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Der Norden Wanderer aus dem Raum Hannover in Österreich tödlich verunglückt
Nachrichten Der Norden Wanderer aus dem Raum Hannover in Österreich tödlich verunglückt
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17:52 05.06.2019
Die beiden Wanderer sind im Kleinwalsertal in Österreich verunglückt. Quelle: (cc) Nadja Golitschek/flickr
Hannover/Kleinwalsertal

Zwei vermisste Wanderer aus dem Großraum Hannover sind am Mittwochnachmittag in Österreich tot gefunden worden. Wie die Polizei am Mittwoch mitteilte, wurden die 40 Jahre alte Frau und ihr 41 Jahre alter Lebenspartner etwa 30 Meter abwärts eines Schneelochs im Kleinwalsertal gefunden, in das sie am Dienstag gestürzt waren. Die beiden Opfer waren durch das Loch in einer etwa sechs Meter dicken Schneedecke in einen darunter liegenden Gebirgsbach gefallen. Die genaue Todesursache ist deshalb noch nicht bekannt. Ob sie durch den Sturz ums Leben gekommen oder ertrunken sind, soll nach Angaben der zuständigen Landespolizeidirektion Vorarlberg nun bei einer Obduktion geklärt werden.

Nach den beiden Wanderern aus Niedersachsen hatte ein Team von mehr als 40 Bergrettern und Alpinpolizisten gesucht. Dabei wurden auch Spezialgeräte wie etwa eine Dampfsonde eingesetzt. Damit können etwa drei Zentimeter große Löcher ins Eis geschmolzen werden. Eine Kanalkamera liefert den Rettungseinheiten dann Bilder. Auch Lawinen- und Leichensuchhunde, drei Canyoning-Taucher, ein Bagger sowie mehrere Hubschrauber kamen zum Einsatz. Gegen 14.05 Uhr wurden die Leichen des verunglückten Paares gefunden.

Paar verschwand während Bergtour

Die Wanderer hatten laut Polizei in einer Dreiergruppe eine Bergtour um den Widderstein im Kleinwalsertal (Vorarlberg) gemacht. Im Bereich eines Schneefeldes seien sie vom Weg abgekommen. Die 40-Jährige sei dann ausgerutscht, einige Meter weit abgerutscht und schließlich in einem Schneeloch verschwunden. Bei dem Versuch, der Frau hinterherzusteigen, sei ihr Begleiter ebenfalls in das Loch durch die etwa sechs Meter dicke Schneedecke gestürzt. Der darunter entlang laufende Gebirgsbach führt laut Polizei derzeit sehr viel Wasser. Die beiden Opfer waren deshalb nach ihrem Sturz in die Tiefe in dem Bach noch etwa 30 Meter von der Einsturzstelle weggetrieben worden.

Polizei warnt vor unbefestigten Schneefeldern in Alpingebieten

Der dritte Wanderer, der kein Handy mit sich geführt habe, sei dann unter Schock und mit leichten Verletzungen ins Tal abgestiegen und habe von dort einen Notruf abgesetzt, hieß es in einer ersten Mitteilung. Nach Angaben eines Polizeisprechers sind die Angehörigen der beiden verunglückten Wanderer inzwischen bereits verständigt worden. Sie hielten sich wegen eines gemeinsamen Urlaubs zum Zeitpunkt des Unglücks ebenfalls im Kleinwalsertal auf. An der Wanderung mit dem tödlichen Ausgang hatten sie jedoch nicht teilgenommen. Die Landespolizeidirektion Vorarlberg rät anlässlich des jüngsten Unglücks, bei Bergwanderungen in dem Bundesland im Westen Österreichs nicht die ausgewiesenen Routen und befestigten Wege zu verlassen. „Ein Schneefeld ist in einem Alpingelände immer ein Risiko“, sagte am Mittwochabend ein Sprecher. So ein Unglück könne in einem alpinen Schneefeld jederzeit wieder passieren.

Von Oliver Beckhoff/dpa/Ingo Rodriguez