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Kultur „No Offence“ und mehr DVD-Tipps
Nachrichten Kultur „No Offence“ und mehr DVD-Tipps
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13:20 07.06.2019
Quelle: Getty Images/iStockphoto
Hannover

Man nannte ihn Hombre. Eine Geschichte vom Fortschritt, der nicht eine neue Menschenordnung hervorbringt, sondern die bislang schon Unterprivilegierten neuerlich überrollt. Der Weiße Henry Russell, (Paul Newman), der als Kind von Apachen gefangen genommen wurde, und später bei ihnen blieb, bestreitet seinen Lebensunterhalt durch die Verkäufe gezähmter Mustangs an Postkutschenunternehmen.

Doch die Zeit der Eisenbahn ist da, die Post hat einen schnelleren und sichereren Weg gefunden und Russell nimmt die letzte Kutsche aus dem Städtchen Sweetmary. Die wird unterwegs von Banditen überfallen, die Geld erbeuten, das der Indianeragent von Sweetmary veruntreut hat. Der Überfall wird zur Belagerung, bei dem Russell das Heft auf Seiten der Belagerten in die Hand nimmt und unerbittlich dafür kämpft, dass das Geld den betrogenen Apachen zukommt, koste es auch das Leben von Geiseln.

Einer der großen „Paul Newman stirbt am Ende“-Filme (Die anderen sind „Der Unbeugsame“ und „Zwei Banditen“), vor allem aber einer der großen Western aus der späten Zeit des Genres. Wie der ebenfalls 1966 entstandene „Nevada Smith“ von Henry Hathaway, ergreift auch Martin Ritts Film Partei für die amerikanischen Ureinwohner, die 27 Jahre zuvor, in John Fords „Ringo“, noch gesichtslose Reiterhorden waren, die Postkutschen überfielen.

Der Indianer dieses Films erscheint in der Ruhe, mit der er alle Anfeindungen seiner Mitreisenden erträgt als überlegen. Dass er im Grunde ein Weißer ist, schwächt die Aussage des Films nicht wirklich. „Hombres“ Loyalität gilt denen, die dem Rassismus und der Verfolgung ausgesetzt sind. Schade, dass keinerlei Bonusmaterialien enthalten sind, die dem Zuschauer die Bedeutung dieses Klassikers darlegen.

Man nannte ihn Hombre Quelle: 20th Century Fox

Spider-Man – A New Universe. Spider-Man ist tot. Der junge Schwarze Miles Morales aus Brooklyn, der selbst gerade von einer radioaktiven Spinne gebissen wurde, war Zeuge seiner Ermordung durch seinen schwergewichtigen Gegenspieler Kingpin. Der glaubt, durch einen Teilchenbeschleuniger Paralleluniversen koppeln zu können, um seine Familie zurückzuholen, an deren Tod er Spider-Man die Schuld gab. Das Experiment gelingt, die Weltenfusion ist aber instabil und droht, alle Universen zu vernichten.

Miles und fünf weitere männliche und weibliche Spidey-Inkarnationen (auch ein Spider-Schweinchen namens Peter Porker ist darunter) aus den verknüpften Welten versuchen die mörderische Apparatur zu vernichten. Alles endet in einem Showdown, so schreiend farbintensiv, dass die Augen „Tilt!“ schreien.

Verglichen mit den vielen klassischen Zeichentrickfilmen der Konkurrenz von DC (darunter einige überaus gelungene Filme) ist „Spider-Man – A new Universe“ vom Regietrio Bob Persichetti, Peter Ramsey und Rodney Rothman ein Quantensprung. Ein CGI-Stück mit bannig Humor, Witz und feiner Zeichnung der Hauptfigur, das mittels „cell shade“-Verfahren eine (nie gesehene) Zeichentrickanmutung erreicht – plastischer denn je.

Und das mit der Übertragung der Bildsprache der Comics ins Medium Film ebenso witzig und virtuos spielt, wie mit der Neigung der Comicschöpfer, ihre Figuren in neue Welten zu werfen oder sie gar neu zu erfinden (Doc Octopus ist hier eine Frau). Spider-Man, aus dem mit seiner Einreihung in die „Avengers“-Schar der Schwung raus war, macht wieder Spaß wie beim ersten Comicheft, das man je las. Fortsetzung dringend erwünscht.

