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Medien & TV Game of Thrones Staffel 8: Die letzte Folge „The Iron Throne“ deutet ein Sequel an
Nachrichten Medien & TV Game of Thrones Staffel 8: Die letzte Folge „The Iron Throne“ deutet ein Sequel an
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09:54 22.05.2019
Der Rote Bergfried hat gelitten: Die Armee der Unbefleckten vor der imposanten Targaryen-Flagge und dem letzten Drachen Drogon in der finalen „GoT“-Episode „No One“. Quelle: HBO via AP
Los Angeles

Bran Stark hat wirklich einen langen Weg hinter sich gebracht, um schließlich in der allerletzten Folge von „Game of Thrones“ zum König der Sieben – halt, der Norden hat sich zum eigenen Reich erklärt – Sechs Königslande gewählt zu werden. Schlimm ist die Abspaltung des Freistaats Winterfell nicht, schließlich ist Brans Schwester Sansa die Königin des Nordens – eine treuere Verbündete lässt sich nicht denken.

Game of Thrones Staffel 8 – Bran ist die Hauptfigur, die unterm Radar flog

Bran. Der Junge, der Zeuge eines royalen Inzests wurde, den Jaime Lennister aus dem Turmfenster stieß und der seither gelähmt war. Niemand hatte ihn auf dem Zettel, aber die Untat und ein dieser folgender Mordversuch mit einem ganz besonderen Dolch lösten Krise und Krieg in Westeros erst aus.

Und dass Bran unbedingt an sein wie immer geartetes besonderes Ziel kommen musste, trat in Folge 5 der sechsten Staffel zutage, als sein getreuer Träger, der bärengestaltige Hodor, von ihm durch einen Zeittrick als Junge um den Verstand gebracht wurde, um Bran in der Gegenwart vor dem Angriff der Armee der Toten retten zu können, ein Tor zu halten auf Kosten seines Lebens (der Name Hodor ist die Verkürzung von „Hold the Door“).

Im Nachhinein betrachtet, war Bran derjenige unter den Hauptfiguren, der von den Serienmachern höchstwahrscheinlich bis möglicherweise bewusst als Unterm-Radar-Flieger angelegt wurde. Die Fans haben diese Überraschung mit Unbill quittiert, sie glauben eher an ein ratloses Schicksalswürfeln der Serienmacher mit den von ihnen geliebten Heldinnen und Helden.

Game of Thrones Staffel 8 – Bran ist eine unerschlossene Figur

4.4 von zehn möglichen Sternen gab es auf der Film- und Serienwebsite imdb.de. Das ist der Bewertungstiefpunkt einer Serie, deren Episoden selten unter 8.0 Punkten einfuhren. Enden sind halt das Schwerste.

Wie alle Leute, die ihre größere Bestimmung schon kennen, hatte Bran allerdings nicht unstet sondern bewusst die Herrschaft über das abgelegene Winterfell abgelehnt. Ob seiner Absage hatten wir uns aber gedacht, naja, als „dreiäugiger Rabe“ ist er eine total mystische Person, nicht mehr recht zuhause in seiner Welt und Zeit und dazu bestimmt, vielleicht ein großer Magier zu werden, nicht aber der König.

Wie flächendeckend sein Wissen über Gegenwart, Vergangenheit und Zukunft tatsächlich ist, ließ sich bis zuletzt nicht ganz ermessen. Hätte er sonst den ganzen Weg auf sich genommen, ließ er in der letzten Folge seine Zustimmung zur Westeros-Krone verlauten. Diverse Gelegenheiten, den Gang der „Game of Thrones“-Geschichte zu vereinfachen, hat Bran jedenfalls verstreichen lassen. Vielleicht hat der Nachtkönig ja gelegentlich eine schwarzmagische Wolke über seine seherischen Gaben gelegt.

