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Kultur Ein Buch von Reng
Nachrichten Kultur Ein Buch von Reng
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20:33 07.11.2013
Von Ronald Meyer-Arlt
Von links: Roger Willemsen, Katja Kraus, Roland Reng und NDR-Programmdirektor Knuth.
Von links: Roger Willemsen, Katja Kraus, Roland Reng und NDR-Programmdirektor Knuth. Quelle: Surrey
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Hannover

Es wäre wohl recht einfach, zum Thema „50 Jahre Bundesliga“ ein ganz langweiliges Buch zu schreiben: Männer und Mannschaften, Tore und Transfers, kuriose Situationen, dumme Sprüche, fertig. Der Sportjournalist und Schriftsteller Ronald Reng, der immer wieder auch für die HAZ schriebt, hat es anders gemacht. Seine Geschichte zum Thema „50 Jahre Bundesliga“ ist die Geschichte eines Mannes. Reng, der auch Autor einer sehr lesenswerten Buches über den verstorbenen Torhüters Robert Enke ist, erzählt in „Spieltage. Die andere Geschichte der Bundesliga“ von Heinz Höher, Jahrgang 1938. Und indem er von diesem Mann erzählt, der Profifußballer war und Trainer (VfL Bochum) erzählt er auch von 50 Jahren Bundesliga. Es ist ein großartiges Buch, spannend wie ein Krimi, lebensnah wie eine Reportage, lehrreich wie ein Wirtschaftsbuch. Was auch heißt: absolut preiswürdig.

Einen bedeutenden Preis konnte Ronald Reng gestern Abend bei einer von NDR-Redakteur Ulrich Kühn gewohnt nonchalant moderierten Gala im Festsaal des Schlosses Herrenhausen entgegennehmen: den mit 15 000 Euro dotierten NDR-Kultur-Sachbuchpreis. Die Laudatio hielt jemand, der sich mit Fußball und Schreiben gleichermaßen auskennt: Katja Kraus. Die ehemalige Nationalspielerin und spätere Fußballfunktionärin hat nach ihrem Ausscheiden aus dem Vorstand des HSV das Sachbuch „Macht – Geschichten von Erfolg und Scheitern“ geschrieben.

Gelobt wurde Ronald Reng aber schon vorher. Roger Willemsen, der auch der Jury angehört, führt launig mit ein paar Denkanstößen ins Thema ein. Eine Talkrunde, zu der NDR-Hörfunk-Programmdirektor Joachim Knuth, Patricia Schlesinger vom NDR-Fernsehen, Wilhelm Krull, Generalsekretär der VolkswagenStiftung und HAZ-Chefredakteur Hendrik Brandt gehörten, diskutierte über die Stellung von Sachbüchern in der Streitkultur.
Ein kurzes und auch recht kurzweiliges Streitgespräch gab es nach der Übergabe der Urkunde an Ronald Reng. HAZ-Chefredakteur Hendrik Brandt sprach mit Reng über Fußball, Schreiben und auch über das anstehende Fußballspiel zwischen Hannover 96 und Eintracht Braunschweig.

Traditionell ist die Vergabe des NDR-Sachbuchpreises mit der Vergabe einer anderen Auszeichnung verbunden. Wo man schon mal beim Sachbuchloben ist, hat auch ein zweites Sachbuch Platz. Mit dem Förderpreis Opus Primum, der mit 10 000 Euro dotiert ist, zeichnet die Volkswagen Stiftung herausragende Nachwuchspublikationen aus. In diesem Jahr geht der Preis an Daniel Stahl, der sich in „Nazi-Jagd“ auf die Spur von NS-
Verbrechern begibt, die in Südamerika untergetaucht sind. Stahl beschreibt nicht nur die Suche nach den untergetauchten Nazigrößen, sondern wirft auch ein Licht auf die politischen Veränderungen in Südamerika. Es ist ein wissenschaftliches Buch mit einem umfangreichen Anmerkungsapparat, das nicht immer ganz einfach zu lesen ist. Was natürlich im Vergleich mit Rengs Sportlergeschichte ganz besonders auffällt.

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