Spider-Man – A New Universe Quelle: Sony Pictures Entertainment

No Offence – Staffel 3. Das Polizeigespann aus Manchester ist wieder da. Allerdings –fetter Spoiler – nicht ganz. Detective Sergeant Joy Freers (Alexandra Roach), liebenswert schusselig, wird bei einer Verfolgungsjagd erschossen, gleich zu Beginn der ersten Folge, und das ist ein Schlag, von der sich die britische Serie erstmal erholen muss.

Der den Serienfan erschütternde Todesfall ist allerdings auch der große Handlungsbogen der dritten Staffel von „No Offence“. Joys beste Freundin Dinah Kowalska (Elaine Cassidy) wird zum Sergeant befördert, womit die unorthodoxe Ermittlungsarbeit unter der schwergewichtigen Detective Inspector Vivienne Deering (Joanna Scanlan) weitergehen kann.

Alle halblegalen Seitenwege dieses Kriegspfads werden freudig beschritten, alle Risiken eingegangen, um (neben der Bewältigung der täglichen Fälle) den Mörder der Kollegin zur Strecke zu bringen. Wobei die Privatbereiche der Hauptfiguren diesmal nahezu unbeleuchtet bleiben.

Das hier rechtsradikale Fanatiker verantwortlich sind, scheint von Beginn an festzustehen, aber Serienschöpfer Paul Abbott hält wie üblich eine große Überraschung parat. Im Gegensatz zu den meisten Polizeiserien regiert in „No Offence“ allertaffste Britfrauenpower, während die männlichen Kollegen (ebenfals sehens- und hörenswert) die zweite Geige spielen. Eine vierte Staffel wäre großartig!

No Offence – Staffel 3 Quelle: Studiocanal

Merz gegen Merz, Staffel 1. Manchmal ist „Merz gegen Merz“ richtig komisch, etwa wenn Erik der Paartherapeutin zuraunt „Wenn sie mal jemand brauchen, der etwas eskalieren soll“, und dann die Augen vielsagend Richtung Ehefrau Anne rollt. Christoph Maria Herbst ist sieben Jahre nach der letzten „Stromberg“-Episode wieder für Autor Ralf Husmann unterwegs.

Als Paar in der Krise fechten er und Annette Frier die Beziehungstjosten ihrer Figuren allerdings nur halbherzig aus, immer wieder blitzt (zu) viel Sympathie füreinander durch, sie helfen einander und bereiten einander nur ein Viertel der Hölle auf Erden. Aber auch wenn sie auf Turbo schalten so wie einst Kathleen Turner und Michael Douglas in Danny De Vitos „Der Rosenkrieg“, wirkt gut die Hälfte der Gags altbacken und wenig „strombergig“.

Während die Anzeichen privat auf Trennung stehen, wird’s beruflich enger –der demenzkranke Schwiegervater installiert Erik als Firmenchef, weil er seinem „Mädchen“ die Führung nicht zutraut. Die Tochter interveniert, insistiert auf eine eigene Kandidatin. Das hat das Zeug zu scharfen Klingen, die mörderisch geführt werden. „Therapie 1“ heißt die erste Staffel, „Sitzung 1 – 8“ sind die einzelnen Episoden. Wir geben uns vorläufig mit der Hälfte der passablen und guten Gags zufrieden und erwarten fürs nächste Mal mehr.

Merz gegen Merz, Staffel 1 Quelle: Eye See Movies

Krypton – erste Staffel. Krypton war der Planet, der zerbarst und alle seine Bewohner in den Tod riss. Alle? Ein kleines Kind wurde mit einer Rettungskapsel in den Weltraum geschleudert. Landete auf der Erde und wurde dort der Reporter Clark Kent alias Superman. Die Geschichte des Aliens Kal-El, das gewandet in einen hautengen, blauen Anzug und ein rotes Cape, unentwegt Gutes tut, ist eine der berühmtesten der Welt. Aber auch eine der absehbarsten, weil „Supie“ superstark, superschnell und quasi unverwundbar ist, fliegen kann, im Weltall überlebt, aus den Augen Strahlen abschießen kann, und, und, und. Alleskönner sind auf Dauer Langweiler, weswegen man Batman-Comics und –Filme cooler fand.