Game of Thrones Staffel 8 – Bran wird ein guter König werden

Wie weit die Fähigkeiten dieses großen übernatürlichen Widersachers der Menschheit gingen, war bis zu seinem Zersplittern durch den Kontakt mit einer Drachenglasklinge ebenfalls unklar. Er konnte mit der Anspannung seiner bleichblauen Handflächen Tote erwecken, aber als Seher war er wohl eher eine Nulpe – so konnte Theon ihn ablenken, Arya aus der Deckung springen wie Hans aus der Kiste und ihn erledigen.

Bran der Gebrochene“ wird gut regieren, da sind wir uns sicher, er hat die Erfahrung und Weisheit eines alten Königs. Wir können ihm Westeros getrost überlassen und uns noch eine Weile unserer Trauer um die leider irre gewordene Daenerys, den verbannten Jon, den ewigen zweiten (Halb-)Mann Tyrion, um all die falschen und doch genauso gut richtigen Entscheidungen, die die Serienmacher David Benioff und D. B. Weiss zum Schluss gefällt haben. Wir können das akzeptieren. Oder wir können uns eine kleine Kamera schnappen und uns unser eigenes mustergültiges Ende drehen. Sieht halt nicht so gut aus, bei geschriebener Fanfiction ist Anhängertrotz deutlich einfacher in Eigenkunst umzumünzen.

Man darf gespannt sein, ob sich „Got“-Autor George R. R. Martin von den desaströsen Rückmeldungen der „GoT“-Afficionados zu einem anderen Buchende inspirieren lässt. Dazu hat er sich bereits bei der Wesite „abc.de“ geäußert: „,Wie wird es alles enden?‘, höre ich die Leute fragen. ,Genauso wie in der Show?‘ Nun, ja. Und nein. Und ja. Und nein. Und ja. Und nein. Und ja.“ Was jetzt, George? Er werde am Ende 3000 Manuskriptseiten für sein Ende haben, sagt er. Wo Benioff und Weiss nur ein paar Stunden Fernsehen gehabt hätten.

Game of Thrones Staffel 8 – Die Fans sind in jedem Fall unzufrieden

Wozu sie natürlich nicht gezwungen waren. Mühelos hätten sie statt sechs Folgen zwei vollwertige Staffeln anbieten können. Freilich demselben Ergebnis. Die Fans wären auch dann nicht zufrieden gewesen. Für viele waren die Entwicklungen der Serienmacher, die ohne Romanvorlagen entstanden, nicht mehr von derselben Legitimität, fortan wurden Dichte und Güte weidlich bekrittelt. Und weit über Gebühr.

Wäre das Ende von Peter Jacksons Film „Die Rückkehr des Königs“ von einem anderen Autor als J. R. R. Tolkien ersonnen worden, wären Hobbit-Fans auch über das „Herrn der Ringe“-Finale hergezogen: Ring in den Schicksalsberg – und sofort ist Sauron tot und alle seine Orks und anderen Soldaten lassen die Waffen fallen, dann verdünnisiert sich auch noch Frodo auf dem Elbenschiff – echt jetzt?

Außerdem ist noch gar nicht klar, ob das Ende von „Game of Thrones“ tatsächlich erreicht ist. Schließlich hat Tyrion noch einen Besuch bei dem zur Nachtwache abkommandierten Jon angekündigt, vielleicht in so zehn Jahren. Und Aryas Schiff wird garantiert das erste sein, dass „terra incognita“ im bislang unerforschten Westen entdeckt.

Game of Thrones Staffel 8 – Drogon könnte sich Arya anschließen

Was sie dort erlebt und was sie von dort zurückbringt, könnte uns interessieren. Drogon könnte sich ihr anschließen, schließlich gehört der Stark-Geruch zu den ihm vertrauten und geduldeten Düften. Als Arya am Montagmorgen in See stach, Richtung der unkartografierten Regionen ihrer Welt, sah es jedenfalls aus wie das erste Bild einer neuen Serie.

Alles Mutmaßung, geplant ist nichts dergleichen. Aber Überraschungen – siehe die unerwartete Bestellung König Bran – waren immer die Stärke von Benioff und Weiss.

Von Matthias Halbig/RND

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