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Kultur Über 50.000 Kehlen im Ruhrgebiets-Sound
Nachrichten Kultur Über 50.000 Kehlen im Ruhrgebiets-Sound
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10:01 03.06.2012
Beim zweiten „Day of Song“ haben mehr als 50.000 Menschen im Ruhrgebiet gesungen.
Beim zweiten „Day of Song“ haben mehr als 50.000 Menschen im Ruhrgebiet gesungen. Quelle: dpa
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Essen

Über 50.000 Kehlen vereint im Sound des Ruhrgebiets: Sänger aus 53 Städten haben am Samstag den zweiten revierweiten Gesangstag „Day of Song“ gefeiert. Um Punkt 12.10 Uhr wurden zu Live-Fanfaren auf dem Dach eines Modehauses in der Essener Innenstadt die vier Lieder „Glück auf, der Steiger kommt“, „Day of Song“, „Heimat vieler Kulturen - Land of Hope and Glory“ und „Ein schöner Tag - Amazing Grace“ angestimmt. Dazu stiegen 1000 pinkfarbene Luftballons in den Himmel. Einige Menschen sind berührt, manche haben sogar Tränen in den Augen.

Anschließend sangen die Menschen überall dort weiter, wo gesungen werden kann - in Museen, Industriedenkmälern, Theatern, Konzertsälen, Altenheimen und Krankenhäusern. Insgesamt standen am Wochenende über 500 Gesangsveranstaltungen zwischen Unna und Xanten auf dem Plan. „Spaß und Mitsingen stehen dabei im Mittelpunkt“, sagt Sprecherin Hella Sinnhuber. „Die Klangfarbe der Konzerte ist so vielfältig wie die Region.“ Im Ruhrpott habe der Gesang an Wichtigkeit gewonnen. „Ja, es gibt eine Singbewegung. Da ist Lebensfreude zu hören.“

Alleine in Dortmund haben sich über 6000 aktive Sänger zum internationalen Gospelkirchentag zusammengefunden. Aus dem Gesangsrausch kommt niemand raus: In einem Einkaufszentrum trugen Gospelsänger aus Deutschland, Skandinavien und den Niederlanden die Songs „Oh Happy Day“, „Hallelujah“ oder „Go, Tell It To the Mountain“ vor. 130 Chöre treten dabei auf neun Bühnen auf. Mit dabei sind unter anderem Nina Hagen und die Vokal-Pop-Band „Wise Guys“.

Schon vor dem offiziellen Beginn haben die Veranstalter eine „Klangbrücke“ zwischen dem Chortag des Essener Sängerkreises, dem Bistum Essen und dem evangelischen Stadtkirchentag geschlagen. Dazu erklangen die Lieder „Hejo, spann den Wagen an“ und „Dona nobis pacem“ im Kanon. Der Tag endet mit einem Sonnenuntergangskonzert am Gasometer in Oberhausen. Dort erwartet die Besucher allerdings eher Experimentelles. „Da sollen Klang- und Schallwellen erfahrbar gemacht werden“, sagt Sinnhuber. Dazu singt Gala-Sängerin Richetta Manager in der Industriekathedrale „Oh Lord, What a Morning“.

Ein besonderer Schwerpunkt in diesem Jahr ist das Singen mit Kindern. Es gibt ein eigenes Liederangebot für Schulen und Kindergärten. Und auch die im Ruhrgebiet beheimatete Initiative „Kein Kind ohne Instrument“ hat sich eingebracht.

Der „Day of Song“ war schon bei der Kulturhauptstadt 2010 mit 25.000 Teilnehmern eines der erfolgreichsten Großprojekte. Die Teilnehmerzahl hat sich bei der zweiten Auflage verdoppelt. 

jhf/dpa

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