Das Prequel aber, das Warner und der Fantastica-Sender Syfy in der Serie „Krypton“ erzählen, klingt erlebenswert. Es ist die Geschichte von Supermans Großvater Seg-El, der zwei Jahrhunderte vor dessen Geburt erleben musste, wie sein eigener Großvater (gespielt von Ian McElkinny, dem edlen Ser Barristan aus „Game of Thrones“) einem Tyrannen die Loyalität verwehrt und daraufhin hingerichtet wird. Die Famile verliert ihre Gildezugehörigkeit, wird ausgestoßen, lebt in den Armenghettos.

Freilich ist Val-El gar nicht tot, sondern nur in der Phantomzone, einem Zwischenreich. Aus dem er gelegentlich hervortritt, um dem schon bald auch elternlosen Enkel Tipps zu geben. Die kann er wahrlich brauchen. Denn Seg (Cameron Cuffe), ein von der Familienschande und der Liebe zu einer jungen Polizistin (Georgina Campbell) verwirrter Jüngling auf der Suche nach Sinn und Bedeutung, rettet dem Diktator mit der goldenen Maske das Leben – dem Mann, der Lüge zu Wahrheit und Wahrheit zu Lüge verkehrt und der Andersdenkende nach kurzen Schauprozessen töten lässt.

Zudem bekommt Seg Besuch aus der Zukunft von einem Planeten namens Erde. Ein schlaksiger Typ mit Hoodie und Baseballkäppi verrät ihm, dass sein Planet dem Untergang geweiht ist, weil ein Bösewicht namens Brainiac (Supermans zweitgefährlichster Gegenspieler nach Lex Luthor und der mit dem lächerlichsten Namen) ihn zerstören will. Die Geburt Supermans soll verhindert werden, was eigentlich auch ohne den Big Kryptonbang ausreichen würde für ein Paradies der Superschurken auf Erden.

Terminator“ und „Star Wars“ sind die Väter dieser Story, zu der es inzwischen von DC auch einen Comic gibt. Manche Spezialeffekte sind beeindruckend, oft aber wirken die Schauspieler eher wie Theatervolk in blauem Licht und ziemlich künstlichen Metallic-Kulissen. Cuffe kommt in der Hauptrolle wie ein typischer jugendlicher Held rüber - ansehnliche Larve, reduzierte Kunst - der von interessanteren Figuren umgeben ist. Ist das nun eine Serie für Leute, die sonst keine Sorgen haben?

Nicht unbedingt, denn die Botschaft ist auch für uns vom Planeten Erde des Jahres 2018 relevant: Ignoranz, Menschenverachtung und Despotismus sind immer und unter allen Umständen zu bekämpfen durch gesunden Menschenverstand, Wissen und Menschenliebe. Die Populisten haben den Rückwärtsgang der Geschichte eingelegt. Das Fernsehen erzählt in seinen Zukunftsfilmen (so hieß Science-Fiction in Deutschland früher), wie es wieder vorwärts geht.

Krypton – erste Staffel Quelle: Warner

Die Libelle - Miniserie. Park Chan-wook („Oldboy“) verfilmt John Le Carrés Spionageklassiker „Die Libelle“. Pedantisch, ja detailversessen belebt er das Jahr 1979 neu - mit zigarettenrauchgeschwängerten Hinterzimmern, den richtigen Overalls, Lederjacken, Schreibtischlampen, Wandfarben und Frisuren. Die Farben der Bilder sind original 1979, man scheint die bleierne Zeit zu riechen und zu schmecken, alles fühlt sich richtig an bis hin zu den Kamerazooms, einem beliebten Stilmittel der Filme der Siebzigerjahre.

