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Medien & TV "Dark Souls": Sehr schwierig und sehr gut
Nachrichten Medien & TV "Dark Souls": Sehr schwierig und sehr gut
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19:06 18.10.2011
Screenshot aus "Dark Souls"
Die Spielwelt von "Dark Souls" ist düster und erinnert mitunter an "Herr der Ringe". Quelle: Namco Bandai
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Die offizielle Internetseite vom Action-Rollenspiel „Dark Souls“ heißt nicht darksouls.com, sondern www.preparetodie.com – bereite dich vor zu sterben. Das ist eine heftige Aussage, besonders zu einer Zeit, in der Spiele für Casual-Gamer, also eher unerfahrene Spieler, den Markt zu dominieren scheinen. Doch das Spiel wird der Internetadresse in virtueller Hinsicht gerecht: „Dark Souls“ ist als Nachfolger von „Demon’s Souls“ wegen des herausfordernden Gameplays, das keine Fehler erlaubt, bekannt und für den hohen Schwierigkeitsgrad berüchtigt.

In dem Action-Rollenspiel sind schon die ersten Skelette kein Kanonenfutter, wie das in derartigen Spielen üblich ist, damit sich der Spieler mit der Steuerung vertraut machen kann. Für welche der zehn Klassen vom Ritter über den Jäger bis zum Magier man sich auch entscheidet: Schon die Standardgegner stellen eine Herausforderung dar. Wer sich nicht hinter seinem Schild versteckt, den richtigen Moment zur Parade abwartet und dann zuschlägt oder einen Zauber wirkt, während er seine Ausdauer- und Lebensenergieanzeige im Blick hat, wird schnell den häufigsten Satz im Spiel lesen: „Ihr seid gestorben“.

Das ist normalerweise in Spielen nicht weiter schlimm, doch in „Dark Souls“ gibt es keine Möglichkeit, das Spiel jederzeit zu speichern – das ist nur an speziellen Leuchtfeuern gestattet. Was noch schwerer wiegt: Wer ein virtuelles Leben lässt, verliert alle Seelen, die er bis dahin gesammelt hat, und es besteht nur die einmalige Chance, sie wiederzubekommen – indem man den Ort des Ablebens aufsucht. Seelen sind als Währung das zentrale Element des Spiels: Der Spieler erhält sie für besiegte Gegner und kann damit seine Fertigkeiten wie Stärke oder Zauberkraft verbessern und Ausrüstung kaufen oder reparieren. Wer sich mühsam Seelen angesammelt hat, um ein mächtiges Schwert zu kaufen oder seine Ausdauer zu steigern, und sie dann durch einen Fehler verliert, dem wird das neue Spielgefühl klar, das „Dark Souls“ vermittelt: Anstatt blind in die Fantasy-Horrorwelt zu stürmen, geht man vorsichtig um jede Ecke, spürt Nervosität, wenn mehrere Gegner den Weg kreuzen, und empfindet Erleichterung, wenn einer der großen Endgegner endlich besiegt ist. Denn besonders die spannend inszenierten Bosskämpfe gegen überdimensionale Ritter, Wölfe, Spinnenwesen, Gargoyles oder Stiere zehren an den Nerven. Die großen Gegner lauern hinter Nebelwänden, durch die man hindurchgehen muss – und dabei unwillkürlich an andere Spiele denkt, in denen man jetzt schnell speichern würde.

Die Hintergrundgeschichte ist dabei nebensächlich, es gibt auch kaum klassische Aufträge wie in anderen Rollenspielen. Hier stehen die Kämpfe und das Vordringen in die dunkle Fantasywelt im Vordergrund. Die unheimliche Stimmung wird dabei vom Grafik- und Sounddesign unterstrichen: In „Dark Souls“ gibt es düstere Schlösser, Ruinen und verwunschene Wälder zu entdecken, die schwere Rüstung klappert bei jedem Schritt, Schwerter klirren und Monster brüllen. Damit erinnert „Dark Souls“ an manchen Stellen an „Der Herr der Ringe“ – nur teilweise noch düsterer.

Zum Glück gibt es im Multiplayermodus zumindest ein bisschen Hilfe. Wer das Spiel mit einer Onlineverbindung spielt, kann durch das virtuelle Ableben anderer Spieler vor Gefahren gewarnt werden oder von anderen verfasste Nachrichten mit Tipps lesen. Außerdem kann ein Spieler einen weiteren zu Hilfe rufen. Das kann aber auch gefährlich werden. Denn wer das Spiel online spielt, muss auch damit rechnen, dabei von anderen Spielern angegriffen zu werden.

„Dark Souls“ spaltet die Videospieler. Fans des Spiels loben die Atmosphäre, das Spielgefühl und die Herausforderung, Kritiker beschweren sich über unfaire Stellen und den hohen Schwierigkeitsgrad. Wer sich das Spiel zulegen möchte, sollte sich also vorher überlegen, ob er diese Herausforderung annehmen möchte – denn ansonsten kann es sein, dass das Spiel nach einer Stunde frustriert aus der Konsole genommen wird. Doch wer sich auf „Dark Souls“ einlässt, kann mehr als 50 Stunden in der Fantasywelt verbringen und bekommt eine unglaublich aufregende Spiel-Erfahrung.

„Dark Souls“ gibt es für PlayStation 3 und Xbox360. Es ist ab 16 Jahren freigegeben und kostet etwa 60 Euro.

jhf

Wer einen Einblick in das Spiel bekommen möchte oder Tipps braucht, kann sich hier eine auf Englisch kommentierte Videokomplettlösung ansehen.