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00:16 16.01.2015
Laing: Im Hintergrund ein paar hochkant stehende Lichtröhren, an der Bühnenkante drei Mikrofonständer. An jedem ist eine schwarze Schreibtischlampe angebracht, die die Sängerinnen in ihren golden funkelnden Kleidern anknipsen, wenn sie mit ihrem Gesangspart dran sind.
Laing: Im Hintergrund ein paar hochkant stehende Lichtröhren, an der Bühnenkante drei Mikrofonständer. An jedem ist eine schwarze Schreibtischlampe angebracht, die die Sängerinnen in ihren golden funkelnden Kleidern anknipsen, wenn sie mit ihrem Gesangspart dran sind. Quelle: Jan Philipp Eberstein
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Hannover

Es geht minimalistisch zu bei Laing. So reduziert wie der Elektrosound ist auch das Bühnenbild. Im Hintergrund ein paar hochkant stehende Lichtröhren, an der Bühnenkante drei Mikrofonständer. An jedem ist eine schwarze Schreibtischlampe angebracht, die die Sängerinnen in ihren golden funkelnden Kleidern anknipsen, wenn sie mit ihrem Gesangspart dran sind. Aus den Boxen schneidende Elektropeitschen, dazu singt Nicola Rost, die sich die Lieder ausgedacht hat, über die Liebe, die manchmal in anderem Licht erscheine, dann: „Wechselt die Beleuchtung“. Der Eröffnungssong ist auch Titel des im vergangenen Herbst erschienenen zweiten Albums von Laing, die am 5. März beim Vorentscheid zum Eurovision Song Contest in Hannover auftreten.

„Maschinell“ ist mindestens eine kleine Verbeugung vor der Elektropop-Legende Kraftwerk. Die drei Musikerinnen und Tänzerin (und Choreografin) Marisa Akeny stehen wie die Roboter-Alter-Egos der Düsseldorfer Band auf der Bühne des Musikzentrums und ruckeln wie ferngesteuert in ihren goldenen Kleidern herum.

„Zeig deine Muskeln“ ist ein schönes, ironisches Stück gegen die Selbstoptimierung. „Zeig deine Muskeln / zeig mir wie lange du rennst / bleck deine Zähne für mich / während du Gewichte stemmst“, singt Nicola Rost. Ironische Texte gegen das Vermessen, Versenden und Verbessern der eigenen Körperleistung sind gerade keine Seltenheit. Aber nicht alle sind so pointiert wie hier, und weil Rost auf der Bühne auch gerne lacht wirkt das Ganze auch nicht selbstgerecht.

Trude Herrs „Morgens immer müde“

Nach dem fulminanten Start spielt die Band, die mit einer Neuauflage von Trude Herrs „Morgens immer müde“ beim Bundesvision Song Contest 2012 bekannt wurde, ein paar Stücke wie das Lied „Kaugummi“, die sich eher ziehen und nach dem letzten Ton wieder vergessen sind. Ist die Band gut, und das ist Laing, werden die mauen Konzertstücke mit jedem Album weniger. Beim Tourstart im Musikzentrum begleitete sich Rost erstmals bei zwei Liedern selbst am Klavier. Eigentlich könne sie das nicht, sagt sie. Sie habe auch erst am Vorabend mit dem Üben angefangen.

Ein schönes, neu interpretiertes Stück findet sich auch auf dem neuen Album. „Sei doch bitte wieder gut“, im Original von Heintje ein gesungener Strauß Muttertagsblumen, ist bei Laing eine nicht ganz ernst gemeinte Entschuldigung für Fremdflirten oder das Wegrauchen des letzten Rests Gras. Und den Refrain, den singt Rost ganz nah am niederländischen Milchzahnoriginal.

Wenn Rosts Stimme an manchen Wortenden etwas schriller wird, dann erinnert sie an Mieze Katz, die Frontfrau der Berliner Band Mia. Es sind diese „alten Lieder“, wie Rost sie nennt, die Lieder vom 2013 erschienenen Debüt, die den meisten Zuspruch im Publikum finden. Wer von den gut 400 begeisterten Zuschauern noch nicht genug davon hat, kann ja am morgigen Donnerstag wiederkommen. Da spielt Mia im Musikzentrum.

Von Gerd Schild

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