Der Außenblick des koreanischen Regisseurs auf eine ihm unbekannte Vergangenheit und Kultur ergibt jedoch mehr als ein bewegtes Museum. In drei Tagen und Nächten Handlungszeit (sechs Episoden) wird eine Welt nachvollziehbar, in der die „Revolution“ noch Thema ist, in der deutsche Terroristen gemeinsame Sache mit palästinensischen Freiheitskämpfern machen und eine britische Schauspielerin vom israelischen Geheimdienst engagiert wird, um dem arabischen Terroristen Khalil, der Anschläge in Europa plant, rechtzeitig das Handwerk zu legen.

Eine spannende Geschichte von Gefahr und Gaukelei, Wut und Weltverbesserungsträumen, in der Alexander Skarsgard als manipulativer israelischer Agent Gadi Becker und Michael Shannon als sein melancholischer Führungsoffizier sehenswert sind. Die aber Florence Pugh gehört. Pugh gibt als idealistische Schauspielerin Charlie, die in die Welt der Spionage rutscht, die überzeugend ein falsches Spiel spielt, das sie mehr als einmal an den Rand des Todes führt, an den Rand zu töten, eine Weltklassevorstellung.

Die Libelle - Miniserie Quelle: Universal

Mortal Engines – Krieg der Städte. Im Buch waren die „amerikanischen Gottheiten“ an Bord der rollenden Raubstadt London Micky Maus und Goofy, in der Verfilmung unter Produzent Peter Jacksons sind es die Minions. Im Buch wird London gesprengt, nachdem es Bayreuth platt gemacht hat, die Adaption endet anders. Im ersten abendfüllenden Film von Jacksons Spezialeffektmeister Christian Rivers („King Kong“) ist so einiges anders als in der komplexeren Vorlage.

Erzählt wird von einer märchenhaft-dystopischen Zukunft, paralleluniversumshaft anders als unsere Welt, wo Städte auf Ketten durch eine Wüstenei rollen. Die großen Städte „fressen“ die kleinen. Zwei junge Menschen, der unpolitische, leicht versnobte Junghistoriker Tom Natsworthy (Robert Sheehan) und die idealistische, Rache suchende Rebellin Hester Shaw (Hera Hilmar) werden in eine unfreiwillige Allianz geworfen und versuchen zu verhindern, dass der Oberste Historiker Valentine (Hugo Weaving) einen Wall durchbricht, hinter dem Teile der Menschheit friedlich zusammenleben, nur um frische Ressourcen für London zu bekommen.

Der gut ausgestattete Film war an den Kassen ein veritabler Flop, nicht zuletzt wegen einigem erzählerischem Leerlauf und nicht allzu tief gestalteten Charakteren. Eine Fortsetzung ist also unwahrscheinlich. Wer tiefer in dieses Steampunk-Universum eindringen will, schnappe sich die Romane von Philip Reeve, auch der erste birgt wegen der vielen Eigenmächtigkeiten des Kinos noch einige Überraschungen.

Mortal Engines – Krieg der Städte Quelle: Universal

Thilda und die beste Band der Welt. „Los Bando“ heißt der Film von Christian Lo im Original, und dieser Titel ist zutreffender als „Thilda gegen den Rest der Welt“, denn die „Bandmitglieder“ dieser norwegischen Ausreißergeschichte sind durchaus gleichberechtigt in ihrer Bedeutsamkeit. Thilda (Tiril Marie Holstad Berger) ist mit ihrem Cello nur die ungewöhnlichste „Stimme“ im Verbund mit Aksel (Gitarre/scheußlicher Gesang, gespielt von Jakob Dyrud) und Grim (Schlagzeug, Tage Johansen Hogness).

Als Bass-Ersatz reist Thilda, frisch rekrutiert, im geklauten Bandbus zu einem Nachwuchsfestival nach Norwegen. Gesteuert wird das Fahrzeug von dem frustrierten Rallyefahrer Martin (Jonas Hoff Oftebro), der glücklicherweise über eine ausdrucksstarke Stimme verfügt. Und schon bald werden sie von Martins wutentbranntem Bruder und von der Polizei verfolgt, denn Tilda hat die Einwilligung ihrer Eltern gefälscht.

Ein schnuckeliges Jugend-Road-Movie führt den Zuschauer durch traumhafte skandinavische Landschaften und vermittelt seinen Zuschauern die Botschaft, dass man unbedingt an seinen Träumen festhalten sollte. Wobei keine Märchen erzählt werden: Die Band gewinnt das Festival nicht, sie gewinnt Wichtigeres.

