Menü
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung| Ihre Zeitung aus Wolfsburg Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung| Ihre Zeitung aus Wolfsburg
Anmelden
Kultur „Stardust“: David-Bowie-Film ohne Originalmusik?
Nachrichten Kultur „Stardust“: David-Bowie-Film ohne Originalmusik?
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
13:00 06.02.2019
Starb 2016 an Krebs: Musiklegende David Bowie.
Starb 2016 an Krebs: Musiklegende David Bowie. Quelle: picture alliance / empics
Anzeige
London

Ein David-Bowie-Biopic ohne David-Bowie-Musik? So könnte man den Twitter-Post von Bowies Sohn, Duncan Jones, jedenfalls verstehen. Jüngst äußerte sich der Filmemacher auf der Plattform zu den „Stardust“-Plänen des Produzenten-Duos Paul Van Carter und Nick Taussig (Salon Pictures), das bereits die für zwei BAFTA-Awards nominierte Doku über den Modedesigner Alexander McQueen produzierte. „Nach aktuellem Stand werden in dem Film keine Songs meines Vaters vorkommen und ich kann mir auch nicht vorstellen, dass sich das ändert“, schreibt Jones in dem Post. Es habe sich niemand die Musikrechte für ein Biopic gesichert, das hätte er mitbekommen.

„Stardust“: Drehstart soll im Juni sein

Die Ankündigung, David Bowies Aufstieg und seinen ersten Trip nach Amerika 1971, der ihn zu seiner Kunstfigur Ziggy Stardust inspirierte, solle verfilmt werden, weckte bei dem einen oder anderen „Bohemian Rhapsody“-Hoffnungen. Mit einem Einspielergebnis von über 830 Millionen US-Dollar ist der Freddie-Mercury-Film immerhin die bis dato erfolgreichste Filmbiografie. Das liegt nicht zuletzt daran, dass der Film nicht nur einen Zeitraum von 15 Jahren abdeckt, sondern auch mit einem Soundtrack aufwartet, der fast ausschließlich aus Original-Aufnahmen besteht. In einem künftigen Bowie-Biopic, das den Segen der Bowie-Erben zur Musiknutzung erhält, könnte Schauspieler Ramui Malek seine Mercury-Rolle aus „Bohemian Rhapsody“ wieder aufnehmen: Der Queen-Sänger sang mit Bowie Ende 1981 das Duett „Under Pressure“ ein.

Noch im Februar soll das Independent-Projekt „Stardust“ laut Variety – Drehstart soll im Juni sein – während der Berlinale beim European Film Market angeboten werden. Dann darf man gespannt sein, wie viel Geldgebern dieses Projekt wert ist.

Kein Biopic, sondern eine Momentaufnahme

Bis dahin halten die Produzenten Van Carter und Taussig wohl an ihrer Erklärung fest, „Stardust“ sei kein Biopic, sondern vielmehr eine Momentaufnahme des Wendepunkts in Bowies Leben. Somit sei der Film nicht an seine Musik gebunden. Ähnlich wie bei den Filmbiografien „Nowhere Boy“ über John Lennon oder „Control“ über die Band Joy Division, verwende die Produktion historische Musik und Songs, die Bowie gecovert hat, aber nicht seine eigenen Kompositionen.

Bowies Sohn schreibt dazu: „Es liegt ganz an den Zuschauern, ob sie ein Biopic ohne seine Musik und ohne Zustimmung seiner Familie sehen wollen“.

Der 35-Jährige Johnny Flynn bringt als Sänger in einer Band das musikalische Knowhow mit, um Pop-Legende David Bowie in der neuen Filmbiografie zu spielen. Quelle: George Frey/EPA/dpa

Netflix-Star Johnny Flynn spielt Bowie

Ein Zuschauer-Schmankerl könnte freilich die Besetzung von „Stardust“ sein. Der in Südafrika geborene Schauspieler Johnny Flynn soll die Pop-Legende David Bowie spielen. Flynn spielte die Hauptrolle in der Netflix-Serie „Lovesick“ und ist derzeit in London an der Seite von „Game of Thrones“-Star Kit Harington (32) im Theaterstück „True West“ zu sehen. Außerdem veröffentlichte der 35-Jährige bereits mehrere Alben mit seiner eigenen Band. Der musische Bezug ist also mehr als gegeben. Bleibt nur noch die Frage nach Original-Bowie-Stücken offen.

Von Amina Linke/RND