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Medien & TV Düsseldorf bereitet sich auf den Eurovision Song Contest vor
Nachrichten Medien & TV Düsseldorf bereitet sich auf den Eurovision Song Contest vor
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17:37 13.10.2010
Die Siegerin von 2010: Lena Meyer-Landrut aus Hannover.
Die Siegerin von 2010: Lena aus Hannover. Quelle: dpa
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Der größte Musikwettbewerb der Welt steigt in sieben Monaten in Düsseldorf - und schon fiebern tausende Fans dem Beginn des Ticketverkaufs entgegen. Im Internet hätten sich innerhalb eines Tages 11.000 Interessierte für den Vorverkauf zum Eurovision Song Contest 2011 registriert, sagte NDR-Sprecher Martin Gartzke am Mittwoch in Hamburg. Ab wann Karten verkauft werden, sei unklar. „Derzeit gibt es noch keine Tickets“, stellte Gartzke klar, nachdem es bereits dubiose Angebote gegeben hatte. Fans können sich beim Norddeutschen Rundfunk (NDR) im Internet registrieren, um über den Start des Vorverkaufs informiert zu werden.

Mindestens 24.000 Zuschauer sollen in der Düsseldorfer Esprit- Arena Platz finden, wenn Lena beim Finale am 14. Mai 2011 ihren Titel verteidigen will. Wie viele Menschen die Show am Ende tatsächlich in der Halle verfolgen können, hängt von Details wie dem Standort der Bühne ab. Maximal fasst die Arena 66.000 Menschen. Neben dem Finale werden in der Arena zwei Halbfinals und drei Generalproben über die Bühne gehen.

Auch die Kosten lassen sich noch nicht genau bestimmen. Die rund 25 Millionen Euro, die der diesjährige Musikwettbewerb in der norwegischen Hauptstadt Oslo gekostet haben soll, seien für den Song Contest in Deutschland eine realistische Orientierung. „Das ist für uns die Größenordnung, die wir natürlich versuchen werden noch zu unterbieten“, sagte Gartzke. Davon zahle die ARD den größten Teil, ein kleinerer Beitrag komme von der Europäischen Rundfunkunion EBU.

Aus der Landespolitik kam Zustimmung für die Entscheidung pro Düsseldorf, die am Dienstag von der ARD bekanntgegeben worden war. „Ich freue mich sehr, dass unsere Landeshauptstadt den Zuschlag bekommen hat und gratuliere herzlich zu diesem Erfolg“, sagte Ministerpräsidentin Hannelore Kraft (SPD). Nach Ansicht von Wirtschaftsminister Harry Voigtsberger (SPD) ist der Song Contest ein Gewinn für ganz NRW. Der Liederwettbewerb werde viele zusätzliche Touristen ins Land locken.

Damit rechnet auch der Verband Tourismus NRW. Dieser Effekt habe sich bereits bei vergangenen Großereignissen gezeigt, sagte eine Sprecherin. Zum Weltjugendtag im August 2005 seien in den Beherbergungsbetrieben des Landes mehr als 1,3 Millionen Gäste gezählt worden - das seien 17,4 Prozent mehr als im August 2004 gewesen.

NDR-Sprecher Gartzke dementierte Berichte, wonach die ARD nur eine symbolische Hallenmiete an die Stadt Düsseldorf zahle. Welchen finanziellen Beitrag die Rheinmetropole leisten muss, ist weiterhin nicht bekannt. Oberbürgermeister Dirk Elbers (CDU) wollte sich dazu auch am Mittwoch nicht äußern, man habe sich aber „auf Summen verständigt“ - etwa für das Marketing. „Alles was wir investieren als Stadt, ist gut investiertes Geld“, sagte Elbers.

Etliche Fans des Fußball-Zweitligisten Fortuna Düsseldorf kritisierten, dass der Verein wegen des Song Contests für die letzten drei Heimspiele in ein deutlich kleineres Stadion umziehen muss. „Ich kann das überhaupt nicht nachvollziehen“, sagte Elbers dazu. Alle Verantwortlichen von Verein und Deutscher Fußball-Liga (DFL) hätten zugestimmt.

In den Großbaustellen in Düsseldorf sieht Elbers kein Hindernis für den Liederwettbewerb. „Wir haben keinerlei Behinderungen in der Stadt“, sagte er. Der Bau einer neuen U-Bahn-Linie sowie die Umgestaltung eines Teils der Modemeile Königsallee kosten insgesamt fast eine Milliarde Euro. Einen Baustopp werde es beim Song Contest nicht geben, sagte Elbers. „Wir sind stolz darauf, dass die Stadt so prosperiert und sich weiterentwickelt.“

Völlig offen ist bislang, wer den europäischen Liederwettbewerb moderieren wird. Diese Frage müsse in den nächsten Monaten geklärt werden, sagte Gartzke. Bereits im Sommer hatte sich im Internet Unterstützung für Komiker Hape Kerkeling (45) formiert. Bei Facebook gibt es beispielsweise die Gruppe „Hape for Eurovision Song Contest Moderator 2011!“.

dpa