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Medien & TV „Game of Thrones“-Star Marc Rissmann: „Ich bin ein weltweiter Vagabund“
Nachrichten Medien & TV „Game of Thrones“-Star Marc Rissmann: „Ich bin ein weltweiter Vagabund“
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12:24 24.04.2019
Chef der Goldenen Kompanie: Marc Rissmann spielt Harry Strickland in „GoT“, den Mann, auf den die böse Königin Cersei ihre Hoffnungen setzt. Quelle: Foto: Mohssen Assanimoghaddam/dpa
Hamburg

Er bringt jede Menge Soldaten nach Westeros, aber zum Bedauern von Königin Cersei keine Kriegselefanten. Der deutsche Schauspieler Marc Rissmann zählt zu den wichtigen neuen Gesichtern der letzten Staffel von „Game of Thrones“. Als Harry Strickland ist er Chef der berühmten Goldenen Kompanie. Im Interview mit dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND) erzählt er, wie er an die begehrte Rolle kam.

Die Erwartungen an die achte und letzte Staffel von „Game of Thrones“ sind groß. Zu groß?

Es wurde fast ein Jahr gedreht, und so eine große Produktion, auch was das Arbeitsvolumen betrifft, habe ich bislang noch nicht gesehen. Teilweise wurde mit 500 bis 600 Statisten gedreht, die alle bis ins kleinste Detail gekleidet und geschminkt wurden. Es gab Setaufbauten, bei denen ich mich gefragt habe: Wo hört denn das Set auf und wo fängt die Realität an? Ich glaube, die Macher wissen, was sie da geschaffen haben und wollen sich mit einem Knall verabschieden.

Wie haben Sie sich die Zeit am Set vertrieben, wenn Sie nicht drehen mussten?

Die große Kunst des Schauspielers ist, warten zu lernen. Es gibt den schönen Spruch „Das Spielen mache ich umsonst, aber das Warten lasse ich mir bezahlen.“ (lacht) In den Drehpausen bin ich ein bisschen herumgelaufen und habe mich umgeschaut. Der Kameramann Fabian Wagner ist aus Deutschland und war zum Beispiel meine deutsche Anlaufstelle bei „Game of Thrones“.

Haben Sie auch den anderen deutschen „Game of Thrones“-Schauspieler aus Deutschland, Tom Wlaschiha, getroffen?

Nicht am Set. Aber neulich auf der Premierenfeier von „Das Boot“ haben wir uns gesehen. Da uns jeder zu „Game of Thrones“ fragt, haben wir es genossen über etwas anderes zu sprechen. Über ganz alltägliche Dinge wie zum Beispiel: Und wo gehst du denn gerne Kaffee trinken? (lacht)

Aber uns müssen Sie dann bitte doch noch ein paar Fragen zu „GoT“ beantworten. Haben Sie die Serie schon vorher geschaut?

Ich habe seit der ersten Staffel „Game of Thrones“ geguckt. Als ich die Zusage hatte, habe ich mir aber noch mal eine 45-minütige Zusammenfassung über die ersten sieben Staffeln angeschaut. Meinem Vater habe ich zu Weihnachten die ersten drei Staffeln von „Game of Thrones“ auf DVD geschenkt. Ich dachte, das ist ganz praktisch, denn er hat im Februar Geburtstag und dann kann ich ihm die nächsten drei Staffeln schenken. An Neujahr kam eine SMS von ihm: „Kann ich die nächsten drei Staffeln gucken? Ich bin durch.“ (lacht)

Wie sind Sie eigentlich an Ihre Rolle gekommen?

Eine Freundin aus Belgien, die ich mal bei einem Schauspielworkshop kennengelernt hatte, hat mir über Facebook geschrieben, dass sie eine Ausschreibung gesehen hat, die gut zu mir passen könnte. Mein Schauspielagent hat mir dann das Casting besorgt, und ich musste nachts noch ein sogenanntes E-Casting machen und mich selber filmen. Ich wusste aber nicht, um welche Rolle es geht, und mein Text war auch nicht der richtige.

Wann wussten Sie, dass Sie die Rolle bekommen?

Am nächsten Tag saß ich in einem leeren Café. Irgendwann kam eine ältere Frau auf mich zu und fragte, ob sie sich zu mir setzen könne. Danach holte sie ein „Game of Thrones“-Kochbuch aus ihrer Tasche und legte es auf den Tisch. Da wusste ich: Okay, die Rolle kriege ich. (lacht)

War Ihnen eigentlich immer schon klar, dass Sie Schauspieler werden wollen?

Das sieht im Lebenslauf immer so ganz klar aus, aber das war ein längerer Findungsprozess in meinem Leben. Als ich mit der Schule fertig war, habe ich als 19-Jähriger angefangen, Sportwissenschaften zu studieren, weil es für mich zu diesem Zeitpunkt das Naheliegendste war. Das Einzige, was ich bis dahin schauspielermäßig konnte, war vor meinen Eltern krank spielen, damit ich nicht zur Schule musste. (lacht)

Wie haben Sie das gemacht? Ein Fieberthermometer an die Heizung gehalten?

Da muss man ganz schön aufpassen, damit die Temperatur nicht in die Höhe schnellt. Aber wenn man es in warmes Wasser gehalten hat, funktionierte es ganz gut. Viele machen es auch falsch und nehmen ein Feuerzeug. Aber wenn das Fieberthermometer plötzlich 56 Grad anzeigt, stimmt was nicht ... (lacht)

Aus welchem Grund haben Sie krank gemacht?

Ich fand Schule jetzt nicht den allerinspirierendsten Ort auf der Welt. Es gab zwar einzelne Lehrer, die die Kreativität gefördert haben, aber ich konnte mich schon damals besser selber beschäftigen. Das war dann zu der Zeit als die erste Playstation rauskam. Da hatte ich dann Wichtigeres zu tun als Schule. (lacht)

Nach „Game of Thrones“ standen Sie nun für die internationale Serie „The Man in the High Castle“ in Kanada vor der Kamera. Als Schauspieler kommen Sie gut rum …

Ich bin gerade so ein bisschen wie ein weltweiter Vagabund und lebe fast nur aus dem Koffer. Jetzt bin ich gerade in Berlin und freue mich, im eigenen Bett zu schlafen und nicht in einem Hotelzimmer. Hier leben meine Familie und viele Freunde. Ich bin zwar sehr gerne unterwegs, aber ich würde gern auch mal wieder in Deutschland drehen. Hier gibt es auch viele, schöne Geschichten zu erzählen.

Von Thomas Kielhorn/RND

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