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Der Norden Luftballon-Verbot: Empörung und Spott für Niedersachsens Grüne
Nachrichten Der Norden Luftballon-Verbot: Empörung und Spott für Niedersachsens Grüne
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19:28 12.09.2019
Ein Ballon mit der Aufschrift „Darum Grün“ schwebt am Himmel. Quelle: Marijan Murat/dpa
Hannover

Die am Mittwoch bekannt gewordene Forderung der niedersächsischen Grünen nach einem Verzicht auf gasgefüllte Luftballons hat in Niedersachsen für Empörung – und für Erheiterung gesorgt. „Aus manchem grünen Luftballon müsste mal die Luft gelassen werden“, sagte Wirtschaftsminister Bernd Althusmann (CDU) der HAZ. „Wir werden mit einer Verbotsmentalität bei der Frage von Luftballons nicht die Welt retten und auch nicht unsere Ziele erreichen“, erklärte das Umweltministerium. „Ein Verbot von Luftballons ist aus unserer Sicht eher geeignet, Kinder traurig zu machen, als die Umwelt zu schützen“, sagte der SPD-Umweltexperte Marcus Bosse. Und FDP-Fraktionschef Stefan Birkner meinte: „Ich glaube nicht, dass Luftballons zu den zentralen Problemen gehören, derer sich die Politik gerade annehmen muss.“

Gütersloh will auf gasgefüllte Ballons verzichten

Grünen-Parteichefin Anne Kura stellte am Donnerstag klar, dass sie kein grundsätzliches Verbot verlangt habe. „Wir fordern kein generelles Luftballonverbot. Luftballons auf Kindergeburtstagen im Wohnzimmer sind völlig okay und machen Spaß“, sagte Kura. „Mir geht es tatsächlich darum, dass, wenn man gasgefüllte Luftballons steigen lässt, die auf jeden Fall in der Natur landen und dann von Vögeln gefressen werden, die daran qualvoll verenden.“

Kura erläuterte, sie begrüße einen Beschluss aus dem benachbarten Nordrhein-Westfalen: Dort hatte die Stadt Gütersloh Anfang September entschieden, bei städtischen Veranstaltungen künftig auf den Aufstieg gasgefüllter Luftballons zu verzichten. „Das ist aus meiner Sicht eine lohnende Initiative“, sagte Kura. Es gehe in erster Linie darum, das Bewusstsein zu schärfen. „In den Niederlanden gibt es das ja auch schon in vielen Kommunen.“

Hannovers OB-Kandidat Onay hält nichts davon

„Für Hannover sehe ich keinen Grund für ein Verbot“: Belit Onay, Kandidat der Grünen für das Oberbürgermeisteramt. Quelle: Tim Schaarschmidt

Der Kandidat der Grünen für die Oberbürgermeisterwahl in Hannover setzt in der Debatte auf Aufklärung – und spricht sich gegen ein Verbot aus. „Für Hannover sehe ich keinen Grund für ein Verbot“, sagte der Landtagsabgeordnete Belit Onay. „Ich setze auf Aufklärung, Information und die Eigenverantwortung der Menschen.“ Grundsätzlich seien aber Luftballons, die im Freien aufsteigen und später als Müll wieder auf der Erde landen, aus Umwelt- und Naturschutzgründen problematisch – Anschaffung oder Verzicht darauf stehe aber jeder Kommune frei, betonte Onay.

Der FDP-Fraktionsvize im Bundestag, Michael Theurer, sprach von einem „Verbotswahn“ der Grünen und einer „Öko-Radikalisierung“ der Partei. „Wenn der Staat so dirigistisch, so autoritär, vor allen Dingen auch so kleinteilig in die individuellen Lebensentwürfe der Menschen eingreift, braucht man sich am Ende nicht wundern, wenn man in einer Ökodiktatur aufwacht“, sagte Theurer.

„Die Partei, die den Kindern die Ballons wegnahm“

Die CDU Niedersachsen schrieb auf Twitter über die Grünen als Partei, die „allen Kindern im Land ihre Ballons wegnahm“. Der Braunschweiger CDU-Bundestagsabgeordnete Carsten Müller nannte die Forderung, das Aufsteigen von Luftballons zu verbieten, „ein neues Kapitel im Buch der grünen Verbotspolitik“. Er verwies zudem auf den Online-Shop der Grünen: „Für 15 Cent das Stück sind hier nach wie vor grüne Luftballons bestellbar“, sagte Müller.

Grünen-Landeschefin Kura sagte, der niedersächsische Landesverband habe sich darauf verständigt, bei eigenen Veranstaltungen keine Ballons mehr steigen zu lassen: „Ich persönlich werde keine Luftballons mehr steigen lassen und wir sind bemüht, uns alternative Möglichkeiten zu überlegen für den Straßenwahlkampf.“

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Von Karl Doeleke und Marco Seng

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