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Medien & TV Hass auf die Hauptstadt
Nachrichten Medien & TV Hass auf die Hauptstadt
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10:17 27.07.2011
Mit bösen Worten zu einem Internet-Hype.
Mit bösen Worten zu einem Internet-Hype: "fickdichberlin" ist eines der meistgeposteten Begriffe bei Twitter in Deutschland. Quelle: dpa (Symbolbild)
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Berlin

Als Jeff Jarvis, Blogger und Journalismusprofessor, am Wochenende die Nachrichten schaute, wurde er wütend. Schuldenkrise, Streit zwischen Republikanern und Demokraten und keine Lösung für all die Probleme, die die ehemalige Superpower USA im Griff haben. Im Netzt veröffentlichte er einen wütenden Protest voller Kraftausdrücke in Richtung Hauptstadt Washington.

Was dann passierte, sagt viel aus über das Internet und die Hypes, die wie Tsunamis durchs Netz rollen: Bei Twitter lässt sich ein bestimmtes Thema über sogenannte Hashtags kategorisieren. Der Protest in der arabischen Welt hatte einen eigenen Suchbegriff, wie auch die Fußballweltmeisterschaft der Frauen. Viele, die Jarvis bei Twitter folgten, und seine Hasstirade gegen die amerikanische Politik genauso empfanden, setzten also kurzerhand einen eigenen Hashtag für den Protest gegen den Stillstand: „fuckyouwashington“. Innerhalb weniger Stunden wurde es zu einem der meistgetwitterten Begriffe. Millionenfach unterstichen Linke wie Rechte in den USA im Netz ihre Botschaft an Washington, indem sie den Hashtag benutzten. Bei Twitter landete das Thema ganz oben, ein gutes Indiz für die Wichtigkeit von diskutierten Themen.

Jeff Jarvis war von dem vermeintlichen Erfolg völlig überrascht: „Das ist explodiert. Ich hätte das niemals vorhersehen können.“

Nun hat das Phänomen Deutschland erreicht. Kritik an der Bundesregierung, den schicken und hippen Menschen in der Hauptstadt oder einfach Hass auf Berlin – alle finden unter dem Begriff „fickdichberlin“ zusammen. Da ist es auch egal, ob man die Kanzlerin und ihre Minister meint oder einfach nur stänkern will. Am frühen Mittwochmorgen stand der Begriff schon unter den Top Drei bei Twitter und wird eifrig bei anderen sozialen Netzwerken wie Facebook diskutiert. Jetzt ist es nur eine Frage der Zeit, bis das Thema auch in der realen Welt diskutiert wird und sich die ersten den Spruch auf T-Shirts oder Jutebeutel drucken lassen.

Constantin Alexander