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Medien & TV „Papo & Yo“ ist ein märchenhaftes Spiel
Nachrichten Medien & TV „Papo & Yo“ ist ein märchenhaftes Spiel
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13:59 30.04.2013
Screenshot aus "Papo & Yo"
In "Papo & Yo" verarbeitet Designer Vander Caballero seine Kindheit. Quelle: Minority Media
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Hannover

Der kleine Junge Quico hat Angst. Während er sich in einen Wandschrank kauert, wütet um ihn herum ein Monster. Um ihm zu entkommen, flüchtet sich der Kleine in dem Indie-Spiel „Papo & Yo“ in eine Traumwelt – eine bunte und fantastische Favela.

Dass Vander Caballero mit diesem einzigartigen, märchenhaften Spiel sein Kindheitstrauma verarbeiten will, erkennt man nicht nur an der Rahmengeschichte. Auch die Metaphorik des Spiels deutet immer wieder auf den Konflikt des Jungen mit der Angst vor dem „Monster in seinem Vater“, wie Caballero es formuliert. Denn in der Traumwelt muss der kleine Quico Rätsel lösen, um sich einen Weg durch die Welt zu bahnen. Er muss aber auch mit einem Monster umgehen, das zwar furchteinflößend riesig, aber zumeist gutmütig ist – solange es keine Frösche frisst. Denn dann wird das Monster gefährlich.

Die Spielmechanik in „Papo & Yo“ ist simpel: Quico muss Rätsel lösen, indem er Schalter umlegt und Zahnräder aktiviert, die mit Kreide an die Wände gemalt sind, oder Gegenstände anordnen. In Geschicklichkeitspassagen muss er Hindernisse überwinden und das Monster an bestimmte Stellen lotsen. Hilfe bekommt Quico von seinem Spielzeugroboter Lola, der ihn beim Überqueren von Abgründen und auch bei manchen Rätseln unterstützt. Auch wenn die Mechanik nicht sehr abwechslungsreich ist, sind die Rätsel einzigartig, weil sie mit der Fantasie des Jungen verwoben wurden. Dadurch kann Quico wie in Christopher Nolans Film „Inception“ die Umgebung beeinflussen und etwa ganze Häuserblocks verformen oder große Gegenstände in der Welt bewegen.

Die etwas hakelige Steuerung und einige Fehler im Spiel trüben zwar den Gesamteindruck etwas. Dennoch ist „Papo & Yo“ eine einzigartige Spielerfahrung. Düstere Themen wie Alkoholismus oder der Verlust der unschuldigen Kindheit in einem Videospiel zu verarbeiten – das scheinen sich bislang nur Indie-Game-Designer zu trauen. Daher ist das Spiel für alle empfehlenswert, die Spielerfahrungen abseits des blankpolierten Mainstreams machen wollen.

„Papo & Yo“ gibt es als Download für die Playstation 3 und den PC. Es ist ab zwölf Jahren freigegeben und kostet 13 Euro.

jhf

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