanz“ über 200.000 Unterschriften erhalten.

dpa

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