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Der Norden Stürme, Dürre, Borkenkäfer: Niedersachsens Wälder in Not
Nachrichten Der Norden Stürme, Dürre, Borkenkäfer: Niedersachsens Wälder in Not
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08:00 24.04.2019
Profitiert vom aktuellen Klima: Die Borkenkäfer drohen in Massen die Wälder im Land zu befallen. Quelle: dpa
Hannover

Gravierende Schäden in den niedersächsischen Wäldern beunruhigen Forstwirtschaft und Politik. Stürme, Dürre und in der Folge eine Borkenkäferplage haben den Bäumen extrem zugesetzt, und es wird mutmaßlich noch schlimmer.

Nach Auskunft der Landwirtschaftskammer sind durch diese drei Faktoren in den Jahren 2017 und 2018 rund 4,75 Millionen Festmeter Holz derart geschädigt worden, dass sie nicht mehr optimal verwertet werden können. Im Jahr 2019 könne sich die Menge dieses Schadholzes „bei vorsichtiger Prognose“ durch Dürre und Käferplage auf bis zu sechs Millionen Festmeter steigern, sagte Rudolf Alteheld, Leitender Forstdirektor der Landwirtschaftskammer, der HAZ.

Verluste von 250 Millionen Euro

Für die Waldbesitzer schlagen diese Klimafolgen ganz konkret zu Buche: Alteheld berichtet, der Preis für einen Festmeter Fichte habe 2018 bei 80 bis 90 Euro gelegen, heute sei man froh, wenn man die Hälfte erzielen könne. Der Forstdirektor kalkuliert für die Jahre 2017 bis 2019 „allein bei den Verkaufserlösen“ der niedersächsischen Waldbesitzer mit einem Verlust von 250 Millionen Euro.

Obendrauf kommen zusätzliche Kosten unter anderem durch Produktionsausfälle, für das Abräumen von umgestürzten Bäumen und für die Wiederaufforstung. Über das Ausmaß der Probleme hatte sich Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) erst in der vergangenen Woche bei einem Besuch im Solling informiert.

In Niedersachsen gibt es rund 1,2 Millionen Hektar Wald, davon befinden sich 60 Prozent in Privatbesitz. Die Bäume in diesen Wäldern sind schon 2017 durch Stürme wie Xavier vorgeschädigt worden. Dann kam der Orkan Friederike im Januar 2018, dem vor allem im Osnabrücker Raum und in einem Bereich zwischen Kassel und Hannover allein 1,6 Millionen Festmeter (ein Festmeter entspricht einem Kubikmeter) zum Opfer fielen.

Borkenkäfer bedrohen auch gesunde Bäume

In den umgestürzten Bäumen siedelten sich laut Forstdirektor Alteheld massenweise Borkenkäfer an. Die stehengebliebenen Bäume sind zwar standfest, aber oft durch die Stürme und die nachfolgende Dürre im Sommer 2019 sowie die jetzt bereits wieder herrschende Trockenheit beeinträchtigt. Im Ergebnis können sich auch gesunde Bäume nur noch schwer gegen die Borkenkäfer wehren, was zu weiterem Schadholz führt.

Diese Entwicklung trifft nicht nur Niedersachsen. Nach Auskunft des Bundesverbands der Deutschen Säge- und Holzindustrie wurden im ver­gangenen Jahr deutschlandweit 64,4 Millionen Festmeter Holz eingeschlagen. Das war die größte Menge seit 2007, vor allem aber: Fast die Hälfte dieses Holzes war „Kalamitätsholz“, wie die Branche die Erträge aus geschädigten Beständen auch nennt. „Der Klimawandel ist auch im Wald angekommen“, sagt Martin Neumeyer, Vorstandschef der Bayerischen Staatsforsten, dem größten deutschen Waldbesitzer. „Die Wälder überall in Mitteleuropa leiden unter Trockenstress, Borkenkäfervermehrung sowie Schneebruch- und Sturmschäden.“ Fichten sind mit ihren flachen Wurzeln besonders anfällig für Sturm und Dürre. Buchen und Eichen halten das besser aus.

Von Bert Strebe

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