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Kultur “Die Geschichte der Bienen”-Autorin Maja Lunde: “Greta trifft einen Nerv”
Nachrichten Kultur “Die Geschichte der Bienen”-Autorin Maja Lunde: “Greta trifft einen Nerv”
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11:41 22.10.2019
Autorin Maja Lunde hat mit "Die Geschichte der Bienen" einen Bestseller geschrieben. Quelle: Arne Dedert/dpa
Frankfurt/Main

Ihr Roman "Die Geschichte der Bienen" stand wochenlang auf den Bestsellerlisten. Nun legt Maja Lunde (44) ein neues Buch vor. Die Norwegerin beschäftigt sich in "Die Letzten ihrer Art" mit den Przewalski-Pferden, die vom Aussterben bedroht waren. "Ich war wirklich fasziniert von diesen Wildpferden und ihrer Geschichte", sagte Lunde im Interview.

In Ihrem neuen Buch geht es um eine bedrohte Art. Ist denn Ihrer Meinung nach auch die Menschheit vom Aussterben bedroht?

Momentan sind wir definitiv nicht gefährdet. Wir sind ja sehr viele und unser Einfluss auf den Planeten ist sehr groß. Von daher: Im Augenblick sind wir nicht vom Aussterben bedroht, aber wir werden es sein, wenn wir nicht besser aufpassen auf unser Zuhause.

In Deutschland ist der Klimawandel gerade ein großes Thema. Was halten Sie von Greta Thunberg?

Ich finde, dass Thunberg diesem Kampf eine Stimme gegeben hat. Und sie ist sehr wichtig, weil sie es schafft, Dinge auf einfache und klare Art zu kommunizieren, von denen uns Wissenschaftler schon lange berichten. (...) Die Leute hören auf sie. Ihre Stimme macht einen großen Unterschied.

Greta ist auch in Norwegen ein großes Thema

Maja Lunde

Wie erklären Sie sich das?

Sie hat etwas Besonderes an sich. Und das, was sie tut, hat etwas Besonderes - der Schulstreik. Das hängt auch mit der heutigen Zeit zusammen, sie trifft einen Nerv in uns. Wir machen uns bereits Sorgen und wir wissen auch Bescheid. Und mit den Streiks und Protesten haben viele Leute einen Weg gefunden, das auszudrücken.

Spielt Thunberg in Norwegen auch so eine große Rolle?

Es wurde viel über sie und über das, was sie macht, geredet. Also ja, sie ist auch in Norwegen ein großes Thema.

Gibt es etwas, was Sie im Alltag gegen den Klimawandel tun und was Sie empfehlen können?

Ich versuche all' die kleinen Dinge zu machen, von denen wir wissen, dass sie wichtig sind. Nicht zu viel Fleisch essen. Versuchen, nicht zu viel zu fliegen. Nicht zu viel Auto fahren. Nicht so viele Dinge kaufen. Gebrauchte Sachen kaufen statt neue. (...) Ich glaube, viele unterschätzen auch, wie wichtig es einfach ist, über solche Dinge zu reden. Auf der Arbeit, mit Nachbarn. (...) Viele von uns sind in der Lage, kleine Veränderungen zu machen.

Für mich ist Schreiben ein Rückzugsort

Maja Lunde

Autoren haben ja unterschiedliche Gewohnheiten beim Schreiben. Manche zieht es in die Natur, andere müssen alleine sein. Wie ist das bei Ihnen?

Ich schreibe überall (lacht). Ich habe sogar heute im Zug geschrieben. Für mich ist Schreiben ein Rückzugsort. Es ist fast wie Meditation. Ich muss es einfach machen. Wenn ich nicht schreibe, werde ich traurig. Vermutlich bin ich deswegen auch so produktiv, weil ich das Schreiben einfach brauche.

Haben Sie denn immer ein Notizbuch oder einen Computer dabei?

Ich nehme meinen Computer überall mit hin.

Woran haben Sie zuletzt gearbeitet?

Ich habe gerade am Filmmanuskript für die Geschichte "Die Schneeschwester" gearbeitet. Das Buch ist in Deutschland letztes Jahr erschienen. Jetzt wurde es von Hollywood gekauft und ich arbeite am amerikanischen Drehbuch.

Haben Sie erwartet, dass ihre Bücher so populär werden?

Nein, sowas kann man niemals erwarten.

Zur Person: Maja Lunde

Die Norwegerin Maja Lunde machte sich zunächst mit Drehbüchern und Kinderliteratur einen Namen. In ihren Romanen "Die Geschichte der Bienen" und "Die Geschichte des Wassers" verwebt sie Familiengeschichten in verschiedenen Jahrhunderten - und thematisiert den Wert von Natur. Lunde lebt mit ihrer Familie in Oslo. Zuletzt ist sie mit dem norwegischen Kronprinzenpaar in einem Sonderzug zur Frankfurter Buchmesse gereist, deren Ehrengast Norwegen war. Bei dieser Zugfahrt wurde das Interview geführt.

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