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Kultur Einzigartiges Bilderbuch von Niki de Saint Phalle wird gezeigt
Nachrichten Kultur Einzigartiges Bilderbuch von Niki de Saint Phalle wird gezeigt
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18:04 03.02.2014
„Böse Böse“: Das grünen Bilderbuch-Wesen, Museumschef Ulrich Krempel und Kuratorin Gabriele Sand in der Bilderbuch-Installation (rechts) und die Skulptur „Lebensbaum“ (oben).
„Böse Böse“: Das grünen Bilderbuch-Wesen, Museumschef Ulrich Krempel und Kuratorin Gabriele Sand in der Bilderbuch-Installation.
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Hannover

Mit seiner roten Kralle greift sich das grüne Wesen im blauen Dunkel der Nacht alles Spielzeug - und stellt die Kinder vor neue Aufgaben: Sie müssen sich selbst Spielsachen basteln. So beginnt „Méchant Méchant“, das Kinderbuch von Niki de Saint Phalle, das jetzt, zwanzig Jahre nach dem Erscheinen, im Sprengel Museum zu sehen ist.

„Méchant Méchant“, auf Deutsch „Böse Böse“, so heißt der monströse Spielzeugdieb. Und so ist auch die Ausstellung betitelt, in der das Sprengel Museum viel mehr als nur das einzige noch erhaltene Exemplar dieses einzigartigen Buches zeigt. Eröffnet werden noch weitere (Reise-)Wege in die wunderbaren Welten der Niki de Saint Phalle - für Kinder, aber auch für Erwachsene, die weniger bekannte Seiten der Nana-Schöpferin kennenlernen wollen.

Da sind gleich fünf Kleinskulpturen, die von der ausgreifenden Phantasie der 1939 bei Paris geborenen und 2002 im kalifornischen San Diego gestorbenen Aktionskünstlerin zeugen: „Sphinx“, „Gerechtigkeit“ und „Lebensbaum“, der „Tempel aller Religionen“ und „Magicien - das Haus der Meditation“. Es sind durchweg Entwürfe für den Tarot-Garten, in dem Niki de Saint Phalle mit ihrem Partner Jean Tinguely viele dieser Skulpturen überlebensgroß, teils mehrgeschossig und begehbar errichtet hat. Er ist bei einer Sommerreise durch die Toskana unbedingt einen Abstecher wert.

Näher als Italien und gleichfalls begehbar ist eine Installation, die Kuratorin Gabriele Sand in der Museumsstraße des Sprengel Museums nach Motiven aus „Méchant Méchant“ hat errichten lassen - mit Spiel- und Arbeitsflächen für Kindergärten und Schulklassen, mit einer Tafel für Kleiderentwürfe nach den Vorlagen Niki de Saint Phalles. „Die Künstlerin ist mit der klaren Farbigkeit und den einfachen Formen dieser Werke dicht an der Phantasie der Kinder und kann sie zugleich beflügeln“, sagt Gabriele Sand.

Die Kuratorin bietet in dieser Ausstellung aber noch mehr: Am Eingang der Museumsstraße steht nicht nur ein dem Bilderbuch nachgebildeter Polizist, dort ist hinter einem grünen Holzzaun auch jener aus lauter Spielzeug gefertigte Drache zu sehen, der 1975 eine Requisite in Niki de Saint Phalles Film „Camelia und der Drache“ war. An einer Wand installiert ist die fünf Meter hohe Skulptur „Dolores“, an einer anderen Wand hängen Faksimiles der Seiten von „Méchant Méchant“, in einem Nebenraum sind ein „Méchant“-Puzzle, weitere Entwürfe für das Buch und, in einer Glasvitrine, dessen letztes Exemplar zu sehen. Thematisch um dieses Buch gruppiert vermittelt das Sprengel Museum damit einen kleinen Eindruck von seiner großen Kollektion der Arbeiten Niki de Saint Phalles. „Insgesamt sind es rund 400 Werke, die Niki unserem Haus zwei Jahre vor ihrem Tod in einer großzügigen Schenkung überlassen hat“, sagt Museumsdirektor Ulrich Krempel. Und darin liege jetzt eine ganz besondere Chance, gezielt ein junges Publikum für das Sprengel Museum zu gewinnen.

„Méchant Méchant und die verlorenen Spiele“ vom 3. März bis zum 4. August. Eröffnung am Sonntag, 15 Uhr, mit dem Duo „Krause & Krause“ und einer Aktion für Kinder und Familien. Nach Absprache sind weitere Aktionen für Kindergärten, Schulen oder Privatgruppen möglich.

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