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Der Norden Gaffer sollen härter bestraft werden
Nachrichten Der Norden Gaffer sollen härter bestraft werden
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23:16 03.06.2018
Ein 23 Jahre alte Motorradfahrer prallte in Wunstorf gegen eine Hauswand und starb. Die Rettungskräfte wurden von Gaffern behindert. Quelle: Nowak/Feuerwehr Wunstorf
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Wunstorf

Ein 23-jähriger Motorradfahrer ist am Sonnabend auf der Flucht vor der Polizei verunglückt, er prallte gegen eine Hauswand. Zwei Polizisten leisteten sofort Erste Hilfe, wurden dabei jedoch von einem 20 Jahre alten Mann behindert, der sich zuvor auf die Straße gestellt hatte. Er musste mit Pfefferspray abgewehrt und schließlich sogar gefesselt werden.

Gaffer simulieren Panne für besseren Blick

Es ist einer von vielen Fällen, in denen Gaffer die Rettungskräfte behindern. Oft geht es ihnen ums Fotografieren und Filmen. So auch bei einem Unfall Mitte Mai bei Ulm: Ein Mann wurde von einem Feuerwehrauto erfasst und starb. Mehrere junge Männer simulierten daraufhin eine Autopanne, um einen guten Blick auf die Rettungsmaßnahmen zu haben. Ein Familienvater filmte den Unfall sogar vor den Augen von anwesenden Kindern. Gegen den Mann und neun weitere Gaffer wird nun ermittelt.

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Im Mai vergangenen Jahres wurden die Strafen für Angriffe auf Vollstreckungsbeamte erhöht. Laut Strafgesetzbuch können Tätigkeiten, etwa gegen Polizisten, mit Freiheitsstrafen zwischen drei Monaten und fünf Jahren bestraft werden.

Gesetzesentwurf aus Niedersachsen

Anfang März brachte Niedersachsens Innenminister Boris Pistorius (SPD) einen Gesetzentwurf in den Bundesrat ein, mit dem in Zukunft auch Gaffer härter bestraft werden sollen: Wer Fotos oder Videos von Unfallopfern macht, soll zukünftig zu Haftstrafen von bis zu zwei Jahren verurteilt werden. Das Strafgesetz zur Verletzung des höchstpersönlichen Lebensbereichs durch Bildaufnahmen soll daraufhin entsprechend ergänzt werden.

Durch den Gesetzesvorschlag aus Niedersachsen soll es dann auch möglich sein, Handys schon vor dem Aufnehmen von Fotos zu beschlagnahmen.

Von man/jst

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