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Digital Volles Smartphone: Das hilft gegen Bloatware
Nachrichten Digital Volles Smartphone: Das hilft gegen Bloatware
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10:19 01.11.2019
Viele Nutzer sind genervt von den zahlreichen vorinstallierten Apps. Quelle: Pexels/Pixabay
Hannover

App-Store, Browser, Kamera, Adressbuch. Viel mehr braucht es nicht, um ein Smartphone in Betrieb zu nehmen. Doch wer sich ein neues Gerät kauft, wird oft mit einer Fülle von vorinstallierten Apps, sogenannter Bloatware, überrascht. Hersteller bewerben die vielen kleinen Programme gern damit, dass diese es dem Smartphone-Nutzer erleichtern, gleich nach dem Kauf des Geräts produktiv zu sein und unterhalten zu werden.

Über 80 Prozent: Keine Verwendung für Bloatware

Tatsächlich sind die meisten Nutzer jedoch genervt von der sogenannten Bloatware (bloat: aufblasen, aufblähen). Eine Onlinebefragung der Verbraucherzentralen bestätigt: Mehr als 80 Prozent der Smartphone-Nutzer ab 16 Jahren rühren den überwiegenden Teil der bereits vom Hersteller aufgespielten Anwendungen überhaupt nicht an.

Besonders ärgerlich dabei: Selbst wenn die zahlreichen Programme nicht genutzt werden, verbrauchen sie Speicherplatz und Akku. Hinzu kommt, dass sich manche der Apps gar nicht löschen, sondern nur deaktivieren lassen. Dann brauchen die Programme zwar weniger Speicherplatz, könnten aber mit jedem Systemupdate erneut aktiviert werden.

Hersteller profitieren von Bloatware-Verträgen

Für Hersteller sind die vorinstallierten Apps indes höchst lohnenswert. Die Konkurrenz unter Smartphone-Anbietern ist groß, am Verkauf der Geräte verdienen Hersteller kaum noch etwas. Es sind Deals mit Partnerunternehmen, die zusätzliche Einnahmen verschaffen. So hat etwa Facebook mit Samsung und anderen Smartphone-Herstellern ein Abkommen darüber abgeschlossen, dass sie einige ihrer Geräte nur mit vorinstallierter Facebook-App anbieten. Und indem sie Word, Excel und andere Microsoft-Programme von vornherein auf ihren Geräten installieren, sparen sich Smartphone-Hersteller Lizenzzahlungen aus Patentansprüchen an Microsoft.

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Samsung: Sprachassistent Bixby nervt Kunden

Viel interessanter ist es jedoch für Hersteller, eigenen Diensten zum Durchbruch zu verhelfen, indem sie sie ungefragt auf ihren Smartphones installieren. Samsung etwa liefert seine Geräte seit zwei Jahren mit dem vorinstallierten Sprachassistenten Bixby aus, dem sogar eine eigene Taste am Gerät zugeteilt wurde.

Deutsche Nutzer scheinen mit dem Assistenten nicht viel anfangen zu können - zumal der Dienst erst seit Frühjahr dieses Jahres neben Englisch und Koreanisch auch Deutsch versteht. Umso ärgerlicher, wenn ein falscher Wisch übers Display oder ein versehentlicher Tastendruck immer wieder den digitalen Assistenten ins Spiel bringt. Immerhin lässt sich Bixby seit einiger Zeit weitgehend aus dem Weg räumen - ein Zugeständnis, das Samsung genervten Kunden macht.

Ganz wird der Hersteller seinen digitalen Assistenten jedoch nicht von den Geräten verbannen. Dem Unternehmen zufolge verzeichnet Bixby in Deutschland erste Erfolge. Hierzulande werde der Assistent doppelt so häufig aufgerufen wie in anderen Ländern. Konkrete Zahlen nennt der Hersteller nicht.

