Menü
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung| Ihre Zeitung aus Wolfsburg Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung| Ihre Zeitung aus Wolfsburg
Anmelden
Medien & TV Maria Furtwängler als Rockerin: “Das mach ich nur, wenn ich selbst singe"
Nachrichten Medien & TV Maria Furtwängler als Rockerin: “Das mach ich nur, wenn ich selbst singe"
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
18:10 25.09.2019
Maria Furtwängler als Pola im Film "Nachts baden". Quelle: NDR/Erika Hauri
Berlin

Maria Furtwängler spielt in „Nachts baden“ eine glamouröse wie launische Rockmusikerin mit spießiger Tochter. Im Ersten ist die 53-Jährige dauerpräsent: Seit 2002 spielt sie die Kommissarin Charlotte Lindho,m im NDR-Niedersachsen-"Tatort". Im Interview spricht sie über Eltern, Kinder und Rocktraining mit Udo Lindenberg.

Frau Furtwängler, was hat Sie an der Rolle der Rockmusikerin Pola in „Nachts baden“ besonders gereizt?

Ich spiele eine Frau, der nichts peinlich ist. Diese Pola hat ja ihr Leben in einen vermeintlichen Dauerurlaubszustand umgewandelt. Neben all ihren Tiefs hat sie aber auch eine unglaubliche Lebensfreude. Für mich war ganz klar, dass ich ein Stück weit die Sau rauslassen musste. Pola ist ja unfassbar launisch und nimmt sich alles, was sie will. Wünschen wir uns alle nicht mal, jemand zu sein, dem nichts peinlich ist? Wir werden als Künstler ja auch angehalten, unsere Emotionen zu offenbaren. Gesellschaftlich sind wir ja eher trainiert, das Gegenteil zu tun und scheinbar unpassende Emotionen zu verbergen. Wenn man so will, leben Schauspieler ein widersinniges Programm. Aber auch viele Musiker tragen ihre Gefühle nach außen.

War sofort klar, dass Sie in der Rolle auch singen werden?

Ich habe das Drehbuch gelesen und dachte sofort: „Das mache ich, aber nur, wenn ich selbst singe.“ (lacht) Ich habe mit Udo Lindenberg im letzten Frühsommer eine „MTV unplugged“-Aufzeichnung gemacht. Meine Duetterfahrung mit Udo konnte ich dann in den Film einfließen lassen.

Lesen Sie auch: Dabei beim „Tatort“-Dreh: So viele Stunden braucht es für 90 Krimi-Minuten

Wie kam es eigentlich zu dem Duett?

Ich habe mich mit Udo im Hotel Atlantic in Hamburg getroffen, weil ich zu einem Faschingsfest musste. Er hatte mir seine Klamotten als Kostüm angeboten. Bei der Gelegenheit erzählte ich ihm, dass ich bald eine Rockmusikerin spielen würde. Ein paar Wochen später rief er mich dann an und sagte: „Ich habe gehört, du singst. Wäre doch schön, wenn wir bei MTV was zusammen machen würden.“ Mein Angeben mit der Rolle als Sängerin hat ihm dann die Fantasie gegeben, mit mir zusammen zu singen. Man kann also sagen, dass mir die Pola auch noch diesen unglaublichen Auftritt mit Udo geschenkt hat.

Ihre Filmtochter sagt an einer Stelle: „Meine coole Mama denkt immer noch, das Leben besteht darin, eine tolle Show abzuziehen.“ Was spricht denn dagegen, wenn man Eltern hat, die jung geblieben sind?

Es ist doch furchtbar, wenn die Eltern cooler sind als die Kids. Wenn die Väter mit Kapuzenpullis und Skateboard durch die Stadt gehen. Was sollen dann die Kinder noch machen? Es ist eine unfassbare Aufgabe, seine Kinder loszulassen – auch im Hinblick auf die eigene Vorstellung, wie sie sein sollen. Ich erlebe das ja auch mit meinen Kindern und halte das für einen absolut anhaltend anspruchsvollen Prozess. Man denkt ja: „Ich habe überhaupt kein Problem, wenn die außer Haus sind.“ Aber dieses im tiefsten Wesen loslassen und nicht mehr besser zu wissen, was richtig wäre und was sie tun sollten, nur noch Vertrauen zu schenken und zu sagen: „Du schaffst das schon“ – mehr dürfen wir irgendwann nicht mehr tun. Aber dieses Loslassen ist natürlich nicht leicht.

Lesen Sie auch: Maria Furtwängler: "Soziale Medien kosten mich Überwindung"

Vor allem haben Eltern heutzutage dank Social Media und Co. ganz andere Möglichkeiten, ihre Kinder zu „überwachen“.

Wir können unsere Kinder dank Apps jetzt sogar auf dem Schulweg tracken. Dauernd können wir gucken, wo sie gerade sind, und gleichzeitig sagen wir den Kindern: „Nutzt nicht so viel euer Handy.“ Dabei sind wir selbst dauernd am Smartphone. Wir senden sehr gespaltene Botschaften. (lacht)

Wenn ich Filmproduzent wäre, welche Rolle müsste ich Ihnen anbieten, um Ihr Interesse zu wecken?

Sie müssten mit einer Rolle kommen, bei der ich sage: „Oh, das habe ich noch nie gespielt.“ Ich bin ja selbst Filmproduzentin und entwickle einige Stoffe. Da geht es meist um sehr ambivalente Frauenfiguren. Und zwar eben nicht um sogenannte starke Frauen, sondern um vielschichtige Frauen. Frauen an einer bestimmten Kippe zu erzählen, die Abgründe haben, finde ich sehr reizvoll. Leni Riefenstahl ist eine Figur, die wir endlich mal aus Deutschland heraus erzählt kriegen müssten. Das war eine Frau, die sehr ambivalent war, eine selbstbewusste Frau und Künstlerin, die sich ihrer Verblendung und ihrem Mitläufertum nie gestellt hat. Das ist eine spannende Figur und eine sehr sorgfältig zu erzählende Geschichte, an die wir uns in Deutschland leider noch nicht so richtig heranwagen.

Von Thomas Kielhorn/RND

Drei Jahre lang hat er als Unternehmensberater in Frankfurt gearbeitet. Nun hat Evgeny Vinokurov diesen Job gekündigt – für die Tanzkarriere. Doch er will nicht alleine durchstarten.

24.09.2019

Ende August stürzte Felix van Deventer von einem Balkon vier Meter tief, zog sich dabei einen Wirbelsäulenbruch zu. Nun durfte der „GZSZ“-Star wieder nach Hause.

24.09.2019

Bei der diesjährigen Emmy-Verleihung ist es zu einer peinlichen Verwechslung gekommen. Während der Veranstaltung wurde ein Dirigent fälschlicherweise für tot erklärt.

24.09.2019