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Medien & TV Empfehlungen für den Seriensommer 2019: Drogendealer, Agenten und alte Bekannte
Nachrichten Medien & TV Empfehlungen für den Seriensommer 2019: Drogendealer, Agenten und alte Bekannte
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13:09 05.08.2019
Die Tipps von Ernst Corinth für den Seriensommer: Maximilian Mundt als Moritz Zimmermann in „How to Sell Drugs Online (Fast)“, Keri Russell und Matthew Rhys als Ehepaar Elizabeth und Philip Jennings in „The Americans“ und Marie-Luise Marjan als Helga „Mutter“ Beimer, geb. Wittich in der „Lindenstraße“. Quelle: Netflix (2), ARD, Collage: Matthias Schink
Hannover

Drei Serientipps:

Der Hit: „How To Sell Drugs Online (Fast)“

Die Geschichte vom Ganoven wider Willen, der sich aus Versehen mit den Großen anlegt, ist eigentlich seit „Breaking Bad“ auserzählt. Als Comedy-Version scheint sie noch zu funktionieren, wie der Erfolg von „How to Sell Drugs Online (Fast)“ zeigt. Die Geschichte beruht auf einer wahren Begebenheit: auf dem Fall des Leipziger Teenagers Maximilian S., der von seinem Kinderzimmer aus einen millionenschweren Online-Drogenhandel aufzog und 2015 zu sieben Jahre Haft verurteilt wurde. Verlegt wurde der Tatort nun in ein westdeutsches Provinzkaff, in dem Moritz (Maximilian Mundt) mit seinem Dealen seine Ex-Freundin beeindrucken möchte. Unterstützt wird er von Lenny (Danilo Kamperidis), seinem behinderten Kumpel.

Wer die sechsteilige Serie verfolgt, wird nicht nur mit haarsträubenden Begebenheiten konfrontiert, sondern bekommt tatsächlich Einblick, wie ein illegaler Online-Handel funktioniert. Das Ganze ist so überzogen erzählt, dass einen dieses schräge Teenagerabenteuer gut unterhält.

„How To Sell Drugs Online (Fast)“ ist streambar bei Netflix.

Der Geheimtipp: „The Americans“

Elizabeth (Keri Russell) und Philip Jennings (Matthew Rhys) sind auf den ersten Blick ein normales Ehepaar. Sie leben in den frühen Achtzigern mit ihren Kindern in einem Vorort von Washington DC., leiten ein Reisebüro und kämpfen mit Alltagsproblemen. Doch der bürgerliche Schein trügt. In Wirklichkeit sind beide KGB-Agenten. Sie stammen aus der Sowjetunion, sind nach einer Ausbildung in ihrer Heimat in die USA gekommen, ihre Ehe ist nur arrangiert und ihr wahres Leben wird bestimmt von einer Agenten- und Spionagetätigkeit, inklusive Mord und Totschlag.

Dabei gehen sie mit einer Kaltblütigkeit vor, die schockiert – und bleiben dennoch sympathisch. Im Lauf der sechs Staffeln ändern sich beide. Besonders Philip bekommt Skrupel, außerdem gefällt ihm das Leben in den USA immer besser. Sogar die von ihrer Agententätigkeit überzeugte Elizabeth möchte die Annehmlichkeiten des amerikanischen Lebens nicht mehr missen.

„The Americans“ ist streambar bei Netflix.

Der Klassiker: „Lindenstraße

Wer weiß, was sich hinter den komischen Namen „Spacehorst“ und „Findhorst“ verbirgt (Facebook und Google), gehört zur immer noch großen Gruppe derer, die regelmäßig die „Lindenstraße“ einschalten. Oft heimlich, gilt doch diese 1985 gestartete Serie als so sexy wie Schweißfüße – vor allem im Vergleich zur glitzernden Serienwelt von Netflix, Amazon und Co. Ähnlich dachte der Schreiber dieser Zeilen, der die Anfangsjahre verfolgt hat, dann aber das Interesse an den Problemen der Bewohner der fiktiven Münchner Straße verlor. Bis vor einigen Jahren zufällig eine „Lindenstraßen“-Folge lief. Es tauchten Figuren aus der Vergangenheit auf, die überlebt hatten – sichtlich gealtert, wie der Betrachter. Eine seltsame Vertrautheit stellte sich ein.

Natürlich wird manches plump erzählt. Auch die Absicht Dinge, die in der Gesellschaft falsch laufen, aufzugreifen, wirkt oft aufgesetzt. Genauso wie die simple Aufteilung in gut und böse oft nervig ist. Dennoch: Fernsehnostalgiker sitzen bei der „Lindenstraße“ in erster Reihe – bis 2020, dann schickt ARD Mutter Beimer und Co. in Rente.

Lindenstraße in der ARD und als DVD erhältlich.

Von Ernst Corinth/RND

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