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Kultur Kloster Loccum bereitet sich auf 850-Jahr-Feier vor
Nachrichten Kultur Kloster Loccum bereitet sich auf 850-Jahr-Feier vor
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10:51 23.11.2010
Von Thorsten Fuchs
Das Kloster Loccum ist eine der besterhaltenen Klosteranlagen Deutschlands.
Das Kloster Loccum ist eine der besterhaltenen Klosteranlagen Deutschlands. Quelle: dpa
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Es ist noch nicht ganz klar, wie der jüngste Buchbeitrag des niedersächsischen Ministerpräsidenten lauten wird, aber eines steht nach David McAllisters Andeutungen am Montagnachmittag einigermaßen fest: Ein Staatsvertrag und Butterkuchen dürften darin tragende Rollen besetzen. Der Staatsvertrag, das ist jener Kontrakt, der 1955 das Verhältnis von Staat und Kirche grundlegend neu ordnete. Der Butterkuchen ist jener, den McAllister für „den herrlichsten überhaupt“ hält. Ersterer wurde im Kloster Loccum unterzeichnet, letzterer wird jedes Jahr beim Epiphaniasempfang serviert. So vermag das Kloster Loccum die Menschen auf sehr unterschiedliche Weise zu beeindrucken.

2013 wird das Kloster Loccum 850 Jahre alt. Das ist wahrlich noch ein Weilchen hin. Aber weil der Vorlauf, mit dem man auf den Geburtstag hinweist, ja auch immer etwas über die Bedeutung des Jubilars verrät, hat die Landeskirche bereits am Montag, exakt 850 Tage früher, auf den nahenden Ehrentag ihres geistlichen Zentrums hingewiesen – und ein besonderes Projekt angekündigt: ein Buch namens „850 Worte zum Kloster Loccum“, in dem sich in den kommenden Monaten 850 Menschen, vom Konfirmanden bis zum Bundespräsidenten, mit Gedanken zum Kloster Loccum verewigen werden. David McAllister macht den Anfang, erscheinen soll das Buch im Festjahr.

Dieses Kompendium ist aber nicht das Einzige, womit die Landeskirche das Jubiläum würdigen will. Ein großes Fest, Fernseh- und Rundfunkgottesdienste, eine Stern-Pilgerwanderung, tägliche Führungen und Andachten, ein inter­nationales Treffen der Predigerseminare und einen besonderen Mittelaltermarkt will die Kirche präsentieren, alles unter dem Motto „Wort halten“. Ein festes Programm gibt es nicht, aber eines steht für Altbischof Horst Hirschler, Abt des Klosters Loccum, schon jetzt fest: „Das wird ein sehr spannendes Jahr.“

Das Kloster wurde 1163 von Zisterziensern gegründet. Die Landeskirche nutzt es heute als Ausbildungsstätte für angehende Pastoren und um sich in der Akademie auch gesellschaftlicher Fragen anzunehmen. „Das Kloster Loccum ist für die Landeskirche von heraus­ragender Bedeutung“, sagt Landeskirchenamtspräsident Burkhard Guntau.

Da ist es dann auch nur angemessen, dass das Kloster ein eigenes Hinweisschild an der A 2 erhält. Bezahlen muss dies die Kirche selbst. Als McAllister am Montag davon erfuhr, versprach er eine Intervention beim Bundesverkehrs­minister. Sollte er damit Erfolg haben, dürfte ihm der Butterkuchen noch für viele Jahre sicher sein.