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Kultur Backstreet Boys: So war das Konzert in Hannover
Nachrichten Kultur Backstreet Boys: So war das Konzert in Hannover
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07:43 22.05.2019
Immer noch perfekt abgestimmte Outfits: Die Backstreet Boys am Dienstagabend beim Tourauftakt in Hannover. Quelle: Christophe Gateau/dpa
Hannover

Im Video zum neuen Song „No Place“ zeigen die fünf ehemaligen Jungs, die 1993 vom Produzenten Lou Pearlman in Florida gecastet wurden, um als erfolgreichste Boyband aller Zeiten die Welt zu erobern, wer ihnen heute den Rücken stärkt. Zu sehen sind Männer in ihren Vierzigern, die mit Partnerinnen auf dem Sofa liegen und mit Kindern herumtollen. Das ganz normale Familienleben also, garniert mit einem Text über eine alte Binsenweisheit: Zu Hause ist es am schönsten. Und doch wollen sich die fünf Sänger immer wieder beweisen, dass ihnen die Menschen noch zuhören. Die ausverkaufte Show in der Tui-Arena ist der erste von vier Terminen in Deutschland.

Zum Tourneeauftakt in Lissabon vor zehn Tagen waren die Backstreet Boys fast direkt aus Las Vegas angereist, wo sie in zwei Jahren insgesamt 80 Auftritte absolviert hatten. Ihr im Januar erschienenes Album „DNA“ stellen sie bis November an 82 Terminen vor. Es ist die größte Tour des Ensembles seit 18 Jahren, und vor jubelnden 11.000 Fans wird auch in Hannover schnell deutlich: Zur Bescheidenheit besteht kein Anlass. So sehr die gereiften Musiker in Videos versuchen, ein erwachsenes Image zu propagieren, so sehr erwartet ihr Publikum das ganz große Pop-Brimborium mit Glamour, Licht- und Videoeffekten, sechs Kostümwechseln, mit effektvollen Choreografien und Gesangsarrangements.

Viele alte Backstreet-Boys-Hits, aber auch Neues

Die Backstreet Boys liefern. Sie haben ausreichend Nostalgie mitgebracht, von über 30 (an)gesungenen Stücken stammen acht vom neuen Album, 16 weitere wurden bereits im vergangenen Jahrtausend veröffentlicht. Es würde der Band wohl schwer fallen, dabei auf Hits zu verzichten. Fast 20 der präsentierten Songs waren Charterfolge, „I Want It That Way“ und „Quit Playing Games“ in Deutschland sogar Nummer-Eins-Hits. Es ist ein Geschichte der Superlative: Nach über 130 Millionen verkauften Alben stieg auch „DNA“ wieder auf Platz eins der US-Charts ein.

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Bei den neuen Songs handelt es sich um gut konstruierten, seelenvoll schmachtenden Hochglanz-Pop, der wie bei „New Love“ oder der Singleauskopplung „Don’t Go Breaking My Heart“ genug Raum für zeitgenössische Elemente wie pulsierende Elektrosounds lässt – im Hintergrund, versteht sich. Im Vordergrund fügen sich wie immer vor allem die fünf Stimmen zu sorgsam arrangierten Harmonien. Die Backstreet Boys haben schon immer Wert darauf gelegt, sich durch handwerklich sauberen, unverfälschten Gesang von manchen anderen Boybands abzuheben, durch Soli und A-cappella-Einlagen wie beim neuen „Breathe“, das für viele Fans wohl angenehm altmodisch klingt.

Die Backstreet Boys setzen auf Vertrautes statt Innovatives

Originalität steht bei diesem Auftritt ohnehin nicht im Mittelpunkt. Eine zu innovative Show hätte wohl die meisten Besucher eher enttäuscht. So kommen sie bei vertrauten Songs wie „I’ll Never Break Your Heart“, „All I Have To Give“ oder „Everybody“ aus den Neunzigern voll auf ihre Kosten, ausreichend R&B, Dance, Hip-Hop und Hymnisches eingeschlossen. Vielleicht ist all das ja doch die „DNA“ des Ensembles, nach der das neue Album fragt. Dabei deutet das neue Material doch eher an, das Alter bringe neben gewissen Einschränkungen bei Bewegungsradius und Tonumfang vor allem Reflexionen über individuelle Eigenschaften und Lebenswege, über Gleichklänge und Solonummern. Es geht wohl darum, gerade so weit aus der Reihe zu tanzen, dass diese nicht abreißt. Nach 26 Jahren ist das die eigentliche Leistung.

Die Konzerttermine der DNA-Tour der Backstreet Boys

Samstag, 25. Mai, 20 Uhr, SAP-Arena Mannheim

Montag, 27. Mai, 19 Uhr, Olympiahalle München

Dienstag, 28. Mai, 20.30 Uhr, Stadthalle Wien

Mittwoch, 29. Mai, 20.30 Uhr, Mercedes-Benz-Arena Berlin

Donnerstag, 20. Juni, 20 Uhr, Lanxess-Arena Köln

Alle Termine sind bereits ausverkauft.

Von Thomas Kaestle / RND

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