Thilda und die beste Band der Welt Quelle: Farbfilm-Verleih

Sobibor. „Gold ist stärker als der Tod“, sagt ein jüdischer Juwelier am Bahnsteig. Ein Irrtum. Menschen mit ihrem einzigen, unwiederbringlichen kostbaren Leben geraten in „Sobibor“ in die Hände von Menschen, die den Wert des Lebens nach Rasse und Herkunft klassifizieren, unvorstellbare Grausamkeiten im Dienst einer menschenverachtenden Ideologie begehen und mit industrieller Effizienz Massen morden. Leben ist nichts im Lager Sobibor.

Mit der Ankunft eines Eisenbahnzugs, der Begrüßung, Selektion und einer „Duschszene“ beginnt Konstantin Khabenskys Film. Ein erschütternder Auftakt, den der russische Regiedebütant, der auch die Hauptrolle des russischen Lagerinsassen Alexander Perchersky übernimmt, schon bald wieder relativiert. „Sobibor“, der die Geschichte eines legendär gewordenen Aufstands erzählt, ist handwerklich gelungen, aber weit entfernt von einem Meisterwerk, da er jedwede Feinfühligkeit und Differenziertheit in der Charaktergestaltung vermissen lässt.

Die Nazis hier sind allesamt – karikaturesk überzogene, plumpe Folterknechte. Es gibt keinerlei Abstufung in diesem Bestiarum der Hakenkreuzler, und wenn Christopher Lambert als Lagerleiter die Schuld am eigenen Sadismus auf seinen antisemitischen Vater abschiebt, wird der Streifen geradezu obszön lächerlich. Die Entwürdigung des Menschen durch die Nazis ist diesmal nur Vorwand für einen missglückten Film, der im Zeigen des Unzeigbaren ohne jegliche Zwischentöne den Hass auf Deutsche schürt und damit auch die Opfer instrumentalisiert.

Dabei ist der Auftrag an alle in der Welt das Gegenteil von Spaltung: Wehret gemeinsam den Neuanfängen. Der Schoß ist fruchtbar noch, aus dem das kroch. Er heißt Nationalismus, Populismus, Neonazismus, bringt schon wieder Rassismus, Antisemitismus, Menschenhass hervor, und trägt die Kürzel und Namen diverser spalterischer Parteien in Europa, die gefährlich viel Zulauf erfahren.

Sobibor Quelle: New KSM

Der mit dem Wolf tanzt. John Dunbar hat beinahe ein Bein verloren, er hat die Gemetzel des amerikanischen Bürgerkriegs erlebt, hasardeurhaft eine Schlacht für die Seite des Nordens entschieden und zieht es vor, der „weißen“ Welt den Rücken zuzukehren. In der Weltferne wird er mit einem Sioux-Stamm konfrontiert, dessen Respekt er sich unter Schwierigkeiten erkämpft.

Er wird Zeuge, wie die ursprünglichen Kulturen Amerikas verdrängt und beseitigt werden, wie ein Zeitalter endet und ein Kontinent sich verwandelt. Und er versucht zunächst, diese neue Zeit aufzuhalten, dann in der alten zu verschwinden und alle Spuren zu verwischen. Ein Wolf, der sein Nachbar wird und mit dem er in der einer der bewegendsten Szenen dieses Films „tanzt“, wird zum Sinnbild der auf die falsche, rücksichtslose Weise untertan gemachten Welt.

Höchste Zeit, Kevin Costners bestem Film als Regisseur und Schauspieler nach beinahe 30 Jahren wiederzubegegnen, eine neue Generation mit ihm bekanntzumachen. „Der mit dem Wolf tanzt“ ist mehr als ein Western, mehr als ein Edelwestern, er schwört den Betrachter ein auf ein Leben in Eintracht mit der Natur, nicht gegen sie, er macht Zivilisation nicht an westlicher Lebensart fest, nicht an „weißen“ Prioritäten sondern am Humanismus, der in allen Völkern zu finden ist und oft den sonst am weitesten entwickelten abhandengekommen ist.

