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Der Norden Seltenes Foto: Wildkamera nimmt Wolfsriss im Landkreis Celle auf
Nachrichten Der Norden

Wildkamera nimmt Wolfsriss im Landkreis Celle auf: Rotwildspießer getötet

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10:47 04.12.2020
Eine Wildkamera hält den Kehlbiss eines Wolfes in einem Revier des Hegerings Hermannsburg-Müden fest. Quelle: Fremdfotos/eingesandt
Celle

In der vergangenen Woche hat die Wildkamera eines Revierinhabers aus dem Hegering Hermannsburg-Müden erstmals im Landkreis Celle einen Wolfsriss festgehalten. Dem Wolf gelang es mit einem Kehlbiss einen Rotwildspießer zu töten. In dieser Altersklasse wiegt Rotwild mindestens 95 Kilogramm. Der zu zwei Dritteln aufgefressene Kadaver wurde am nächsten Tag etwa 100 Meter entfernt gefunden. Der Wolf hatte also anscheinend keine Mühe, das schwere Tier weiterzutragen. Gerissene Tiere finden Jäger immer wieder in ihren Revieren.

Der Kadaver des gerissenen Rotwildspießers am nächsten Tag. Quelle: Fremdfotos/eingesandt

35 Wolfsrudel leben in Niedersachsen

Das Thema Wölfe in Niedersachsen hat die Emotionen immer wieder hochkochen lassen: Nach jahrelanger politischer Diskussion über den Abschuss will Niedersachsen den Wolf jetzt ins Jagdrecht aufnehmen. SPD und CDU begründen das Vorhaben damit, dass die Zahl der Wölfe in Niedersachsen in den vergangenen Jahren exponentiell gewachsen sei. Inzwischen leben 35 Wolfsrudel mit rund 350 Tieren zwischen Harz und Nordsee. Rund 1000 Nutztiere würden inzwischen jährlich von Wölfen getötet. Die Landesregierung will daher gegensteuern und dabei explizit „die Sorgen und Ängste der Menschen im ländlichen Raum“ stärker berücksichtigen als bisher.

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Die Koalition fordert in ihrem Antrag überdies den Bund auf, die Methodik der Wolfszählung zu ändern und eine Untergrenze zu definieren, die für den Erhalt der Art benötigt wird. Als Vorbild soll Frankreich dienen, wo Schutzjagden auf Wölfe unter strengen Voraussetzungen bereits möglich sind. In Frankreich liegt die Untergrenze bei 500 Wölfen, in Schweden – wo ebenfalls die Jagd erlaubt ist – bei 300. Die Landesregierung will ein eigenes wissenschaftliches Gutachten für die Festlegung der Bestandsgrenzen erstellen lassen.

Von RND/CZ/Christopher Menge

Christopher Menge 04.12.2020