Menü
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung| Ihre Zeitung aus Wolfsburg Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung| Ihre Zeitung aus Wolfsburg
Anmelden
Kultur Kevin Costner schießt sich durch Paris
Nachrichten Kultur Kevin Costner schießt sich durch Paris
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:06 10.05.2014
Foto: Ein letzter Auftrag in Paris: CIA-Agent Ethan Renner (Kevin Costner).
Ein letzter Auftrag in Paris: CIA-Agent Ethan Renner (Kevin Costner). Quelle: Universum
Anzeige
Berlin

Für in die Jahre gekommene Hollywoodstars gibt es seit einiger Zeit ein neues, gewinnbringendes Betätigungsfeld: den Actionfilm. Liam Neeson (61) hat es vorgemacht: Seitdem der irische Charakterdarsteller („Schindlers Liste“) in dem knallharten Agententhriller „96 Hours“ (2008) seine Kämpferqualitäten entdecken durfte, kann er sich vor Rollenangeboten kaum retten.

Jetzt springt Frauenschwarm Kevin Costner (59) auf den Actionzug auf. In „3 Days to Kill“ darf der Herzensbrecher einen CIA-Agenten spielen, der notfalls auch über Leichen geht, in erster Linie aber seine pubertierende Tochter zähmen muss und seine Exfrau umgarnt.

Das Drehbuch zu diesem rasanten, aber wenig originellen Thriller mit Familienanschluss stammt, wie schon bei „96 Hours“, wiederum vom französischen Regisseur und Autor Luc Besson. Der garantiert für hübsche Ansichten von Eiffelturm bis Montmartre – nur leider arbeitet sein Skript mit den immergleichen Schablonen. Nett anzusehen ist der von Regisseur McG („3 Engel für Charlie“, „Das gibt Ärger“) in Szene gesetzte Film trotzdem.

Costner spielt sehr routiniert den in die Jahre gekommenen CIA-Agenten Ethan Renner, der nur noch wenige Monate zu leben hat. Diese Zeit will er mit seiner Exfrau Christine (Connie Nielsen) und der gemeinsamen Tochter Zooey (Hailee Steinfeld) in der Seine-Metropole verbringen. Aber der wettergegerbte Haudegen kommt einfach nicht zur Ruhe. Seine Chefin Vivi (Amber Heard) spannt Renner noch für einen letzten Auftrag ein. Er soll in drei Tagen einen gefürchteten Terroristen, den „Wolf“, zur Strecke bringen. Dafür versorgt Vivi den Todkranken mit einem neuen, noch nicht erprobten Medikament, das ihm vielleicht das Leben retten könnte.

Kevin tanzt also wieder mit dem Wolf, nur diesmal nicht in den Weiten der Prärie, sondern im Kugelhagel der Großstadt und mit reichlich Explosionen. Aber der viel härtere Job für den Agenten ist seine Tochter Zooey. Da holt sich der überforderte Papa schon mal Erziehungstipps bei einem zwielichtigen Chauffeur, der zufällig zwei Töchter hat. Oder ein italienischer Buchmacher wird nicht zu Geständnissen gezwungen, sondern muss stattdessen ein Rezept für Pasta ins Telefon flüstern, damit das Töchterchen ihren Freund bekochen kann. So richtig witzig ist das alles nicht.

So changiert dieser Thriller zwischen etwas angestrengter Komik und routinierter Action, ohne allerdings zur reinen Parodie im Stile der „R.E.D.“-Serie zu werden. Zwei Stunden Popcornkino mit einem angedeuteten Happy End – mehr sollte man bei „3 Days to Kill“ nicht erwarten.

dpa

Mehr zum Thema

Entführt in Istanbul: In „96 Hours – Taken 2“ sitzt Liam Neeson als Ex-CIA-Agent Bryan Mills plötzlich in der Falle. Der rasante Actionthriller ist am 11. Oktober im Kino gestartet.

12.10.2012
Kultur Filmkritik zu „Non-Stop“ - Stresstest über den Wolken für Liam Neeson

Erst im fortgeschrittenen Alter ist Liam Neeson ins Actionfach gewechselt. Während Genreveteranen wie Sylvester Stallone und Bruce Willis sich auf das selbstironische Vorruhestandsheldentum zurückziehen, legt Neeson mit über sechzig noch mal richtig los.

15.03.2014

Die Story ist irgendwie bekannt, die Kampfszenen hat man auch schon mal irgendwo gesehen. Trotzdem kann der neue Actionthriller „Colombiana“ punkten: mit Hauptdarstellerin Zoe Saldana, bekannt aus „Avatar“ und „Star Trek“.

16.09.2011
09.05.2014
Ronald Meyer-Arlt 09.05.2014