So schalten Sie Bixby stumm:

Bixby-Taste neu belegen: Bixby lässt sich zwar nicht ganz verbannen, aber wenigstens stummschalten und weitgehend aus dem Weg räumen. Wer über die aktuelle Version (mindestens 2.0.03.3) von Bixby verfügt, kann in den Einstellungen angeben, dass Bixby nur durch zweimaliges Drücken der entsprechenden Taste geöffnet werden soll. Das verhindert ein versehentliches Öffnen des Assistenten. Zusätzlich kann man nach Bedarf festlegen, welche App sich alternativ öffnen soll, wenn man die Taste unter den Lautstärkereglern drückt.

Bixby Home deaktivieren: Wer es leid ist, durch einen versehentlichen Wisch nach links zu Bixby Home zu gelangen, tippt auf dem Bildschirm eine beliebige Stelle an und hält diese gedrückt, bis die Vorschau aller Bildschirme erscheint. Dann nach rechts wischen, um auf die Bixby-Home-Seite zu gelangen. Dort gibt es einen Kippschalter, mit dem die Seite an- und ausgeschaltet werden kann.

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Smartphone rooten für mehr Zugriff

Wer auf Bloatware verzichten will, hat nicht viele Möglichkeiten. Bei manchen Geräten fragt der Installationsassistent bei der Einrichtung, welche Apps der Nutzer installieren will. Dann ist es einfach, nur die Programme auszuwählen, die wirklich nützlich sind.

Ansonsten braucht es ein gewisses technisches Verständnis oder den Willen, sich in die Materie einzuarbeiten. Eine Variante ist es, das Smartphone zu rooten - das heißt, sich volle Zugriffsrechte auf das Gerät zu verschaffen. Wer die Admin-Rechte beziehungsweise Root-Rechte besitzt, kann die Systemeinstellungen des Geräts verändern, die Menüführung anpassen oder eben auch vorinstallierte Programme löschen.

Drittanbieter-Apps übernehmen die meiste Arbeit beim Rooten, dabei kommt es aber auch darauf an, die richtige App für das jeweilige Gerät zu finden. Zudem kann es vorkommen, dass durch den Root-Vorgang die Software oder schlimmstenfalls die Hardware des Smartphones Schaden nimmt. Dann ist das Handy nicht mehr zu gebrauchen. Umso wichtiger ist es, zuvor alle Daten zu sichern. Hinzu kommt: Wird das Gerät gerootet, erlischt der Anspruch auf Garantie.

Smartphone mit Computer bereinigen

Auch wer Bloatware ohne System-Root entfernen will, muss über ein Mindestmaß an technischem Wissen und Interesse verfügen. So ist es beispielsweise möglich, Smartphone und Computer so miteinander zu verbinden, dass das Smartphone Befehle vom Computer entgegennehmen kann. Über diesen Umweg lassen sich dann die unerwünschten Apps per Mausklick löschen. Anleitungen dafür gibt es einige im Internet.

Android One: Smartphones ohne Bloatware

Es gibt jedoch auch Smartphones, die von Anfang an ganz ohne vorinstallierte Apps auskommen. Sie sind mit dem Betriebssystem Android One ausgestattet, einer modifizierten Version des Universalbetriebssystems Android. Bei Geräten, die mit Android One funktionieren, verzichten Hersteller auf Bloatware und umfangreiche Anpassungen des User-Interface. Die Oberfläche ist geradlinig, übersichtlich und einfach zu verstehen. Das schlägt sich auch im Preis nieder, der bei diesen Smartphones in der Regel bei 200 bis 300 Euro liegt.

Android-One-Geräte bekommen mindestens zwei der jährlichen Upgrades auf neue Android-Versionen sowie drei Jahre lang Sicherheitsupdates. Sie gelten daher zusätzlich als besonders sicher und sind auch im Businessbereich gefragt. Neben den Vorteilen gibt es jedoch auch einen Haken: Wer auf Android One als Betriebssystem setzt, muss mit einer beschränkten Auswahl von Smartphones vorliebnehmen.

Von Alena Hecker/RND

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