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Medien & TV Handys von Apple anfällig für Spionageversuche
Nachrichten Medien & TV Handys von Apple anfällig für Spionageversuche
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17:21 04.10.2011
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Am Mittwoch veröffentlichte das deutsche Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) eine Warnung.

Zuvor hatten drei IT-Sicherheitsunternehmen auf die Angriffsmöglichkeit hingewiesen. Demzufolge genügt es, ein mit Schadcode verseuchtes PDF-Dokument über eine Internetseite, eine Mail oder eine Software-Anwendung (App) aufzurufen. Das BSI rät, keine PDF-Dateien auf Geräten mit dem Handy-Betriebssystem iOS zu öffnen. Auch Links in E-Mails und Anhänge können demnach problematisch sein.

Betroffen sind neben dem neuen iPhone 4 auch die älteren iPhones 3G und 3GS, auf denen das Betriebssystem in der Version 3.12 bis 4.01 aufgespielt wurde. Daneben sind auch der MP3-Spieler iPod und der Tablet-PC iPad für entsprechend aufbereitete PDFs anfällig.

Auch Kennwörter und Telefonate könnten theoretisch mitgeschnitten und ausspioniert werden. Zudem sei die Überwachung des Opfers mittels der eingebauten Kamera möglich. Derzeit werden zwar keine Angriffe beobachtet. Die Experten rechnen aber damit, dass Angreifer die Schwachstellen bald nutzen. Die Nutzung des im Handy eingebauten Internet-Browsers sollte auf vertrauenswürdige Internetseiten beschränkt werden, empfahl das BSI. Die Behörde stehe in Kontakt mit Apple. Dort arbeite man an einer Lösung, sagte eine Apple-Sprecherin.

Bekannt geworden war die Schwachstelle in der Internetszene bereits am Montag, als Hacker eine Seite mit der Adresse jailbreakme.com veröffentlichten. Wenn man diese Seite mit einem ­iPhone aufruft, wird es möglich, eine von Apple vorgesehene Softwaresperre zu entfernen. Danach lassen sich auf dem Handy auch Programme installieren, die Apple nicht autorisiert hat – an dem zumeist kostenpflichtigen iTunes-Store vorbei. Auf diese Weise ließen sich einige Funktionen nachrüsten, die Apple und den Mobilfunkprovidern missfallen, wie etwa die Nutzung des Handys als mobiler Internetzugang für ein Laptop.

Am Mittwoch veröffentlichten die Hacker außerdem ein weiter reichendes Programm, mit dem sich der sogenannte SIM-Lock eines neuen iPhones entfernen lässt. Diese Sperre legt nach bisheriger Politik von Apple in vielen Ländern weltweit fest, dass das iPhone für die Dauer von zwei Jahren nur von einem bestimmten Mobilfunkunternehmen exklusiv genutzt werden kann – sodass etwa in Deutschland keine SIM-Karte von Vodafone, O2 oder E-Plus in ein neues iPhone gesteckt werden kann, sondern nur eine von der Deutschen Telekom. Erst nach Entfernen dieser SIM-Sperre funktionieren auch andere SIM-Karten. Apple untersagt seinen Käufern jedoch solche Manipulationen an seiner Software. Die internationale Hackerszene setzt sich jedoch regelmäßig über solche Wünsche von Apple hinweg.

msc