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Kultur Gertrud-Eysoldt-Ring für Steven Scharf
Nachrichten Kultur Gertrud-Eysoldt-Ring für Steven Scharf
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10:26 23.03.2014
Foto: Der Theater-Schauspieler Steven Scharf.
Der Theater-Schauspieler Steven Scharf. Quelle: dpa
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Bensheim

Für seine herausragende Darstellung als „Judas“ im gleichnamigen Einpersonenstück an den Münchner Kammerspielen hat der Schauspieler Steven Scharf (38) am Samstag den Gertrud-Eysoldt-Ring 2013 erhalten. Die mit 10.000 Euro dotierte Auszeichnung ist einer der bedeutendsten Theaterpreise im deutschsprachigen Raum. Sie wurde im Parktheater Bensheim in Südhessen überreicht. Vergeben wird der Ring auf Vorschlag der Deutschen Akademie der Darstellenden Künste in Bensheim.

Zur Begründung hieß es, der in Thüringen geborene Schauspieler besteche in der Rolle des „Judas“ – laut Bibel der Verräter von Jesus Christus – durch „seine unmittelbare Präsenz und seine gewinnende Eindringlichkeit“. In einem furiosen Monolog versuche er Verständnis für seine Tat zu erlangen – nackt und mit dem Rücken zum Publikum.

Den Gertrud-Eysoldt-Ring 2012 erhielt Constanze Becker vom Schauspiel Frankfurt. Unter den früheren Preisträgern sind Corinna Harfouch, Nina Hoss, Hans-Michael Rehberg, Ulrich Mühe, Ulrich Matthes, Tobias Moretti und Klaus Maria Brandauer. Der Ring ist ein Vermächtnis des 1981 in Bensheim gestorbenen Theaterkritikers Wilhelm Ringelband. Dieser wollte den Namen der von ihm verehrten Max-Reinhardt-Schauspielerin Gertrud Eysoldt (1870-1955) mit einer Auszeichnung verbunden sehen.

Ausschlaggebend sei aber die künstlerische Leistung und nicht der Bekanntheitsgrad eines Schauspielers, betonte Hermann Beil, der Präsident der Deutschen Akademie der Darstellenden Künste.

„Um diesen Schauspieler wird man in den nächsten Jahren nicht herumkommen“, hatte der Juryvorsitzende Frank Baumbauer am Tag der Bekanntgabe gesagt. „Ich habe ein breites Kreuz, aber das hatte ich schon vorher, und es war noch nie meine Absicht, irgendjemanden nicht an mir vorbei zu lassen“, kommentierte Scharf das im dpa-Interview.

Die schwierige Rolle, als Judas nackt allein auf der Bühne zu sehen, mochte er sehr: „Wenn es ein 'leichterer' Abend wäre, mehr eine launige Unterhaltung, dann würde ich mich damit schwerer tun.“ Er kündigte an, bis Sommer 2015 „auf alle Fälle noch mit vollem Herzen an den Münchner Kammerspielen“ zu arbeiten. Einen Schauspiel-Kollegen zitierend sagte er: „Ich wollte nie berühmt, sondern immer nur großartig sein.“

dpa

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