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Kultur Weltkindertag: Amazon verschenkt eine Million Märchenbücher – aber es gibt Kritik
Nachrichten Kultur Weltkindertag: Amazon verschenkt eine Million Märchenbücher – aber es gibt Kritik
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10:54 20.09.2019
„Es war einmal – Neue und klassische Märchen“: In zahlreichen Buchläden und auf Amazon.de steht das Märchenbuch am Weltkindertag kostenlos zur Verfügung. Quelle: Amazon.de/obs
München

„Es war einmal …“ – jedes Kind weiß, dass nun ein Märchen folgt. Seit Jahrhunderten werden Geschichten über Feen und Prinzessinnen, magische Wesen und Drachen erzählt und vorgelesen. Für viele Kinder sind Märchen die ersten Bücher, mit denen sie Lesen lernen. Warum also nicht Kindern am Weltkindertag eine Freude machen und eine Million Märchenbücher verschenken?

Genau das hat sich die Stiftung Lesen überlegt und in die Tat umgesetzt. Zum Weltkindertag am 20. September liegen in zahlreichen Filialen der größten deutschen Buchläden eine Million Ausgaben eines Vorlesemärchenbuchs aus. Auch online ist das Buch über Amazon bestellbar. Und das sorgt für Ärger.

Buchbranche wittert Marketingaktion

Denn Branchenvertreter sehen in der vermeintlich generösen Aktion vor allem eine verkappte Marketingkampagne. Der Vorwand der Leseförderung sei ein vorgeschobener Grund. Der Hauptgeschäftsführer des Börsenvereins des deutschen Buchhandels, Alexander Skipis, sagte im „Deutschlandfunk“, dass es Amazon vor allen Dingen darum ginge, Kundendaten abzugreifen und gute Geschäfte zu machen.

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Amazon ist der größte Internethändler von Büchern und der größte Konkurrent klassischer Buchhandlungen. Der Konzern selbst spricht von einer gelungenen Kooperation zwischen Online- und stationärem Buchhandel. Neben der Stiftung Lesen beteiligen sich die Buchhandelsketten Thalia, Mayersche und Hugendubel an der Aktion. Nach der Kritik wurden auch unabhängige Buchhändler eingeladen, sich an der Geschenkaktion zu beteiligen. Nach Informationen des NDR sollen 700 Buchläden kontaktiert, viele würden sich aber bewusst abgrenzen.

Kritik an Stiftung Lesen

Unmut sorgt aber auch die Informationspolitik der Stiftung Lesen. So kritisiert Skipis im Interview mit dem Deutschlandfunk, dass die Branche nicht in das Projekt eingebunden gewesen wäre. Und das, obwohl der Börsenverein Mitglied der Stiftung sei. Dessen Geschäftsführer Jörg Maas betont dagegen die Bildungsfunktion der Aktion. „(Vor-)Lesezeit ist Familienzeit. Wenn Eltern gemeinsam mit ihren Kindern neue Abenteuer erleben und in fremde Welten abtauchen, entstehen Nähe und Gespräche.“ Zudem würden das Lesen und Vorlesen von Geschichten den Wortschatz der Kinder erweitern und ihre Konzentration sowie Motivation zum selbst lesen stärken.

Das Märchenbuch mit dem Titel „Es war einmal – Neue und klassische Märchen“ erscheint im Imprint Tinte & Feder des Verlags Amazon Publishing. Auf Amazon.de steht das Buch am 20. September ab 8 Uhr kostenlos als gedrucktes Buch, E-Book und Hörbuchversion zur Verfügung. Allerdings müssen sich Kunden bei Amazon registrieren.

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Von Patrick Fam/RND

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