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Kultur Klassikstar Viktoria Mullova über Wettbewerbe und Karriere
Nachrichten Kultur Klassikstar Viktoria Mullova über Wettbewerbe und Karriere
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14:35 29.09.2012
Von Stefan Arndt
"Man muss etwas zu sagen haben auf seinem Instrument“: Viktoria Mullova. Quelle: dpa
Hannover

Wenn Viktoria Mullova sagt, der Sieg bei einem Violinwettbewerb habe ihr Leben verändert, dann ist das viel mehr als eine Floskel. Tatsächlich hat die 1959 in der Nähe von Moskau geborene Geigerin gleich zwei Auszeichnungen gewonnen: 1980 siegte sie beim Sibelius-Wettbewerb in Helsinki, zwei Jahre später erhielt sie beim Moskauer Tschaikowski-Wettbewerb die Goldmedaille. „Solche Erfolge waren in der UdSSR sehr wichtig“, erinnert sie sich. „Ohne einen ersten Preis konnte man damals keine Karriere machen. Schon ein zweiter Platz hat nichts mehr genützt.“ Ihr selbst allerdings ging es zunächst gar nicht um eine Konzertlaufbahn. Ihre Siege nutzte sie vielmehr auf ganz andere, spektakuläre Weise: Während einer Preisträger-Tournee durch Finnland floh die Russin 1983 nach Schweden, wo sie um politisches Asyl bat. Nach einer Zwischenstation in Kanada gelangte sie schließlich in die USA. Erst von dort startete sie eine internationale Karriere - mit umso größerem Erfolg: Heute gehört Mullova zu den weltweit wichtigsten Musikerinnen ihrer Generation.

Am kommenden Freitag gastiert die Geigerin, die seit Jahren in London wohnt, im Rahmen des Internationalen Joseph-Joachim-Wettbewerbs in Hannover. Gemeinsam mit der NDR Radiophilharmonie spielt sie das a-Moll-Violinkonzert von Dimitri Schostakowitsch. Für Mullova ist es eine Wiederbegegnung mit einem heiß geliebten Stück. Zehn Jahre hat sie es nicht mehr gespielt - kein Wunder, dass sie nun ein bisschen nervös ist. „Das Konzert ist ziemlich kompliziert im Zusammenspiel mit dem Orchester, und den Dirigenten Arvo Volmer kenne ich bis jetzt noch gar nicht“, sagt sie. „Das ist schon ein bisschen aufregend.“ Gute Erfahrungen hat sie dagegen bereits mit den Musikern der Radiophilharmonie gemacht. Vor zwei Jahren hat sie zuletzt mit ihnen gespielt - offenbar mit einem für sie akzeptablen Ergebnis. „Ich freue mich sehr auf das Wiedersehen mit dem Orchester“, sagt Mullova.

Für das hannoversche Publikum könnte es bereits eine Woche später zu einer Wiederbegegnung mit der Radiophilharmonie und dem Schostakowitsch-Konzert kommen - allerdings dann mit einem anderen Geiger. Auch einige Wettbewerbsteilnehmer haben das Werk als Wahlstück für ihre Finalrunde am 11. und 12. Oktober im Programm. Auf die Frage, ob der Weltstar Mullova einen letzten Ratschlag für ihre jungen Kollegen habe, wenn es um dieses Konzert geht, gibt sich die Geigerin aber wortkarg. „Ich habe keine Tipps“, sagt sie kurz.

Überhaupt erweist sich Mullova im Gespräch als recht streng. Wenn es um die Kunst geht, kann man nicht mit läppischen Fragen kommen. Glauben Sie, dass man mit einem großen Spektakel wie dem Joachim-Wettbewerb ein neues Publikum anziehen kann? „Ich weiß es nicht, es geht mich auch nichts an.“ Man versteht ihre Schroffheit, wenn sie erklärt, was sie stattdessen bewegt: „Meine Aufgabe ist es, mit der Musik die Herzen der Zuhörer zu erreichen.“ Dass das keine Redewendung ist, sondern unerbittlicher Ernst, spürt man, sobald sie den Satz vollendet. „Man muss die Herzen erreichen - sonst ist es sinnlos.“

Das Geigenspiel ist für Mullova nicht irgendein schöner Beruf, sondern eine existenzielle Lebensaufgabe. Eine perfekte Technik, wie sie in Wettbewerben oft gefragt ist, ist dabei höchstens Handwerk - und Nebensache. „Ein guter Geiger braucht vor allem Persönlichkeit und Verständnis für die Musik. Er muss etwas zu sagen haben auf seinem Instrument“, sagt sie. Und so hat sie am Ende doch noch einen Tipp für die jungen Geiger parat: „Nur Noten spielen ist zu wenig.“

Viktoria Mullova spielt am 5. Oktober, 20 Uhr, im Funkhaus Hannover. Arvo Volmer dirigiert die NDR Radiophilharmonie. Karten: (0511) 16841222.

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