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Medien & TV Facebook will Büros erobern
Nachrichten Medien & TV Facebook will Büros erobern
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00:21 20.11.2014
Von Dirk Schmaler
Mit „Facebook at Work“ sollen sich Mitarbeiter untereinander austauschen und gemeinsam an Dokumenten arbeiten können, berichtete die „Financial Times“ am späten Sonntag.
Mit „Facebook at Work“ sollen sich Mitarbeiter untereinander austauschen und gemeinsam an Dokumenten arbeiten können, berichtete die „Financial Times“ am späten Sonntag. Quelle: dpa
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San Francisco

Es ist ja nicht so, dass der Milliarden-Konzern Facebook bisher mit dem Geschäftlichen nichts am Hut gehabt hätte. Im Gegenteil. Das Neue aber ist: Nun sollen auch die Nutzer mit Facebook Geschäfte machen. Statt das Internet weiterhin mit privaten Meldungen über den Beziehungsstatus, Party­einladungen und Katzenbildern zu füllen, lässt Firmengründer Mark Zuckerberg zurzeit eine Facebook-Version fürs Büro testen. „Facebook at Work“ soll das Angebot laut „Financial Times“ heißen. Der bescheidene Anspruch: Es soll die Büroarbeit revolutionieren.

Viele Arbeitgeber untersagen bisher die Facebook-Nutzung am Arbeitsplatz – aus Sorge, die Arbeit könne beim vielen Chatten liegen bleiben. Dabei wäre eine Modernisierung der Büro­kommunikation vielerorts nötig. Während viele Firmen und Verwaltungen noch immer mit der Umstellung auf papierlose Kommunikation per E-Mail kämpfen, sind deren Auszubildende oft schon zwei Schritte weiter: Auch sie müssen den Umgang mit den E-Mail-Vokabeln „Betreff“ und „Anlage“ erst lernen – weil sie es längst gewohnt sind, ihre Botschaften per Facebook zu verbreiten.

Das neue Angebot soll es Kollegen ermöglichen, gemeinsam an Dokumenten zu arbeiten, sich zu vernetzen und Inhalte zu teilen – ähnlich wie beim Original. Bleibt es bei der klassischen Facebook-Diktion, könnte die Kollegin aus der Personalabteilung also bald Dutzende „Likes“ bekommen, wenn sie die Gehaltsabrechnung postet. Aus Kollegen würden schon bald „Freunde“.

Der Hamburger Datenschutzbeauftragte Johannes Caspar warnt dennoch vor dem geplanten Büro-Facebook – und ähnlichen Diensten, die auf dem Markt sind. „Wir sehen das überaus kritisch“, sagte Caspar der HAZ.

So könne ein Arbeitnehmer oft nicht entscheiden, „ob und welche seiner Daten er diesem Dienst anvertraut oder ob er aufgrund der datenschutzrechtlichen Kritik hiervon Abstand nimmt“. Auch die Firmen gingen „erhebliche Risiken“ ein, wenn sie interne Dokumente oder sensible Kundendaten auf den weltweiten Servern speicherten. Eine Rechtsgrundlage hierfür sei „kaum vorstellbar“. Daran hat sich Facebook allerdings bisher selten gestört.

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