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Medien & TV Die Festplatte steht künftig im Netz
Nachrichten Medien & TV Die Festplatte steht künftig im Netz
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23:04 29.01.2010
So wie auf dem Schaubild speichert man seine Daten künftig von verschiedenen Standorten aus im Netz – Strato nennt den Speicherplatz ­„HiDrive“. Auf dem jeweiligen Übertragungsweg werden dazu unterschiedliche Internet-Protokolle wie FTP oder HTTP eingesetzt.
So wie auf dem Schaubild speichert man seine Daten künftig von verschiedenen Standorten aus im Netz – Strato nennt den Speicherplatz ­„HiDrive“. Auf dem jeweiligen Übertragungsweg werden dazu unterschiedliche Internet-Protokolle wie FTP oder HTTP eingesetzt. Quelle: HAZ
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Mit einem Kampfpreis wird der Webhoster Strato, der jüngst von der Deutschen Telekom aufgekauft wurde, zur CeBIT 2010 in den Markt des so genannten Cloud Computings einsteigen. Den Serverexperten aus Karlsruhe und Berlin schwebt eine virtuelle Festplatte vor, die Nutzer künftig an ihrem PC, am Laptop und auch unterwegs vom Handy aus nutzen können – Voraussetzung ist eine genügend schnelle Internetanbindung.

Solche Angebote, bei denen Nutzer ihren Speicherplatz weg von der eigenen Festplatte hin ins Netz verlagern, sind schon seit den Urzeiten der Rechnernutzung zu haben. Vor allem in Firmen waren und sind solche Szenarien gang und gäbe. Neu ist, dass nun auch verstärkt der Privatnutzer dazu ermuntert wird, seine Dokumente, Fotos, Videos und sogar Programme und Sicherheitskopien ins Internet zu verlagern. Strato bietet dafür zur CeBIT (2. bis 6. März) unterschiedliche Pakete an. Das kleinste enthält die bereits stattliche Speicherplatzmenge von 100 Gigabyte. Kosten soll dieses Angebot fünf Euro pro Monat.

Die virtuelle Festplatte bindet sich dabei nach den Vorstellungen der Strato-Techniker wie ein einfaches Serverlaufwerk in die Umgebung auf dem gerade genutzten PC, dem Laptop oder auch auf dem Handy ein. In einem halbjährigen Betatest haben die Experten gemeinsam mit Nutzern unterschiedliche Szenarien auf den Rechnerplattformen Windows, Mac und Linux erprobt. Und wie erste Tests auf der Veranstaltung CeBIT Preview in den vergangenen Tagen in Hamburg zeigten, funktioniert es vergleichsweise einfach, seine Daten auf diese Weise auszulagern. Strato hat dabei nicht weniger vor, als „sämtliche“ wichtigen Daten von Privat- und Firmenkunden auszulagern. Dazu sollen auch Back-up-Dateien, also Sicherheitskopien gehören – mit dem Effekt, dass über unterschiedliche Übertragungsprotokolle wie FTP, SMB/CIFS oder rsync regelmäßig Momentaufnahmen von Dateien erstellt werden – auf Wunsch bis zu ein Jahr zurück.

Dieses Angebot „Hidrive“ konkurriert direkt mit einigen Anbietern aus den USA. So hat etwa Dropbox eine vielversprechende Webfestplatte entwickelt, die übers Speichern im Netz hinaus sich auch um die Synchronisation sämtlicher Daten über alle zu verschiedenen Zeiten angeschlossenen Geräte kümmert. Ein Gigabyte Speicher ist bei diesem Anbieter kostenlos.

Ebenso hat die Firma Carbonite aus den USA ein Angebot eingerichtet, bei dem man für fünf US-Dollar pro Monat „unbegrenzt“ Speicherplatz im Netz nutzen kann. Dabei handelt es sich um eine auf Windows-Nutzer ausgerichtete Lösung, die weitgehend im Hintergrund des laufenden Betriebs eines PCs stetig Sicherheitskopien von Dateien anfertigt und übers Netz auf den Internetserver schaufelt.

Und die Sicherheit? Die Strato-Manager verweisen darauf, dass ihre Daten an zwei Standorten in Karlsruhe und Berlin redundant gespeichert werden – und zudem von den Administratoren nicht im einzelnen eingesehen werden können, wenn die Nutzer ihre Daten in sogenannten Truecrypt-Containern ablegen. Das sind verschlüsselte Speicherverzeichnisse, die nur bei Kenntnis eines Kennworts oder bei Besitz einer Kennwortdatei entschlüsselbar sind.

Für 60 Euro im Jahr erhält man freilich auch eine Festplatte, die man sich zu Hause an den Rechner anschließen kann – nur entfällt dabei der Luxus, auf diese Daten auch von anderen Rechnern etwa bei der Arbeit oder unterwegs mit dem Laptop zugreifen zu können. Größere Speicherplatzmengen wie etwa 500 Gigabyte sollen einen „einstelligen“ Betrag monatlich kosten. Die Anzahl der möglichen Nutzer solcher Netzfestplatten wird von Strato je nach gebuchtem Paket limitiert. Dafür können in einer geschützten Webseite auch einzelne Dateien oder Verzeichnisse für den Zugriff aus dem Internet für eine bestimmte Zahl an Downloads oder Tagen freigegeben werden.

Marcus Schwarze