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Kultur Cannes 2019: Warum manche Frauen nicht auf den roten Teppich dürfen
Nachrichten Kultur Cannes 2019: Warum manche Frauen nicht auf den roten Teppich dürfen
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07:00 24.05.2019
Hier erzielt man immer Aufmerksamkeit: der Rote Teppich. Quelle: picture alliance
Cannes

Da standen sie auf dem roten Teppich in Cannes und schwenkten grüne Taschentücher: 60 Frauen und ein paar wenige Männer taten lautstark ihren Protest kund. Das Team um den argentinischen Regisseur Juan Solanas wollte nicht nur im Kino mit einem Dokumentarfilm dafür kämpfen, dass Abtreibungen im eigenen Land endlich legalisiert werden. Draußen kritisierten die Demonstrierenden, dass Frauenrechte auch anderswo zurückgedreht werden – siehe den US-Staat Alabama, wo Abtreibungen nach Vergewaltigungen künftig verboten sein sollen.

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Cannes Roter Teppich – ein zwiespältiges Plätzchen

Der rote Teppich in Cannes ist gewiss ein geeigneter Ort, um weltweite Aufmerksamkeit zu erzielen: Dutzende von Fotografen warten auf durchnummerierten Plätzen auf besondere Bilder von immer derselben Zeremonie – von der „Montée des Marches“, dem Gang die heiligen roten Stufen hinauf. Dieses Ritual dauert leicht mal ein, zwei Stündchen. Pro Film, wohlgemerkt.

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Und doch ist ausgerechnet der Teppich ein zwiespältiges Plätzchen: Auch dieses Jahr machten wieder Geschichten über Frauen die Runde, die vom Einlasspersonal aufgehalten wurden. Ihre Festivalgarderobe sei nicht schick genug für eine Galapremiere. In einem Fall musste eine Besucherin nach eigenen Worten ein ärztliches Attest vorlegen, bevor sie mit Turnschuhen hineingelassen wurde. Das Schriftstück hatte sie sich in weiser Voraussicht zu Hause ausstellen lassen.

Sieht so der Weg in die Gleichberechtigung aus?

Dabei schien Cannes doch endlich den Skandal um die nie offiziell erklärte High-Heels-Pflicht hinter sich gelassen zu haben: Demonstrativ spazierten Stars wie Kristen Stewart und Julia Roberts in den vergangenen Jahren barfuß über den Teppich – zwischen Models hindurch, die als bewegliche Kleiderständer unterwegs sind und die Produkte von Beauty-Konzernen zur Schau tragen. Sieht so der Weg in die Gleichberechtigung aus?

Mit Filmen im Gepäck erklimmen Frauen nicht so oft die Stufen: Erstmals hat das Festival in diesem Jahr dem Druck nachgegeben und Zahlen veröffentlicht, die Fortschritte in Sachen Geschlechtergleichheit belegen sollen. Danach stammten gut ein Viertel aller eingereichten Filme von Regisseurinnen.

Eine in Cannes gedrehte deutsche Satire hat die Situation vor ein paar Jahren mal bösartig so auf den Punkt gebracht. Der Filmtitel lautete: „Männer zeigen Filme & Frauen ihre Brüste“.

Von Stefan Stosch / RND

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