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Medien & TV Presserat verzeichnet deutlichen Anstieg der Beschwerden
Nachrichten Medien & TV Presserat verzeichnet deutlichen Anstieg der Beschwerden
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13:27 22.10.2009
Der Deutsche Presserat verzeichnet in diesem Jahr einen deutlichen Anstieg der Beschwerden.
Der Deutsche Presserat verzeichnet in diesem Jahr einen deutlichen Anstieg der Beschwerden. Quelle: Martin Steiner (Archiv)
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Während im vergangenen Jahr insgesamt 729 sogenannte Eingaben eingegangen waren, sind es in den ersten zehn Monaten 2009 bereits 1030, sagte Presserats-Sprecher Manfred Protze am Donnerstag in Berlin.

Dazu beigetragen hat die zu Jahresbeginn auf den Onlinebereich ausgeweitete Zuständigkeit des Rates. Rund die Hälfte der aktuellen Eingaben betreffe Berichte im Internet, sagte Protze. Die meisten Beschwerden gab es wegen der Verletzung der Sorgfaltspflicht und der Persönlichkeitsrechte.

Der Onlinebereich sei eine „komplexe neue Aufgabe“, sagte Presserats-Geschäftsführer Lutz Tillmanns. Die Verlage verpflichteten sich derzeit, in der Berichterstattung ihrer Onlineauftritte dem Pressekodex zu folgen.

Nach der Berichterstattung über den Amoklauf von Winnenden und Wendlingen im März dieses Jahres gab es 79 Beschwerden, die 50 Veröffentlichungen betrafen, sagte Tillmanns. In drei Fällen seien Rügen ausgesprochen worden, eine gegen die „Bild“-Zeitung wegen der Darstellung des Täters mit fiktiver Waffe und Kampfanzug sowei zwei gegen „Bild online“.

Der Presserat werde künftig seine Sicht verstärkt auf die Opfer richten, kündigte Tillmanns an. Die Rüge reiche als Sanktion aus, sagte er im ddp-Gespräch: „Rügen befördern die kritische Diskussion“, Konventionalstrafen, etwa Geldbußen, seien „letztlich nicht wirksam“

Auch die Beschwerden über Schleichwerbung steigen an. Während es 2008 insgesamt 40 Beschwerden gab, sind es 2009 bereits 46 gewesen. Der Presserat hat hierzu aktuell einen Leitfaden veröffentlicht, der Journalisten eine Orientierung geben soll, etwa wie Werbung kenntlich gemacht werden muss. In 2009 wurden bereits sechs Rügen wegen Verstößen gegen die Ziffer 7 ausgesprochen.

Der Presserat, die freiwillige Selbstkontrolle der Printmedien, wurde 1956 gegründet. Seine Hauptaufgaben sind „die Lobbyarbeit für die Pressefreiheit in Deutschland“ und das Bearbeiten von Beschwerden aus der Leserschaft. In diesem Jahr zog der Presserat von Bonn nach Berlin.

ddp