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00:19 05.05.2014
Profilerin Christine Lerch (Lisa Wagner) macht eine unschöne Entdeckung.
Profilerin Christine Lerch (Lisa Wagner) macht eine unschöne Entdeckung. Quelle: ARD
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München

Obwohl Franz Leitmayr (Udo Wachtveitl) und Ivo Batic (Miroslav Nemec) schon 23 Dienstjahre auf dem Buckel haben, ist ihr Münchener „Tatort“ immer mal wieder für eine positive Überraschung gut. Dabei ist der heimliche Star in ihrem sehenswerten 67. Fall „Am Ende des Flurs“ eine Tote: Lisa Brenner (Fanny Risberg), die nur in kurzen Rückblenden zu sehen ist. Sie wird eines Morgens vor ihrem Hochhaus tot aufgefunden und ist offensichtlich vom Balkon ihrer Wohnung im zwölften Stock gestürzt. Ob freiwillig oder ob jemand dabei heimtückisch nachgeholfen hat, ist jedoch anfangs keineswegs klar.

Wie sich schnell herausstellt, hat die bildhübsche Lisa als Prostituierte gearbeitet. Und ist in ihrem Beruf so hochtalentiert gewesen, dass ihre Kunden sie aufrichtig geliebt, verehrt und vergöttert haben. Sie hat ihnen das Gefühl vermittelt, jeweils der Einzige zu sein, hat ihnen als Projektionsfläche ihrer Wünsche und Begierden gedient. Und ihr Tod, das zeigen die Verhöre, hinterlässt bei den Betroffenen eine tiefe Wunde. Zu ihnen zählt auch Leitmayr, der vor Jahren eine längere Beziehung mit Lisa gehabt hat. Und da er dies anfangs bei den Ermittlungen verschweigt, wird er vom Dienst suspendiert – doch das hat noch nie einen „Tatort“-Kommissar davon abgehalten, auf eigene Faust zu ermitteln.

Aus dieser für einen Krimi gar nicht so ungewöhnlichen Ausgangssituation entwickelt sich dann ein klassischer „Wer war der Täter?“-Fall, bei dem der mehrfach mit Preisen ausgezeichnete Autor und Regisseur Max Färberböck („Aimée und Jaguar“, „Bella Block“) beweist, wie spannend ein solcher „Whodunit“ sein kann. Der im Film immer wieder angespielte melancholisch zärtliche Country-Song –Waylon Jennings’ „Dreaming My Dreams With You“ – ist ein wahrer Ohrwurm. Und dann ist da noch Franz Xaver Kroetz, der als Wiesn-Wirt einen fulminanten Gastauftritt hinlegt. Kurzum: Es stimmt fast alles an diesem wunderbaren „Tatort“. Und auch die Entscheidung, dem in Ehren sichtbar ergrauten Ermittlerpaar zwei Neue zur Seite zu stellen, ist geglückt und bringt frischen Wind in diese Serie: Als ehrgeiziger Assistent Kalli ist von nun an der Schauspielschüler Ferdinand Hofer zu sehen. Und die Analytikerin Christine Lerche wird von der stets kecken Lisa Wagner gespielt, die vor Kurzem im ZDF erfolgreich als „Kommissarin Heller“ debütierte.

Von Ernst Corinth

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