Und ist damit ein Film, der uns Heutigen, die wir die Natur in selbstmörderischer Weise gegen uns gekehrt haben, viel zu geben hat. Wir sollten lernen, mit dem Wolf zu tanzen. Zu bevorzugen ist die Dreistundenvariante des Epos vor der etwas zähen und redundanten späteren Kinoversion. Bonusmaterialien? In der neuen Edition leider Fehlanzeige!

Der mit dem Wolf tanzt Quelle: Verleih

The 100 – fünfte Staffel. Okay, am Anfang waren Zweifel, es könne sich um eine überkandidelte Teenieserie mit darstellerisch begrenzt begabten Laufstegschönheiten handeln. In „The 100“ landeten 100 kriminelle Jugendliche von der Weltraumstation The Ark auf der 97 Jahre zuvor radioaktiv verseuchten Erde, um festzustellen, ob die Bedingungen ausreichen, den Planetenneu zu besiedeln.

Die Hundertschaft, gefolgt von der Gesamtbesatzung des Habitats, musste feststellen, dass sich auf Erden längst neue Gemeinschaften gebildet hatten, und dass Frieden auch in einer postnuklearen Welt der Clans und Stämme die Ausnahmesituation ist.

Nachdem am Ende der vierten Staffel eine weltweite Reaktorschmelze, das „Praimfaya“, eine neuerliche Apokalypse verursacht hat, macht die Serie einen Zeitsprung von fünf Jahren: Clarke Griffin (Eliza Taylor) versucht, an der Oberfläche zu bestehen, die im Bunker abgeschotteten, verfeindeten Clans haben sich in eine archaische Diktatur verwandelt und die mit Clarkes Hilfe ins All Geflüchteten erwägen eine Rückkehr zur Erde.

Dann taucht ein Bergbau- und Gefängnisraumschiff auf, das von Häftlingen gekapert wurde, die den Weltuntergang im Kryoschlaf verpasst hatten und die nun das letzte fruchtbare Tal auf Erden für sich beanspruchen. Der Mensch ist dem Menschen ein Wolf, Eskalation ist das Motto, es geht wieder und wieder auf Leben und Tod.

Man hat es bis heute nie bedauert, dieser Science-Fiction Serie treu gefolgt zu sein und wird mit der fünften Staffel mehr denn je belohnt. „The 100“, 2014 bei The CW von den Serienmachern Jason Rothenberg und Leslie Morganstein gestartet, wurde von Staffel zu Staffel besser und erreicht hier den vorläufigen dramatischen Höhepunkt. Vor kurzem wurde – eine gute Nachricht für die Fans – Staffel 7 in Auftrag gegeben.

The 100 – fünfte Staffel Quelle: Warner

Bordertown, zweite Staffel. Zum Abschluss dieser DVD-Rubrik noch eine Packung erlesener skandinavischer Krimifinsternisse. Zum zweiten Mal treffen wir den exzentrischen Meisterpolizisten und faszinierenden Deduktionstänzer Kari Sorjonen (Ville Virtanen), der mit seiner krebskranken Frau und seiner Tochter nach Lappeenranta gezogen ist, einer Grenzstadt zwischen Finnland und Russland, wo in der zweiten Staffel wieder unerwartet heftige Ermittlerarbeit auf ihn wartet.

Die russische Spezialagentin Lena, Sorjonens Kontrahentin in der ersten Staffel, ist jetzt Teil seines Teams, die ersten beiden Folgen befassen sich vornehmlich mit ihrer Vergangenheit. Während die persönlichen Entwicklungen der Hauptcharaktere um den spleenigen Kommissar den großen Erzählungsbogen dieser Staffel schlagen und den Fan bei der Stange halten, hat Sorjonen sich beruflich unter anderem mit einem mörderischen Scharfschützen herumzuschlagen, mit verwesenden Leichen hinter Wohnungswänden, und mit Kidnappern, die ihn und seine Familie zu Geiseln nehmen.

Dramatisch, spannend, keine Qualitätsverluste zur ersten Staffel. Nordic Noir vom Feinsten.

Bordertown, zweite Staffel Quelle: EuroVideo

Von Matthias Halbig

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