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Kultur „Frauen“-Ausstellung in München eröffnet
Nachrichten Kultur „Frauen“-Ausstellung in München eröffnet
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16:23 29.03.2012
Foto: Eine Besucherin geht durch die Ausstellung „Frauen“. Die Schau ist bis zum 15.07.2012 zu sehen.
Eine Besucherin geht durch die Ausstellung „Frauen“. Die Schau ist bis zum 15.07.2012 zu sehen. Quelle: dpa
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München

Frauengemälde männlicher Künstler ließen sich jahrhundertelang oft auf eine einfache Formel reduzieren: Hure oder Heilige? Dass sich dieses Bild in der modernen Kunst gewandelt hat, auch das zeigt die Ausstellung „Frauen“ in der Münchner Pinakothek der Moderne.

Kuratorin Carla Schulz-Hoffmann hat für ihre Abschiedsausstellung 95 Frauendarstellungen der Künstler Pablo Picasso (1881-1973), Max Beckmann (1884-1950) und Willem de Kooning (1904-1997) aus aller Welt zusammengetragen - für die größte und teuerste Ausstellung, die es in der Pinakothek der Moderne je gegeben hat. „Es geht um die künstlerische Auseinandersetzung mit dem Thema Frau“, sagt sie am Donnerstag in München. Die Schau ist bis zum 15. Juli zu sehen.

Die meisten der Gemälde sind Leihgaben aus anderen Museen und privaten Kunstsammlungen, darunter Kostbarkeiten wie Beckmanns „Frau mit Mandoline“, de Koonings extra aus Australien eingeflogene „Woman V“ und das letzte Bild, das Picasso vor seinem Tod gemalt hat: „Die Umarmung“. Auch Picassos heftig umstrittene „Madame Soler“, die Erben eines jüdischen Kunstsammlers von der Pinakothek zurückfordern, hängt jetzt in weiblicher Gesellschaft - ausgerechnet in dem Raum, der mit dem Thema „Harmonie, Ruhe, Selbstvergessenheit“ überschrieben ist.

In insgesamt fünf Räumen sind die Bilder angeordnet; so stellt die Ausstellung die Frage nach Gegensätzen: Sind die Frauen in den Darstellungen Typus oder Idol, Verheißung oder Bedrohung?

Die Maler, so wird in der Gegenüberstellung schnell klar, hatten jeweils ihre ganz eigene Sicht auf das ewig Weibliche. Beckmann habe Frauen als ruhenden Gegenpol zu sich selbst gemalt, sagt Kuratorin Schulz-Hoffmann. Während seine Selbstporträts „schonungslose Schärfe“, Einengung und Selbstzerstörung auszeichne, sehe er in Frauen eine selbstverständliche Stärke. „Sie sind sich ihrer selbst sicher.“

Für Beckmanns größten künstlerischen Konkurrenten Picasso sei die Frau dagegen eine „Reflexionsebene“ gewesen, auf der er „das ganze Spektrum existenzieller Grunderfahrungen“ abgearbeitet habe. „Picassos Frauenbilder sind Spiegel des Künstlers“. Bei de Koonings abstrakten Gemälden gelte dagegen: „Die Frau wird zur Landschaft, die Landschaft zur Frau.“ Es gehe ihm um die Malerei, um das Umsetzen von Emotionen, von Sinnlichkeit, in Farbe.

Dass Picasso privat alles andere als ein Kostverächter war, ist hinlänglich bekannt. Die zahlreichen Beziehungen zu seinen Musen, von denen die meisten an der Liebe zu dem Künstler zerbrachen, sind legendär. Ein Porträt seiner ersten Frau Olga ist in der Ausstellung zu sehen. „Picasso gilt ja als Frauenverschlinger“, sagt auch Schulz-Hoffmann. Vielen seiner Ex-Geliebten galt er als Monster. De Kooning soll ein Frauenverächter gewesen sein.

Die Bilder der Künstler aber, so betont die Kunsthistorikerin, zeichnen ein ganz anderes Frauenbild: ein starkes, ein autonomes. Das hätten die Werke aller drei Künstler gemeinsam. Und noch etwas: „Sie widersprechen geläufigen Idealen weiblicher Schönheit“, sind weder Ikonen noch willige Objekte. Der Generaldirektor der Bayerischen Staatsgemäldesammlungen, Klaus Schrenk, sieht in den Frauendarstellungern der Künstler „Grundfragen menschlicher Existenz im Gegenüber“.

Auf wie viele Besucher sie hofft, das will Kuratorin Schulz-Hoffmann nicht sagen. Nur soviel: „Ein wirklicher Erfolg ist eine Ausstellung in der Pinakothek der Moderne, wenn sie über 150.000 Besucher hat.“ Das bislang erfolgreichste Projekt des Museums war die Neo-Rauch-Retrospektive von 2010 mit rund 165.000 Besuchern. Auf Platz zwei schafft es „Max Beckmann - Exil in Amsterdam“ aus dem Jahr 2007. Beckmann zog damals rund 150.000 Menschen an - und das ohne seine beiden berühmten Kollegen.

dpa

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